Endlich ist es wieder fahrbereit, das RespekTiere-Mobil! Ihr erinnert Euch, unser Sprinter war ja Opfer eines Anschlages geworden, als um Ostern ein unbekannter Täter (oder unbekannte TäterInnen) nicht nur den Van, sondern auch das Privatauto vor dem Hauseingang des Nachts mit Säure überschüttet hatte. Ein Schaden von geschätzten 18 000 Euro war dabei entstanden (nicht miteingerechnet ein großer Baum im Garten, der wohl derselben Flüssigkeit zum Opfer gefallen ist), den jetzt weder die Versicherung deckte, noch konnte von behördlicher Seite ernsthafte Versuche erkannt werden, die Schurken ausfindig zu machen.
Alleine durch die sofortige Hilfe eines weithin bekannten Tierschützers, der nebenbei auch begnadeter Lackierer ist, konnten die Fahrzeuge gerettet werden. Sonst hätten wir sie zum Spottpreis abgeben müssen, alleine Vätcherchen Rost sollte schnell Besitz von den lackfreien Flächen ergriffen haben. Max ist der Name des Schutzengels, er konnten beide Fahrzeuge wiederherstellen. Und nicht nur das! Schaut mal, wie sie nun aussehen! Unfassbar coole Arbeit hat der Freund hier vollbracht! Nicht nur am Lack von vorne bis hinten, auch fast sämtliche Plastikteile mussten ersetzt oder überlackiert werden, von den Gläsern rundherum gar nicht zu sprechen. Ja, sogar die Reifen trugen Säurespuren, und mit solchen möchten wohl niemand – noch dazu die weiten Strecken welche wir zurücklegen müssen – unterwegs sein.
Fotos: Das neu lackiertes RespekTiere-Mobil – Max Gerhartl, der Farbenzauberer! Unfassbar coole Arbeit, sooo wunderschön ist es geworden! Ganz nach eigenen Vorstellungen hat der Lackierkünstler das Mobil gestaltet – eine Überraschung für uns der besondersten Sorte!
Selbstredend aber, gut Ding braucht Weile, weiß der Volksmund. Und so durften wir das RespekTiere-Mobil erst dieser Tage wieder abholen – nur, um es dann gleich vollzubeladen! Denn inzwischen hat sich doch so einiges angestaut; unser erster Weg nach dem erzwungenen Zwischenstopp führt uns deshalb sofort nach Rumänien, wo wieder ein enormes Programm auf uns wartet. Zuerst bei der geliebten Frau Doina, denn bei Dimi, der sich unfassbar aufopferungsvoll um Straßenhunde kümmert; bei Marius ist ein Besuch geplant, wo wir für seine Tagesstätte für Schwerstbehinderte einmal mehr jede Menge an Kleidung und Dingen des täglichen Bedarfs abliefern werden. Und auch zu „Vogelfrau“ Silvia wollen wir, welche zusammen mit Alin auf 5 Hektar großem Land eine wunderbare Rettungsinsel erschafft und dort inzwischen mehrere tausend gefiederte Freunde betreut.
Foto: mehr geht leider nicht – das vollbefüllte RespekTiere-Mobil!
In der kurzen Zeit, welche für die Hilfsfahrt zur Verfügung steht, müssen wir aber auch noch weiter nach Serbien, um dort erneut einem Treffen mit Oppositionspolitiker Ivan Radic von der Partei für Freiheit und Gerechtigkeit nachzukommen. Thema muss natürlich der Zoo in Palic sein. Es bleiben aus diversen Gründen leider nur fünf Tage für die Reise, was bedeutet, wir werden uns extrem ranhalten müssen. Aber das Beste daraus machen, das ist wie immer das Respektiere-Versprechen.
Ihr seht, das Programm ist dicht gestaffelt; jedenfalls, die letzten Tage waren geprägt von unermüdlichem Einsatz. Was wir alles zusammengetragen haben, es ist einmal mehr kaum fassbar. Dank Eurer Hilfe sind es wieder mehrere hundert Kilos an Gütern, Dingen des täglichen Bedarfs, Kleidung, Schuhe, Hygieneartikel, medizinisches Material, etc. Dazu natürlich auch wieder minestens dieselbe Menge an Tiernahrung, welche an jenen Orten pures Überleben bedeuten kann.
