Pfingst-Eselrennen

Am Pfingstsonntag fand im bayrischen Holzhausen das mittlerweile fast traditionelle Eselrennen, heuer schon zum 11. Mal ausgetragen, statt.
RespekTiere durfte sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen, wird bei derartigen Volksfesten doch sehr oft wenig Acht auf unsere Mitgeschöpfe gegeben, geht deren Misere nur all zu oft im Trubel solcher Veranstaltungen unter.

Eselrennen in Holzhausen; geschieht dem Tier hier Unrecht? Bitte beurteilen Sie selbst!


Eines sei vorweg genommen – unsere Befürchtung, dass die Esel geritten werden, sollte sich dem Himmel sei Dank nicht bewahrheiten. Die Esel werden mit am Halfter befestigten Stricken durch einen Rundkurs geleitet, laufen dabei mehr oder weniger frei den Parcours.
Natürlich, die Pferdeartigen richten sich dabei nicht immer nach dem Willen ihrer ‚BesitzerInnen‘, bleiben oft stehen und werden dann mehr oder weniger sanft gezogen und geschoben. Freude dürfte dieses Vorgehen den Tieren bestimmt nicht machen, das Wort ‚Quälerei‘ wäre in diesem Zusammenhang aber dann doch wohl übertrieben.
Dennoch, die Würde des Tieres wird hier völlig außer Acht gelassen, ein Aspekt, welcher in einer aufgeklärten, modernen Gesellschaft einen immer höheren Stellenwert einnehmen sollte. Ist es doch der tollpatschige, störrische, oft auch dumme Esel, der das Publikum zum Lachen bringen soll, Eigenschaften die schon den Kindern als gegeben gereicht werden, obwohl sie der Natur des Equiden natürlich überhaupt nicht gerecht werden. Im Gegenteil, Esel sind sehr intelligente Tiere, ihren BesitzerInnen oft haushoch überlegen
J, mit unerreichbaren Fähigkeiten ausgestattet. Ihre berühmt-berüchtigte Störrheit bezeugt ihr ausgeprägtes SelbstvertrauenJ!
Die Chiemgauer Zeitung schrieb im letzten Jahr über die Veranstaltung in Holzhausen: ‚Beim Treiben durfte weder mit der Hand geschlagen, noch eine Peitsche verwendet werden, erlaubt war nur gutes Zureden, Führen am Strick und wenn notwendig, auch mal anschieben, was aber bei den meisten Eseln sowieso nicht notwendig war, weil sie selbst viel Freude an dem Spektakel hatten‘; diese Zeilen empfinden wir im Zusammenhang dann völlig überflüssig; wenn denn geschlagen oder gepeitscht werden würde, dann würde der Tierschutz längst ein Verbot verlangen; und dass die Esel tatsächlich ‚Freude an dem Spektakel‘ haben, dass glauben wohl selbst nicht einmal die Veranstalter, die EselhalterInnen oder auch nur die naivsten ZuseherInnen…

gezogen…


gezerrt…


geschoben..


ob’s für den Esel wohl auch ein Spass ist?


Was den Eseln aber bestimmt mehr Probleme bereitet als die Art und Weise wie sie geführt werden, ist die Tatsache, dass es bei der Veranstaltung ziemlich laut zugeht, hunderte Menschen schreien und lachen, der Bierkonsum ist ein enorm hoher, es wird angefeuert, gejubelt und gejohlt. Dröhnende Musik sowie das die Stimmung anheizen versuchende Organ des Entertainers aus den Lautsprecherboxen tun ihr Übriges, um eine Umgebung zu schaffen, welche für die Tiere dann doch sehr beängstigend sein muss.

Es soll gesagt sein dass wir derartige ‚Feste‘ in keinster Weise befürworten, denn wie auch immer gehandhabt bleibt die Tatsache, dass das Tier dabei zum Gaudium des Publikums genutzt wird, zu Handlungen gezwungen, welche es seiner Art entsprechend niemals freiwillig machen würde; es stellt sich die Frage, warum man nicht Menschen für diese Art der Unterhaltung hernimmt, solche, die im freien Willen für eine Belustigung der VolksfestbesucherInnen sorgen.

Ach ja, und wirklich unschöne Szenen gab es dann leider doch auch; als ein Eselbesitzer seinen Esel aus dem Anhänger bringen wollte, sträubte sich dieser. Mit hochrotem Kopf begann der in volkstümlicher Tracht Gekleidete darauf hin seinen Schützling wütend zu zerren, schimpfend, und Helfer herbeizurufen. Schnell entwickelte sich nun eine Szenerie wie wir sie von den Pferdeversteigerungen leider nur zu gut kennen.
Als eine RespekTiere-Aktivistin den Tierhalter nun aufforderte keine weitere Gewalt mehr anzuwenden (eigentlich fragte sie nur ob das Entladen den nicht auch ein wenig sanfter geschehen könne…), ließ dieser vom Esel ab und startete mit hochrotem Kopf auf sie zu. Vor versammeltem Publikum attackierte es sie nun verbal höchst erregt; so schnell war sein wahres Gesicht entlarvt…
 Der gute Mann tat seinen ansonst auf Vorsichtigkeit im Umgang mit den Eseln bedachten KollegInnen keinen Gefallen, bewies er doch einmal mehr, dass die Aggressionsschwelle von ‚Nutz’tierhalterInnen einen sehr oft immens niedrige ist…

sehen so glückliche Sieger aus?

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