Eselfleisch für China!’Tiere und andere Menschen‘ läuft an! Nachruf Pater Berno!

Sie haben bestimmt davon gehört, der Hunger nach Eselfleisch in China hat schreckliche Auswirkungen auf die Populationen der ohnehin so unfassbar geplagten Tiere in Afrika; manche Länder wie Burkina Faso mussten drastisch reagieren, sie haben einen kompletten Ausfuhrstopp für Eselfleisch auferlegt, weil man fürchtet, der für jene Regionen so immens wichtige Lasttier-Bestand könnten innerhalb kurzer Zeit bis an die Grenze des Aussterbens gebracht werden. Nicht nur das, viele Kleinbauern, von den Eseln abhängig, können sich die Tiere nun nicht mehr leisten, weil die große Nachfrage den Preis in die Höhe getrieben hat. Auch Schaf- und Ziegenbauern erkannten den Boom und reagierten entsprechend; sie stiegen auf die Zucht von Eseln um, was wiederum zu einem Engpass bei diesen Tieren führte (siehe auch: http://orf.at/stories/2360841/2360839/).

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Mauretanien ist mit der Problematik ebenfalls massiv konfrontiert. Es gibt Gerüchte, Eselfleisch würde nun bereits an einigen Marktplätzen in der Stadt angeboten, der Export ins Reich des Roten Drachens dürfte hinter vorgehaltener Hand florieren, Bestätigung dafür gibt es bislange nicht. Wie auch immer, Fakt ist, die ‚Mauretanian Consumer Protection Association‘ sah sich veranlasst – und wenn solche Schritte ergriffen werden, dann ist wohl schon Feuer am Dach – kürzlich einige Informationen veröffentlicht, welche ein fieberhaften Rennen um die heiß begehrten Lizenzen zum Eselfleisch-Handel beweisen!

Die Behörde bestätigt, dass im Augenblick nur eine chinesische Firma eine gültige Lizenz besitzt; diese Firma sei den ‚üblichen Standards verpflichtet‘, zudem wird sie ‚täglich von einem Veterinär inspiziert‘. Wer Mauretanien auch nur ein bisschen kennt, wird eine solche Aussage zumindest anzweifeln bzw. schwer in Frage stellen…

Fünf weitere Konzerne hätten um das gefragt Papier angesucht, aber deren Bitten wurde aus verschiedenen Gründen nicht nachgegeben: zum einen etwa, so die Behörde, weil es in ihnen keine ausreichend strenge Kontrolle gäbe und zum anderen, weil sie Fleisch von verschiedenen Tieren mischen würden…

Weiter sprach die Behörde davon, dass eine dieser ohne Lizenz gebliebenen Firmen MCPA erst kürzlich erneut kontaktierte, dann, um die Zerstörung großer Mengen von Fleisch zu bestätigen, eben weil aufgrund der verweigerten Lizenz die Leichenteile nun in den Lagern verrotten würden.

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Sicher ist, der Esel ist begehrt wie nie zuvor, das Reich der Mitte hat ihn leider ‚zum Fressen gerne‘; da die Bestände in China wegen der großen Nachfrage jedes Jahr um fast eine halbe Million Tiere zurückgehen, wird ständig Nachschub aus Afrika geholt. Aber auch im ’schwarzen Kontinet‘ selbst verschlingen die Arbeiter der hunderten chinesischen Firmen – China hat weite Teile Afrikas längst überrannt – riesige Mengen an Eselfleisch; so berichtet einer unserer Mitarbeiter, ein Verwandter, welcher für eine chinesische Straßenbaufirma arbeitete, hatte unlängst versichert, dass die asiatischen Arbeitskollegen jeden verfügbaren Esel für rund 50 Euro kaufen würden, allein für den täglich Verzehr. Dieser Zeuge bestätigte nebenbei eine furchtbare Grausamkeit: die Esel würden durch harte Schläge auf den Kopf getötet werden, selbstredend ohne jede vorhergehende Betäubung…

Die beiden gezeigten Bilder kursierten in den letzten Tagen auf den SocialMedia-Plattformen in Mauretanien!

(Wir bitten darum, diesen Bericht als Information zur Ist-Situation zu sehen; er ist keinesfalls dazu gedacht, gegen Menschen mit anderem Hintergrund Stimmung zu machen; denn wer jetzt jenes Vorurteil bemüht, ‚die Chinesen, die essen alles was sich bewegt‘, der/die braucht bloß eine Speisekarte in jedem x-beliebigen Restaurant anzusehen und kann sich derarts überzeugen, dass auch ‚die Deutschen‘, ‚die Österreicher‘ oder wer auch immer nicht viel anders handeln. Stöbert man im Netz, entdeckt man schnell, auch in der Schweiz ist Eselfleisch anscheinend heiß begehrt. Ohne Frage, es gilt weit verbreitet auch hierzulande noch als Delikatesse, denken Sie nur an die Salamai aus Ungarn oder Italien…)


Nächste Woche läuft der Doku-Film ‚Tiere und andere Menschen‘ in unseren Kinos an! Wir verlosen 2×2 Kinokarten für die Vorstellungen in Salzburg: schreibt an info@respektiere.at, wir ziehen dann aus allen Einsendungen die GewinnerInnen und verständigen Euch selbstverständlich schriftlich!

