Tierschutz in die Verfassung

Heute fand im Zentrum von Graz eine Kundgebung gegen das betäubungslose Schlachten statt. Ein aufgespanntes Transparent verkündete weithin sichtbar: „Auch religiöses Schächten ist Tierquälerei!“
Der Platz hierfür war gut gewählt, ein Knotenpunkt des städtischen Straßenbahn- und Busverkehres, wo sich gerade um die Mittagszeit hunderte SchülerInnen treffen und durch die vielen Imbissstände auch ein breites Passantenpublikum gegeben ist. So fand der Protest breite Zustimmung, im Nu versammelten sich vorbeieilende Menschen vor dem kunstblutübergossenen Aktivisten in Schafmaske und selbst einsetzender Regen konnte das Interesse nicht trüben. Tatsächlich entwickelten sich schnell einige sehr interessante Gespräche, sogar zwei Landwirte und ein Mann aus Palästina verlangen die gesamte Aufmerksamkeit der TierschützerInnen. Zweiterer erklärte schließlich, er sei seit 10 Jahren Vegetarier, da man in Österreich kein Fleisch kaufen könne, welches im wirklichen Sinne „Halal“ sei. Er habe schon mehrmals versucht einer religiösen Schächtung beizuwohnen, wurde aber immer wieder mit durchschaubaren Ausreden abgewiesen. Der äußerst nette Mann betonte, dass der Islam eine lebenslange gute Betreuung eines jeden Tieres, frei von Angst und Schlägen, voraussetzt. Er möchte von sich aus gerne in Kontakt bleiben und wird künftig hoffentlich mit uns gemeinsam an einer Lösung der Problematik kämpfen!
Die Kundgebung, nun schon die vierte in Serie, stand erneut im Zeichen für ‚Tierschutz in die Verfassung’; würde Tierschutz endlich in den Verfassungsrang erhoben, hätte er den gesetzlich gleichen Stellenwert wie die unantastbare Religionsfreiheit – ein Faktum, durch welches das betäubungslose Schächten endlich als das deklariert werden könnte, was es ist: eine schreckliche, völlig unzumutbare Tierquälerei! 

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