Neben mir hat einmal mehr der unentbehrliche Andi aus Laakirchen Platz genommen. Er, der Herzensfreund, war nun auch schon einge Male mit auf Reisen. Aber in Rumänien oder Serbien noch nicht – also eine echte Premiere! 🙂
Endlich sitzen wir also wieder im RespekTiere-Mobil! Noch am frühen Vormittag galt es allerdings zuvor noch einige Sachen abzuholen. Der Stress war ein großer, denn wir wollten auch aus einem anderen Grunde neben den vielen Aufgabepunkten möglichst früh in Rumänien ankommen – heute Abend findet doch das WM-Spiel gegen Spanien statt, und wenn möglich, dann wäre es natürlich für das rot-weiß-rote Patriotenherz höchst erfreulich, könnten wir tatsächlich das für unsere kleine Nation so wichtige Ereignis live mitzuverfolgen…
Allerdings verzögerte sich die Abfahrt aus dem Zwischenziel erheblich. Am RespekTiere-Mobil mussten noch die Flüssigkeiten überprüft und nachgefüllt sowie die Scheinwerferabdeckung innen provisorisch ersetzt werden, weil diese verloren gegangen war. Dann noch zuladen, gestern Abend sollten nämlich erneut einige Kartons an Spendengütern dazugekommen sein. Weil aber das Mobil bereits derart vollgefüllt war, stellte sich die Aufgabe als keine leichte heraus. Da musste hin und hergeschoben, ausgeladen, geordnet, wieder eingeladen werden, bis alles den richtigen Platz gefunden hatte. Und dann noch ein weiterer ganz wichtiger Punkt: Wie so oft durften wir von der Bäckerei Schalk (www.bäckerei-schalk.at) Brot, Gebäck und Konditor-Köstlichkeiten abholen! Sabine, seit vielen Jahren für die Backstube unentbehrlich – und genauso für RespekTiere-Aktivismus in der Umgebung (siehe RespekTaube-Einsätze sowie z. B. die erst vor kurzem in der Region stattgefundenen Schächtdemos) – hatte wieder mehrere Kartons voller Brot hergerichtet, dazu drei Säcke mit feinstem Gebäck. Und besagtes Süßes, ebenfalls 3 große Schachteln. Sooo super! Familie Schalk, Ihr seid die Besten, von ganzem Herzen Danke! In Rumänien freuen sich die Menschen in den von uns besuchten Einrichtungen stets und immens über das mitgebrachte österreichische Kulturgut „Backwarentradition“!
Fotos: Die fantastische Sabine der Bäckerei Schalk überreichte uns in Namen ihres Chefs einmal mehr Köstliches!
Erst gegen 12 war ich wegen all dessen beim eigentlichen Ausgangspunkt der neuen Hilfsfahrt eingetroffen, direkt bei der Spedition des Bruders in Herzogenburg nahe St. Pölten. Der, Charly, hatte übrigens wieder sein Lager zur Verfügung gestellt, um RespekTiere-Güter unterzubringen. Erst gestern konnten wir daraus gut 400 kg an Hundefutter zuladen.
Aber zurück zur eigentlichen Geschichte; Andi wartet bereits vor dem Firmengebäude und schon Augenblicke später, nachdem wir uns in die Arme gefallen sind, sitzen wir auch schon im – Dank sei Max Gerhartls Zauberkünste als Lackierer – neuen, wunderschönen RespekTiere-Mobil. Die Temperatur ist übrigens halbwegs moderat, so um die 28 Grad, ab Wien sollte es jedoch schnell heißer werden. In Folge ist nun die pannonische Tiefebene durchquert, vorbei an den aberhunderten Windrädern; an der Grenze der erste kurze Stopp, eine Vignette um räuberisch anmutende 40 Euro für 10 Tage muss besorgt werden. Dann das Magyarenland; unfassbar, wir haben es so oft erwähnt, aber gefühlt wird der Tatbestand immer extremer: Baustellen durch das ganze Land, überall wird gegraben, Natur geschändet, Berge verschoben. Am Autobahnnetzt gebaut, Millionen Hektar ehemalige Natur unter einem immer breiter werdenden Aspahltband für immer verdichtet. Neben den Straßen entstehen trotz der ohnehin nirgends sonst im selben Ausmaß gekannter Dichte an Konzernbauten immer neue immense große Hallen, so als ob sämtliche Firmen dieser Welt eine Filiale genau hier erbauen möchten…
Aufgrund all dessen laufen wir dann wie selbstverständlich in den ersten Stau; es werden mehrere dazukommen, aber das sind wir in Ungarn längst gewohnt. Dass trotzdem dieser Wahnsinnspreis für eine Vignette bezahlt werden muss, scheint im Angesicht dessen doppelt bitter…
Schließlich beginnt es zuzuziehen. Dann zu regnen, bald stürmt es gar. Die Temperatur fällt von 32 auf 25, dann 23, schließlich 21 Grad. Die imaginäre Linie zu Rumänien überqueren wir im strömenden Niederschlag, der sich nun aber schnell wieder mit dem Sonnenschein abwechselt. Und dabei wunderschöne Regenbögen an den düsteren Himmel zeichnet.
Gegen 21.30 Uhr Ortszeit, zu Hause ist es jetzt 20.30, erreichen wir das Heim von Dimi. Ihr wisst, jener wunderbare Mensch, der sich so unfassbar aufopferungsvoll um Straßenhunde kümmert. Und uns wieder und wieder aufnimmt; so auch heute, wir dürfen im Haus der Schwester, die in Deutschland wohnt, übernachten. Alles ist hergerichtet: Brot, Aufstriche, ein kühles alkofreies Bier im Kühlschrank. Und ein Fernseher, der das Spiel überträgt!!! Herz, was begehrst Du mehr????
