Rumänien-Kundgebung und Hilfsfahrt!

Am Wochenende fand in Salzburg erneut eine Kundgebung gegen das Töten von Streunertieren in Rumänien statt. Der Protest war ein Teil einer größeren Bewegung, in mehreren Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sollte dabei gleichzeitig auf die nach wie vor brenzlige Situation im Karpatenland hingewiesen werden.
DSC 0001(1)Erinnern wir uns – Rumänien, wo im Zuge des EU-Beitritts das programmmäßige Töten von Straßentieren untersagt worden war, ist nun kurz davor zu alten Vorgangsweisen zurückzukehren. Unter dem Vorwand, die obdachlosen Tiere wären eine Gefahr für die Bevölkerung, versucht die regierende Partei einen Entwurf durchzusetzen, welcher es jedem/r BürgermeisterIn freistellen würde selbst zu entschieden: töten oder versorgen der heimatlosen Hunde und Katzen! Was passieren würde, ist nur zu vorherzusehen – denn die meisten Gemeinden sind natürlich bitter arm, und Töten als kurzfristige Lösung wäre dann leider für viele eine verlockende Option im Gegensatz zur dauerhaften Versorgung von hunderten Hunden in einem Heim (langfristig gesehen, und jede Statistik wird uns hier recht geben, sind nur großflächige Kastrationsprojekte der Schlüssel zum Erfolg, die einzige Möglichkeit, die Problematik dauerhaft in den Griff zu bekommen).
Es sollte jedoch alles anders kommen, ein unerwartet heftiger Widerstand tat sich auf, mit welchem vielleicht nicht einmal die OptimistInnen in der Tierschutz- und Tierrechtsbewegung gerechnet hatten – aber zurück zum Anfang: die Regierungspartei glaubte leichtes Spiel zu haben; doch der Gesetzesentwurf in der besagten Form sollte dann einfach nicht so leicht durchgedrückt werden können wie erwartet, so sehr sich die PolitikerInnen der regierenden Front  auch anstrengten – zu heftig gestaltete sich die Gegenwehr der Oppositionsparteien udn vor allem der TierschützerInnen (erinnern Sie sich, es setzte heftige Proteste vor dem Parlament in Bukarest, sowie vor den Botschaften und Konsulaten europaweit – RespekTiere beteiligte sich daran in Salzburg und in Wien, zusammen mit dem Sternenhof machten wir sogar einen Protest in der rumänischen Stadt Craiova, welcher einen Polizeieinsatz auslöste; übrigens berichteten sogar rumänische Zeitungen über den RespekTiere-Sternenhof-Einsatz vor den jeweiligen Botschaften in Salzburg und München!)!!!
Letztendlich kam dem Kampf für die Straßentiere aber auch ein versuchter Alleingang des Präsidenten zugute, der durch völlig abgehobene Vorschläge ein wildes Durcheinander im Parlament schaffte, alles in Aufregung versetzte – mit einem unplanmässigen Nebeneffekt: die Vorschläge des Staatsvorsitzenden lenkten vom ‚Todesgesetz‘ völlig ab, stellten dieses weit hinten an (der Präsident forderte zum Beispiel eine komplette Neuerung der Verfassung, wollte die Administration des Landes im Blitztempo reformieren, in dem er vorschlug, die existierenden 41 Verwaltungsbezirke in nur mehr 8 große Regionen aufzuteilen). Und all diese Veränderungen sollten möglichst schnell, noch bis Ende Juni, beschlossen werden – ein Vorhaben, das völlig misslang, in diesem Tempo misslingen musste. Die ‚Commission of Public Administration‘, zuständig für die Straßentiere, war nun in heller Aufregung, eine Lawine von neuen Aufgaben der Umstrukturierung drohte; es kam wie es kommen musste (dem Himmel sei Dank) – die Verhandlungen wurden erst einmal bis in den Herbst vertagt!
Das Wichtigste dabei für unsere Sache: das Gesetzt für den Umgang mit Streunertieren verbleibt in selber, unsicherer, Position, bleibt erst einmal wie es war. Die Regierungspartei wird aber im September einen erneuten Anlauf hin zur Massentötung nehmen. Die Hoffnung lebt dennoch, denn jene, welche den Gesetzesentwurf bekämpfen, haben unglaubliche Kampfkraft gezeigt; allein die Tatsache, dass der Entwurf nach all den Versuchen, nach vielen, vielen Tagungen im Parlament, noch nicht zum Gesetz erhoben wurde, verspricht eine heiße Endphase – in Anbetracht dessen, dass jene an der Macht bisher alles was sie vorschlugen durchgeboxt hatten, ist der bisherige Stand wohl schon ein sensationeller Sieg.
Nicht zuletzt deswegen sind alle Proteste von außerhalb Rumäniens nach wie vor besonders wichtig. Sie zeigen dass die Menschen aus den EU-Staaten das Problem nicht vergessen haben und noch immer mit Argusaugen beobachten was in Rumänien vorgeht.
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Was uns noch am Herzen liegt: In den letzten Wochen ist immer wieder das Gerücht aufgetaucht, in vielen Städten wären Prämien für Hundeschwänze und –ohren ausgesetzt worden, von 25 Euro war dabei die Rede. Wir können Sie beruhigen: unsere MitstreiterInnen vor Ort wissen nichts von solchen Grausamkeiten: Oana Popescu vom so großartigen Tierschutzverein Sperante Pentru Animale (www.sperantepentruanimalecraiova.com) meint dazu: ‚25 Euro sind viel Geld in Rumänien. Wenn ein Bürgermeister eines Dorfes oder einer Stadt so etwas propagieren würde, er würde viele Menschen finden, die für viel weniger Geld töten. Eine Flasche Schnaps wäre ausreichend. Ich wiederhole: Ich glaube das Gerücht ist nicht wahr, aber in vielen Plätzen könnten derartige Dinge ohne weiteres passieren und es braucht nicht viel um Menschen zu finden, die solche Verbrechen begehen würden.‘
Wohl nicht nur in Rumänien…
erwinAchtung, Achtung, Achtung: wir werden ab kommenden Sonntag eine erneute Hilfsfahrt nach Rumänien durchführen; zusammen mit dem Sternenhof werden wir dabei mehrere Tierasyle unterstützen und natürlich auch wieder Paster Berno in Timisuara besuchen, mit im Gepäck hunderte Kilo an Gütern für sein Lebenswerk, angefangen von der Arztausstattung bis hin zur Zahnbürste! Wie wichtig diese Fahrten wirklich sind sehen Sie am Bild links: bei einem kurzen Stopp entdeckten wir zwei Welpen in einer Müllhalde; natürlich kamen die Beiden sofort mit uns mit, sie leben heute danke der Vermittlung der wunderbaren Tierärztin MMag. Ute Mehl glücklich und zufrieden in Niederösterreich!
Bitte unterstützen Sie die (über-)lebenswichtigen Hilfsfahrten von respekTIERE IN NOT – bitte helfen Sie uns helfen!

Und dann gibt es am kommenden Samstag erneut eine Kundgebung zu verschiedensten Tierschutzthemen von RespekTiere-VBG! 9-13 Uhr, Treffpunkt Palais Liechtenstein, Feldkirch!!!!

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