@TIERE UND ANDERE MENSCHEN wirft einen zärtlichen Blick auf das Verhältnis von Mensch und Tier. Der Dokumentarfilm startet am 13. Oktober österreichweit im Kino, im @DAS KINO könnt ihr euch TIERE UND ANDERE MENSCHEN von 14. – 27. Oktober anschauen.

Weitere Infos findet ihr hier:

http://www.daskino.at/film_22675_Tiere%20und%20andere%20Menschen

 TUAM email signatur Kinostart A(1)

 

 

Eine Lichtgestalt ist zu den Seinigen zurückgekehrt – Pater Berno, der Engel der Nächstenliebe, der unerschütterliche Fels in der Brandung, ist letzte Woche in seinem 84. Lebensjahr von uns gegangen! Sein Tod ist ein unersetzlicher Verlust für die Menschheit, aber eines ist ganz gewiss: er wird in allen, die ihn gekannt haben gedurft, weiterleben. Pater Berno, Ehrenbürger der Städte Temeswar und Meckenbeuren (sein Geburtsort), Träger des Menschenrechtspreises der Stadt Graz und des Bundesverdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland, wir werden Sie nie, nie, nie vergessen!!!

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Pater Berno wird auch als Engel der Tiere immer in unserer Erinnerung bleiben!

Folgende, im Nachhinein betrachtet völlig untertriebene, Zeilen haben wir nach unserem ersten Treffen vor fast 10 Jahren verfasst; mit Tränen in den Augen möchten wir sie Ihnen an dieser Stelle nochmals präsentieren:

Die Kirche ist eine wunderschöne, ein Zeugnis einstiger Größe und Macht. Bei genauerem Hinsehen jedoch erkennt man auch hier den Kampf der Urstoffe gegen von Menschenhand geschaffene Monumente, ein Kampf, den Wind und Regen und Hitze und Kälte letztendlich immer für sich gewinnen werden.
Wir lernen Pater Berno kennen, ein äußerst liebenswerter älterer Priester mit langem grauen Bart – eine Erscheinung wie aus dem Lehrbuch, entsprungen den Gedanken über die Vorstellung des idealen Mönches. Sofort begeistert uns sein einzigartiger Charme und seine ergreifende Ausstrahlung. Pater Berno ist Deutscher, lebt und schafft seit 20 Jahren in Rumänien. Und was er geschaffen hat, ist wahrlich unglaublich. Er sitzt vor uns, als lebender Beweis dafür was der einzelne Mensch bewegen kann, zu welch außergewöhnlichen Leistungen Körper und Geist fähig sind. Pater Berno hatte diese Kirche übernommen, als das Gebäude am Rande des völligen Ruins stand. Das gesamte Erdgeschoss bis zur Decke unter Wasser, die Mauern gebrochen, das Inventar gezeichnet von den Zeichen der Zeit.
Doch Pater Berno schaffte das Unmögliche; und nicht nur das, er ging weit hinter die Grenzen, die uns normalerweise gesteckt ist – er schuf unglaubliches, bewegte, veränderte, gestaltete!
Heute versorgt sein Lebenswerk 2 000 bis 5 000 Menschen im Monat, er hat eine Obdachlosen-Schlafstelle für 90 Menschen aus dem Boden gestampft, ein Mutter-Kind-Heim errichtet, es gibt eine tägliche Armenspeisung, Hilfe für Alkoholiker, ein Waisenheim, ein Hospiz, und, und, und… Alles seinem unerschütterlichen Optimismus und seinem ebensolchen Glauben an den Herrn, seinem Glauben an das Gute im Menschen, entsprungen!

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Foto: unser erstes Zusammentreffen im Jahre 2009 – wir konnten damals zusammen mit dem Sternenhof große Mengen an Hilfsgüter ins Kloster bringen (im Bild, Frau Doina, Pater Berno, Tom)!

Achtung, Achtung – am kommenden Samstag findet in Lochen wieder der so wunderbare ‚Tag der offenen Tür‘ statt. RespekTiere ist wie immer mit einem wunderschönen Stand vertreten – wir freuen uns auf Euren Besuch, 10.30 bis 17 Uhr!!! Nähere Infos unter:

http://www.pfotenhilfe.org/blog/was-gibt-es-neues-1/post/tag-der-offenen-tur-226

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