Ein bisschen unterhalten wir uns noch mit dem Gastgeber, fallen uns schließlich in die Arme. Dimi muss schlafen, er soll morgens um 5 raus. Deshalb sitzen Andi und ich schließlich alleine vor dem Fernseher! So schön und einfach kann das Leben sein, mit Menschen um sich, die zu den besten des Planeten gehören…
P.S.: Das Spiel geht mit 0:3 verloren. Doch etwas enttäuscht und ernüchtert, desillusioniert, starten wir noch vor Mitternacht den Computer und tippen die Ereignisse des Tages in ein Word-Dokument. Letztendlich nimmt die Müdigkeit überhand. Was für ein Tag! Und morgen erwartet uns ein noch wesentlich anstrengender. Aber darüber soll jetzt nicht nachgedacht werden…
Fotos: Die kurzen, heftigen Regenfälle gepaart mit der sich immer wieder durchkämpfenden Sonne ergeben ein herrliches Naturschauspiel!.
Die Nacht ist eine mühsame. Das Einschlafen fällt ob der Anspannung schwer, passiert dann endlich doch, nur, um schon bald und dann immer wieder in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen aufzuschrecken. Böse Träume quälen den Geist, dazu die unfassbare Hitze in der Nacht, welche auch durch gelegentliche Gewitter nicht gebrochen werden kann.
Ich wache jedenfalls wie gerädert auf. Nützt nichts, heute steht ein schwerer Tag bevor. Dem Himmel sei’s gedankt klopft Dimi(tri) auch schon an die Tür, in der Hand ein Tablett mit köstlich duftendem Kaffee. Den genießen wir erstmal zusammen, und Augenblicke später finden wir uns schon wieder im obligatorischen Rundgang; zuerst ein kurzer Besuch bei der so unfassbar netten Mama von Dimi, welche Gäste stets umsorgt wie wenn es sich um die eigenen Kinder handeln würde. Dann besucht die kleine Gruppe Dimi’s Hunde im Hof; für sie alle, es sind im Augenblick gut ein Dutzend, hat der Gute eigenhändig möglichst großzügige Zwinger gebaut. Manche der Armen sind jetzt aber leider schon mehrere Jahre hier, das Vermitteln wird immer schwieriger.
Fotos: Dimi’s Hunde haben längst den gesamten Hof in Besitz genommen; ob im Garten oder im Haus oder in der Werkstatt, überall finden sich die Süßen!
Vor dem Tor zur Straßenseite bellt ein Hund. Ein schwarzer, großer, offensichtlich junger mit langen Haaren. Er lebt seit einem Monat in der Umgebung, als Heimatloser. Kommt jeden Tag bei Dimi und seiner Frau Claudia vorbei, um sich Essen abzuholen. Nicht nur das, dreimal die Woche fährt das Paar zudem mit dem Pkw und einigen Säcken Hundefutter im Kofferraum zu verschiedenen Plätzen, um dort die Streunerpopulationen zu versorgen. Sagte ich es schon? Wunderbare Menschen.
Durch den Garten mit den hunderten Bäumen, wo der Hausherr jetzt ein ausgegrübeltes Bewässerungssystem errichtet hat. Selbst einen Brunnen gegraben, wegen der zunehmend bedrohlichen Wasserknappheit musste man 20 Meter tief in die Erde. Die letzte Zisterne hatte noch mit knapp unter 10 Metern Tiefe ein Auslangen gefunden… Später stehen wir vor der Kirche; Ihr erinnert Euch bestimmt, Dimi hat jenes Gotteshaus mit seinen Händen errichtet; warum? Weil der Mutter im Traum die Heilige Maria erschienen war. Sie mit dem Bau beauftragte, der Sohn folgte den Anweisungen ohne zu zögern. Und keine kleine ist es geworden, zu manchen Gottesdienstzeiten versammeln sie bis zu 35 Personen in ihr…
Dimi mit dem Straßenhund, der jeden Tag zur Fütterung an das Tor kommt! Reingelassen werden kann er leider nicht, weil Dimi’s Hunde ihn (noch) nicht akzeptieren… Unten: Andi entlädt die ersten Säcke Hundefutter, dann gilt es Fußball-WM schauen!
Ewig könnte man im so netten Gespräch verweilen, doch ess hilft nichts – wir müssen weiter; unsere Sachen bleiben vor Ort, wir werden später am Tag nochmals zurückkommen. Dimi wird letztlich auch noch die kaputte Hupe am Sprinter herzurichten versuchen, dazu ein weiteres kleines Horn einbauen, welches PassantInnen mit Tierlauten – Bellen, Miauen, Blöken, Muhen, usw. – grüßt! 🙂
Der nächste Weg führt nach Carani. Dort leitet Marius das unentbehrliche Tagesheim für schwerst beeinträchtigte Kinder und Jugendliche. Seit Jahren bringen wir nun schon unendlich viele Sachen, angefangen von der Kleidung bis hin zu den Dingen des täglichen Bedarfs. Und natürlich jede Menge Köstlichkeiten von der Bäckerei Schalk. All das beginnen wir zu entladen, während die Temperatur, ein klein wenig gedämpft in den Morgenstunden, langsam wieder steigt. Nach gut einer Stunde ist jener für die Tagesstätte gedachte Teil der Fracht entladen. Die Damen und Marius‘ Schwiegersohn freuen sich sichtlich, möchten uns zum Essen bitten. Nach einer kurzen Führung in den Räumen, die Kinder grüßen allesamt super nett, sollten wir aber wieder weiter. Die Zeit drängt. So bleibt nur ein schnelles „sich in die Arme fallen“, und schon sitzen wir wieder im Van. Fast, denn eines gilt es selbstverständlich noch nachzuholen – Haushund Sam benötigt Streicheleinheiten und dazu knochige Köstlichkeiten!
Fotos, oben: Frontansicht von der Tagesstätte für beeinträchtigte Kinder; unten: Viel Arbeit bei stehender Hitze!
So, jetzt folgen wir aber doch schon wieder der Straße. Und die hat sich alleine in den letzten Monaten einmal mehr grundlegend verändert. Das kleine Sanandrei, Heimatort von Frau Doina, ihrer Tochter Raluka, Schwiegersohn Tiberus und Dimitri plus Claudia, wird tatsächlich langsam zur großen Ansiedlung. Zur Vorstadt vom Temeswar. Unfassbar. Wo vorher nur Wege waren, entstehen mehrspurige Straßen. Hinter Dimis Haus, noch vor kurzem nur Wiesen und Felder, wird an einem neuen Highway gebaut. Und die Richtungen nach Arad oder Logois, zum Flughafen oder sonst wo hin, da sieht man sich plötzlich vierspurigen Superstraßen mit riesigen Kreisverkehren gegenüber. Nach der ansatzlosen und nicht endend scheinenden Naturzerstörung in Ungarn scheint der Umgang mit jener in Rumänien nicht viel besser… noch 20 Jahre, Ihr werdet sehen, dann ist das ganze Land ein weitläufiger Industriepark… Furchtbar.
Schnell finden wir jetzt den richtigen Weg. Wohin? Zu „Vogelfrau“ Silvia, welche mit ihrem Partner Alim am Menschheitstraum arbeitet. Ein 5 Hektar großes Refugium wird zum Paradies, zum Garten Enden auf Erden. Hunderte Vögel kreisen über der bereits erstandenen 600 qm Halle, wo es nun schon abgetrennte Bereiche für alte, kranke, Babytiere gibt. Aufzuchtstationen, Bereiche für Vögel mit gebrochenen Flügeln, unfassbare viele Krähenvögel. Dazu 1500 oder 2000 Tauben, genau kann das niemand mehr sagen. Truthähne ringsum, Hühner, Gockel; ein Schwein, ein riesiges Schaf, ein halbes dutzend Hunde. Und rundherum vollbepflanzte Wiesen, wo bereits gut 1500 Bäume und Sträucher eingesetzt wurden. In Wechselbeziehungen, für Schatten, für Insekten, für Obst, für die Förderung einheimischer Arte, für das Auge. Un- un- unglaublich.
Fotos: Wegen der wechselnden Witterung beeilen wir uns beim Endladen besonders!
Wir entladen das Mitgebrachte; Hundeboxen, Katzenkörbe, Hundenahrung, medizinische Artikel. Tierheimbedarf. Jede Menge davon. Dann genießen wir die Gastfreundschaft der beiden, und, ganz ehrlich, fast noch mehr die Liebkosungen der längst zu echten Lieblingsfreunden gewordenen Hunde. Trinken selbstgebrauten Kaffee, verfeinert mit selbstgemachte Sojamilch. Super. Wir könnten ewig bleiben.
Geht aber leider nicht. Die Zeit drängt und so nehmen wir einmal mehr im RespekTiere-Mobil Platz. Die Silhouetten der TierschützerInnen werden im Rückspiegel kleiner, in der Brust der Stolz auf Freundschaften wie jene dagegen größer und größer…
Wir fahren nun endlich zu Frau Doina. Dem Engel in Menschengestalt. Unserer Rumänien-Bezugsperson seit fast schon 25 Jahren. Also sozusagen zur eigentlichen Kernfamilie. Und wie ist das Wiedersehen schön. Bald genießen wir eine weitere Tasse Kaffee, die Hündinnen Maya und Struppi, seit 10 Jahren aus einem Kastrationsprojekt von uns vor Ort, zu den Füßen. Manchmal bietet das Leben wirklich wundersame Augenblicke. Dies ist einer davon.
Für Doina’s kleinen Gnadenhof bleibt Hundefutter bei der älteren, so herzensguten Dame. Köstliches aus der Bäckerei Schalk ebenso, dazu anderes Süßes. Jetzt aber ruft Serbien immer lauter, und so verabschieden wir uns auch schon. Bereits morgen Abend werden wir jedoch wiederkommen, um dann die Nacht erneut in Sanandrei zu verbringen.
Fotos: Wir bringen Hundefutter für Dackelhündin Maya und co, sowie köstliche Bäckerein; die so herzensgute Frau Doina in Umarmung mit Tom!
Im Eiltempo zurück zu Dimi. Futter für die Hunde entladen. Mehrere hundert Kilo sind es, dazu Berge von Tierheimbedarf. Der Gute wird all die Güter in bestmöglicher Weise verwenden. Weiter geht der Einsatz mit den Arbeiten am RespekTiere-Mobil. Dimi versucht, erflogreich, die Hupe zu repaieren. Die Hitze nun wieder eine enorme, es gilt Tribut an die Gegebenheiten zu zahlen. Müdigkeit macht sich langsam breit, damit fallen die Herausforderungen noch schwieriger aus. Verkomplizieren sich. Dauern deshalb. Und erst am späteren Nachmittag düsen wir endlich los. Auch Dimi werden wir am Sonntag nochmals sehen; er hatte doch mein 40 Jahre altes Motorrad überarbeitet, die Honda läuft wieder ruhig wie am ersten Tag. Sooo cool. Sie wird den Weg nach Österreich mit uns antreten.
Foto: So viel haben wir gebracht – eine Garage voller Tiernahrung und Asylzubehör!
Jetzt folgt ein vorläufig letztes „sich in die Hände fallen“. Dann zeigt das Navi den Weg – gut 3 Stunden Fahrzeit um Subotica zu erreichen. Leere Ortschaften, keine Menschen auf den Straßen, weiträumigste Felder, vor allem Sonnenblumen; dazu kein bisschen Wind und brütende Hitze von rund 34 Grad. Vorbei an raiffeisenartigen Komplexen; intensiver Tierhaltung. Selbst den Straßenhunden ist es eindeutig zu heiß, wir bekommen nur wenige zu Gesicht. Schließlich der Grenzübergang. Irgendwo im Nirgendwo ein Schranken. Ein, zwei Zollhäuschen. Sonst nichts. Mit Hund dürften man aus welchen Gründen auch immer hier nicht queren. Wir, ohne, schon. Ein paar hundert Meter Niemandsland. Dann die serbische Seite. Wieder ein Wachhaus. Eine Fahne im Wind. Ein Beamter, der den Wagen prüft. Ein zweiter, der schließlich den Pass stempelt. Keine Fragen. Nette Gesichter, ein Lächeln auf den Lippen. Ungewohnt für den Kontakt mit Zollbeamten. Besonders mit serbischen. Aber das Ganze tut gut. Wir sind doch alle nur MITMENSCHEN. Aus welchem Land immer auch stammend, bloß Gast auf Erden…
Fotos: Es mutet leicht skurril an – dies hier ist eine EU-Außengrenze, nämlich jene zu Serbien! Nur der mit dem Tele herangezoomte Wachturm erinnert ein bisschen an diese Tatsache!
In Serbien werden die Straßen schnell schlechter. Der Asphalt überall gebrochen, Schlaglöcher, Rillen, Enge. Völlig fertig ist schließlich das Tagesziel „Subotica“ erreicht. Das Apartment wartet, aber zuerst muss man solches natürlich auch finden. Weil kein Internet zur Verfügung (im Drittstaat) steht, sowie keine Telefonverbindung wegen der ansonsten horrenden Kosten. Aber mithilfe von einem ur netten Passanten und einer Kleinmarktmitarbeiterin erreichen wir dann doch noch den Vermieter mit dem fremden Telefon der Angestellten. Der kommt, zeigt uns die Wohnung für die kommende Nacht – was für eine Erleichterung! 40 Euro sind zu belegen, zwar nicht so wenig für die Gegend, aber dafür: 80 qm, zwei Schlafzimmer, Küche, Bad und WC für uns alleine. Küchenmaschinen, sogar Kaffee. Klimaanlage. Herz, was begehrst Du einmal mehr?
Am Abend genießen wir Andi’s Spezialmenü – gebackene Bohnen und veganer Leberkäse munden vorzüglich! Ein bisschen Fußballschauen, Australien stellt sich mutig den Ägyptern. Berichte schreiben am Computer. Das nötigt noch gut 2 Stunden ab. Gegen 23.30 Uhr fallen wir völlig übermüdet in die wartenden Betten. Was für ein Tag!
Foto: Subotica vom Apartmentfenster aus!
Die Nacht war eine bessere gewesen als zuletzt. Tatsächlich ließen sich einige Stunden erholsamer Schlaf finden, vom „Ausgeschlafen sein“ allerdings weit entfernt. Der erste Blick gilt dem Mobilphone. Die Frage: Wie souverän ist Argentinien heute früh gegen den totalen Außenseiter aus Kap Verde bei der Fußball-WM weitergekommen? Die Überraschung eine große – nur mit äußerster Mühe! Erst in der Verlängerung durch einen glücklichen (oder, aus Kap Verde-Sicht gesehen, un-) Treffer… Andi bereitet wieder ein herrliches Frühstück; beim Genießen überlegen wir zu Improvisieren. Wir wollen heute ja dem furchtbaren Zoo in Palic erneut einen Besuch abstatten. Dann noch einmal vor dem Eingang protestieren. Alles schön und gut – nur, das Demomaerial ist zu Hause liegengeblieben… Zumindest ein Leintuch für eine Botschaft benötigen wir; ein solches ist tatsächlich dann aufgetrieben. Jetzt noch eine Spraydose igendwo kaufen, und wir wären wieder im Rennen!
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Zuerst gilt es erst mal raus aus der Herberge; was uns doch ein bisschen schwer fällt, denn urgemütlich war es dort schon! Nutzt nix, wir finden uns wieder ein einem Werkzeuggeschäft, erstehen dort den gesuchten schwarzen Lack und sitzen auch schon im Mobil am Weg nach Palic, wo der infame Zoo beheimatet ist. Es ist übrigens wieder heiß heute, am relativ frühen Morgen hat es bereits fast 30 Grad.
In Palic werden wir noch vor dem Zoobesuch Ivan Rakic treffen, von Serbiens größter Oppositionspartei, der SSP. Ihr erinnert Euch bestimmt, im Zuge der letzten Hilfsfahrt hierher durften wir den Politiker kennenlernen. Und sind seither im direkten Kontakt geblieben, weil auch ihm der hiesige Zoo eine Herzensangelegenheit geworden ist. In einem Café werden wir uns wiedersehen, dazu kommen noch zwei ehemalige Angestellte, welche nach unseren Veröffentlichungen gekündigt worden waren. Nicht wegen der RespekTiere-Arbeit, vielmehr deshalb, weil sie Ivan mit unverzichtbarem Hintergrundwissen versorgt hatten. Später sollen wir erfahren, sie hatten in ihrem Vorpreschen vor allem auf die Solidarität anderer Angestellter gebaut, diesen ging dann aber der Job vor und der Mut verloren.
Alexander heißt der eine, Milan der andere. Alex war noch vor dem Treffen im Zoo gewesen, um sich ein Bild von den jetzigen Zuständen zu machen. Er wird uns gleich erzählen, die Tieranlage hätte inzwischen noch weiter abgebaut. Viele der Gefängnisse leer, was ja ein gutes Zeichen wäre. Aber andererseits, es gibt da entsprechende Gerüchte: Das Zoogelände ist ein riesengroßes. Land, welches, wenn keine tierlichen Bewohnenden mehr da, frei werden könnte. Dem Vernehmen nach richten bereits Erbauer von Wohn- oder Hotelanlagen ein Auge auf den enorm wertvollen Grund und Boden…
Milan, gibt sich kämpferisch; er möchte die Ungerechtigkeiten nicht hinnehmen, erhofft sich von uns – vom Ausland – Hilfe im Kampf gegen die ehemaligen Vorgesetzten. Wieder erfahren wir unglaubliche Geschichte; zum Beispiel, als der Alligator gestorben war. Warum? Ein elektrisches Kabel, stromführend, hing nicht isoliert hinein in sein Gehege. So lange, bis es schließlich zum tödlichen Stromschlag kam. Europäischen Büffel sind verschwunden, die Kängurus, die Polarbären, die Zebras. Alleine wegen der Inkompetenz des leitenden Tierarztes. Der den Posten erhalten hatten, obwohl er als Erfahrung nur ein Angestelltenverhältnis in einem Zoogeschäft aufweisen hatte gekonnt.
Foto: Alexander zeigt am Handy, was da alles schiefläuft…
Ganze zwei Stunden sitzen wir. Hören den Männern zu, Ivan übersetzt ins Englische. Aber dann rückt die Zeit des Abschiedes näher. Es muss ja noch so viel getan werden heute. Und mitkommen in den Zoo möchten die beiden Männer nicht; Alex wäre am Vormittag bereits vom Personal verfolgt, keine Sekunde aus den Augen gelassen worden. Für Milan würde die Konfrontation mit der alten Werksstätte Wunden öffnen; alleine die daraus resultierende psychische Belastung spart er sich verständlicherweise lieber. Aber Ivan kommt tatsächlich mit. Am Zooeingang funktioniert der Presseausweis nicht. Wie zuletzt. Tut ein bisschen weh, Eintritt zu bezahlen. Diese Stätten sollten nicht gefördert werden. Andererseits benötigen wir aber den Vergleich zum letzten Mal, als ich im März mit Töchterchen Nelli hier gewesen bin.
Naturgegeben macht die Anlage heute einen besseren ersten Eindruck. Warum? Überall Blätter an den hunderten Bäumen, alles wächst. Damals kam zur allgemeinen Triste noch bitterkaltes, graues Wetter hinzu, kahle Bäume.
Fakt ist, als Naturpark, da wäre jener Platz unschlagbar. Wenn es nicht das unbestreitbare Tierleid hinter den Mauern gäbe…
Ich werde die Erzählung kurz machen; wir werden ohnehin einen Extra-Newsletter zur Palic-Zoo-Situation Juli 26 alsbald veröffentlichen. Vorweggenommen ist aber: Wieder fehlen in der Tat – Alex hat gut beobachtet – viele Tiere. Zum Beispiel ist das Hyänengehege gähnend leer. Auch Krokos sind weniger vor Ort. Offensichtlich hat es also neue „Ausfälle“ gegeben. Dazu, der Zahn der Zeit nagt an allem, der Eindruck an verschiedenen Stellen ein furchtbarer. Besonders bei den Wölfen, welche völlig krank aussehen und offensichtlich von Parasiten geplagt werden.
Ich kann nicht anders, ein Tor beim Wolfsgehege ist offen. Zutritt natürlich verboten, aber ich schmuggle mich rein und fotografiere dafür aus nächster Nähe. Allerdings nicht unbemerkt; und so kommt es, wie es kommen muss. Zwei Angestellte mit finsterem Blick führen mich schließlich zurück auf die öffentlichen Wege. Ein Bär lebt alleine, zwei andere ebenfalls, aber wenigstens nebeneinander. Können sich durch die Stäbe sehen. Deren Gehege gehören nichtsdestotrotz zu jenen Mittelalterverliesen, welche man aus den Horrorzoos um die Jahrtausendwende gut kannte. Aber jetzt, ein Vierteljahrhundert später, hätten wir deren weiterhin gegebene Existenz nicht mehr erwartet. Ebenfalls nicht, dass ein alter Schimpanse sein Leben alleine im Kerker verbringt. Meist ist er im Inneren des „Geheges“, wo er seinen eigenen Fernseher hat. Sieht dann fern, schaltet mit der Fernbedienung seine Lieblingsprogramme durch. Klingt eigentlich nett, ist aber in Wahrheit unfassbar traurig…
Es gibt aber auch Gutes zu berichten. Nämlich, besonders die Wasserbecken sind zumindest heute halbwegs sauber. Man sieht sogar, wo beispielsweise die Robe schwimmt. Das war zuletzt nicht möglich, da konnte man deren Umrisse bloß erahnen. Bei den beiden kleinen Krokodilen im Mini-Becken, ist ebenfalls eines verschwunden. Gestorben, das haben wir letztes Mal schon erfahren. Damals war das Wasser schwarz vor Schmutz. Heute, das Kroko ist immer noch alleine, präsentiert sich die Flüssigkeit zumindest glasklar. Was an der Größe der Behausung natürlich auch nichts ändert. Offensichtlich ein bisschen besser geworden sind die Behausungen für die Riesenschlangen. Oder besser, für die Riesenschlange. Dann solche gibt es plötzlich auch nur mehr eine. P.S.: Wisst Ihr, woher der Zoo solche überhaupt hergenommen hatte und hat? Aus Zollbeschlagnahmungen, ausschließlich. Die Glassärge, für andere Reptilien wie Waran oder Echse, wurden in der Größe ziemlich verdoppelt. Was heißt: Zumindest teilweise hat unsere Kritik bereits gefruchtet!
Nach geschlagenen eineinhalb Stunden haben wir genug gesehen. Nur mehr raus, lautet die Devise. Angekommen beim Wagen verabschieden wir uns dann auch nach einem ausführlichen Gespräch über die künftige Vorgehensweise – wieder gemeinsam – von Ivan. Der inzwischen längst zum Freund geworden ist.
Fotos: Nein, dieser Zoo ist wahrlich kein Aushängeschild für seine Zunft… Tierleid wohin das Auge blickt.
Andi und ich haben noch etwas vor; zurück zum Auto, das aufgetriebene Leintuch entfaltet, der Lackspray geschüttelt – und es entsteht ein Transparent, welches wir sogleich nutzen werden. Direkt vor dem Eingang können die erstaunten Besuchenden dann zwei Aktivisten sehen, in der Hand entsprechende Schilder, vor sich das Transparent mit der Botschaft auf Serbisch: „Stop! Stoppt den Wahnsinn“!
Dann ist es aber hoch an der Zeit; die Rückfahrt nach Rumänien wird uns jetzt gut 3 Stunden abnötigen. Trotz der Aussicht zufrieden lehnt sich das Duo im Sprinter zurück – alles geschafft, alles gut gegangen! Vorbei geht es nun erneut an verlassenen Dörfern, an hunderten Storchennestern, wo Eltern sich um den Nachwuchs sorgen (soooo schön). Tanken müssen wir noch in Serbien, der Sprit ist alle. Grrr… denn da kostet er knapp 2 Euro.
An der Grenze wieder dasselbe Bild; kein Fahrzeug vor uns, keines dahinter. Wir fahren einsam und alleine bis zum Schranken, wo uns eine nette Zollbeamtin erwartet. Sie kontrolliert die Pässe, dann den Frachtraum. Schickt uns weiter zum zweiten Zollhaus, gut 300 Meter im Niemandsland. Wo die Prozedur ein bisschen länger dauert. Zeitweile drei Polizisten suchen nach was auch immer im Fahrzeug. Schließlich dürfen wir doch endlich weiter, nur, um nun am rumänischen Schranken auf einen Kleinbus aufzulaufen. Darin, so erkennen wir später, sind Angehörige der Roma-Minderheit. Aber offensichtlich viel zu viele, eingequetscht in den Laderaum. Jedenfalls bildet sich bald sogar eine Schlange – naja, wollen wir nicht übertreiben, aber doch 3 Autos hinter uns. Nichts geht, die paar PolizistInnen offensichtlich heillos überfordert. Nach gut 15 Minuten jedoch winken sie uns nach vorne; kontrollieren dann vor dem geparkten Mehr-Personen-Laster kurz, und wir sind wieder in der EU. Was mit dem Leidensgenossen im Maxi-Van weiter passiert, wir werden es wohl nie erfahren.
Foto oben: Wir stehen an der Grenze, Papiere werden kontrolliert…
Fotos: Bei der Rückfahrt wird ein Maxi-Van wahrscheinlich nicht die Grenze passieren; es sind darin offensichtlich zu viele Menschen unterwegs… unser Auto wird ebenfalls von BeamtInnen durchsucht!
Noch immer zeigt das Thermometer knapp 30 Grad. Aber gefühlt sind die Grade jetzt sogar leicht angenehme, nach den 35 bis 40 der vergangenen Tage. Gegen 20.30 Uhr laufen wir in Sanandrei ein. Frau Doina empfängt uns, wir sitzen bei einer Suppe noch lange zusammen. Dann gilt es die Ereignisse des Tages im Computer festzuhalten, bevor gegen Mitternacht das Licht ausgeht…
Heute ist Sonntag, Tag der Abreise. Ich stehe um halb 8 auf, Andi war wie immer schon vor 6 wach. Der Schlaf war definitiv der beste in den letzten Tagen. Ohne Unruhe, ohne quälende Gedanken, einfach nur hinlegen und aufwachen, 7 Stunden später. Uff, richtig erholsam!
Dennoch starre ich erst mal ein paar Minuten auf den dampfenden Kaffee in der Tasse, bevor sich die ersten echten, die ersten zusammenhängenden Wortfolgen bilden. Zusammen mit Frau Doina begeistern wir uns in Folge am Frühstück! Und es stehen Neuerungen an – die Wunderbare – obwohl selbst gesundheitlich mit vielen Problematiken versehen – wird nächste Woche den 91 Jahre alten Schwager bei sich zu Hause aufnehmen. Die Schwester ist vor zwei Wochen im 89. Lebensjahr verstorben, zurück bleib der alte Mann im großen Haus. Irgendwo Nähe Bukarest. Frau Doina hat er so leidgetan, deshalb das Angebot: Pack den Hund, pack die Katze, packe Deine Habseligkeiten, verkaufe das Haus im 8 Autostunden entfernten Dorf und zieh bei mir ein… so wird es auch passieren, schon nächste Woche! Vor einer solchen Menschlichkeit verneige ich mich zutiefst. Frau Doina, Du bist immer mein großes Vorbild gewesen und wirst es immer sein…
Dann aber müssen wir uns verabschieden. Die lange Reise steht an, dazu noch ein Zwischenstopp bei Dimi und seiner Frau; Dimi, vielleicht erinnert sich wer, hatte mein 40 Jahre altes Enduro-Motorrad, 12 Jahre ist die Gute gestanden, repariert! Reiner Freundschaftsdienst! Ist das nicht wunderschön? Und die Maschine läuft wieder – sie wird mühsam festgezurrt, kommt nach Österreich zurück und wird mir einfache Erledigungen in der Stadt in Zukunft sehr vereinfachen – von ganzem Herzen „Danke“, mein Freud…
Die Uhr zeigt bald auch schon wieder halb 12, höchste Zeit also, den Nachhauseweg anzutreten! Claudia, Dimi’s Frau, ist nun ebenfalls zu Hause, und nach einem festen in-die-Arme-fallen sind wir schon wieder auf der viel zu breit gewordenen Straße nach Sanandrei in Richtung Autobahn.
Am Weg wechselt die Temperatur, von Anfangs gut 32 Grad zu 27, dann wieder über 30, schließlich erneut 26, 27, nur um sich im Anschluss, ab etwa Budapest, wieder über der 30 Grad Marke einzupendeln. Die Fahrt geht gut und zügig voran, das eine oder andere Mal stoppen wir. Essen kurz, vertreten die Beine, und weiter geht es. Kein einziger Stau im Magyarenland, eine echte Premiere! Gegen 18 Uhr sind wir zurück in good old Austria, gegen 20 Uhr verabschieden sich Andi und ich beim vormaligen Treffpunkt bei der Firma des Bruders. So eine wunderbare Fahrt, so viele großartige Leute, denen wir begegnet sind; da kann das Fazit nur lauten: Unfassbar cool!
Fotos: Autobahn-Impression Ungarngrenze; unten: Unzählige Windräder neben der Autobahn verraten: Du bist im Burgenland!
Es ist fast 21 Uhr, als ich Sami endlich wieder im Elternhaus in die Arme schließen kann. Der Gute ist außer sich vor Freude – seit seiner Rettung aus dem Straßengraben waren wir noch nie so lange getrennt gewesen…
Alles gut. Auf ins nächste Abenteuer. Aber vorher wartet andere Arbeit, und extrem viel davon! Kommendes Wochenende steht ja der Tierschutzflohmarkt in Salzburg an… Bitte kommt alle vorbei, am gesamten Wochenende von 9 bis 18 Uhr, Sonntag bis 14 Uhr. Natürlich wie immer inklusive Vegan Bake Sale und veganem Buffet! Wir freuen uns riesig auf Euch!!!
Noch ein paar Reise-Impressionen!
Foto oben: Bei uns noch ein bisschen ungewohnt: Herdenschutz auf Rumänisch – der Esel passt auf!
Fotos: Dimi repariert mit viel Gefühl die Hupe am RespekTiere-Mobil und baut eine zusätzliche ein! Rechts: Die Güter stapeln sich in Marius‘ Tagesstätte! Unten: Zoo Palic-Proteste! Ganz unten: Zusammen werden wir den Unterschied schaffen – Andi, Tom und Ivan Rakic von der Partei „Freiheit udn Gerechtigkeit“!