was hat Zieselschutz mit Buddhismus zu tun? weit mehr als 6000 gerettete Leben! Flohmarkt-doodle!!!

 

Sie erinnern sich bestimmt, RespekTiere beteiligte sich vor kurzem an einer Kundgebung gegen den geplanten Bau einer buddhistischen ‚Stupa‘ am Wagram in Niederösterreich. Grund unseres Auftretens dort war der dringende Verdacht, dass bei dem unweigerlichem Eingriff in die Natur – die Friendenskirche soll doch rund 33 Meter hoch in die Landschaft ragen (die Gebäudehöhe beträgt gut 18 Meter, plus der zusätzlichen Höhe der aufragenden Spitze) – eine dort vermutete hohe Anzahl von als ‚streng geschützt‘ eingestuften Tierarten zu Schaden kommen könnte. Neben den so selten gewordenen Vogelarten wie Wiedehopf und Bienenfresser soll es auch eine kleine Population von Zieseln geben, die, so sie tatsächlich existiert, auf Grund der Artenschutzgesetzte alleine schon einen dringenden Baustopp einfordern würde.
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Foto: hier auf diesem wunderschönen Gelände soll die ‚Stupa‘ entstehen!

Zeit zum genauesten Recherchieren bleib uns freilich leider nicht – wenige Tage vor dem ‚Spatenstich‘ erfuhren wir doch überhaupt erst von der Problematik. So nahmen wir vorausblickend auf einer Sitzung von ‚Rettet den Wagram‘ teil, um ein besseres Bild von der Sachlage zu ergattern. Dort schienen die getätigten Vorwürfe durchaus plausibel, und wir entschlossen uns im Sinne der Tiere an besagter Kundgebung mit mittels eines stummen Protestes teilzunehmen.

Allerdings, so mussten wir bald erkennen, um den Tierschutz geht es den GegnerInnen des Bauprojektes wohl nur am Rande; vielmehr stört man sich an der ‚fremden Kultur‘ oder bestätigt den politischen Kleingeist, wenn biedere Interessen aneinandergeraten. Zudem, wir als Tierrechtsorganisation wollen uns keinesfalls in ein politisches Raster pressen oder uns gar  instrumentalisieren lassen, treten ohne links oder rechts zu blicken alleine für die Sache der Tiere ein, stellte sich bald heraus, dass die ‚Bürgerinitiative‘ doch ziemlich blau eingefärbt ist.
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Foto: ein stummer Protest war geplant…RespekTiere mti Unterstützung der ‚Animal Rights Activists!



Zur Demo beabsichtigten wir wie erwähnt einen stummen Protest unsererseits. Allerdings, die ‚MitstreiterInnen‘ hatten anderes vor; mit lautem Getöse und alles übertönender Musik aus mannigfaltigen Lautsprechern störte man die Veranstaltung, und selbst während eines gemeinsamen Gebetes des buddhistischen Mönches mit einem katholischen Pfarrer hielt man nicht von solch nervtötenden Maßnahmen Abstand – im Gegenteil, erschallte nun erst recht ein sehr ordinäres Lied, eigentlich eine Hommage an den für den Stupa-Bau eintretenden Bürgermeister der Gemeinde, in voller Lautstärke aus der Musikanlage. Unter den eigenen Leuten verteile man hierfür extra mitgebrachte Ohrstöpsel, was wohl alles sagt.
Dies sind nicht unsere Vorstellungen von Protestkultur, und wir distanzieren uns ganz scharf von solchen Maßnahmen. Wie gesagt jedoch, für die Tiere standn wir an jenen Orten, und in diesem Sinne verbreiteten wir auch unsere Botschaft – lärmfrei, dies sei nochmals betont!
Natürlich muss man, will man eine gerechte Meinung bilden, auch die ‚Gegenseite‘ hören. Und so trafen wir uns dieser Tage mit den Initiatoren des Projektes, dem buddhistischen Mönch Bop Sunin und Frau Elisabeth Lindmayer vom Stupa-Institut. Wir entschuldigten uns für die Ereignisse im Zuge des Protestes, erklärten aber natürlich selbstredend auch unseren Standpunkt und warum wir eine stumme Kundgebung an jenem Tag für richtig erachteten. Gemeinsam begingen wir dann das Gelände, sprachen über die Tiere, über die Menschen, über Entgleisungen und natürlich über den gemeinsamen Wunsch nach Frieden und Schutz für die tierlichen BewohnerInnen der idyllischen Hügel. Erwähnt in diesem Zusammenhang werden sollte auch, bis zum heutigen Tage gibt es nicht eindeutige Vorlagen über die vermeintliche Anwesenheit geschützter Tierarten, zumindest nicht am besagten Gelände selbst – eine Zieselkolonie soll sich weiter unterhalb, außerhalb des Einflussbereiches der Kirchenbauer, befinden. Mönch Bop Sunin erklärte uns die unabdingbare Verbundenheit von Mensch und Tier, den Glauben, wonach alle lebenden Geschöpfe als gleichwertig erachtet werden, und warum zum Beispiel dann auch ‚Mensch‘ ganz bewusst auf fleischliche Nahrungsmittel ‚verzichten‘ sollte. Warum so viele TierschützerInnen einer buddhistisch geprägten Lebensweise so viel mehr abgewinnen können, als den so oft im Gestern verharrenden Ansichten der katholischen Kirche in Bezug auf die Tiere, konnte schnell erahnt werden…
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Alles in allem passierte das Gespräch in aller Ehrfurcht und  Harmonie. Wir als Verein RespekTiere, wir werden nun noch endgültige Sicherheit in der Ziesel- und Vogelartenfrage zu erringen versuchen, sollte sich deren Anwesenheit am Gelände jedoch tatsächlich als nicht nachweisbar gestalten, wird unser Weg ein anderer sein; denn dann suchen wir erneut ein intensives Gespräch mit jener Seite, um vielleicht das eine oder andere Projekt in Sinne der Tiere gemeinsam zu beginnen. Es soll nämlich rund um die rund 80 qm große Kirche ein Naturgarten entstehen, der möglichst vielen Tieren Lebensraum bieten würde. Lebensraum fern von bäuerlichem Interesse, wo anders als den Gerüchten nach in umliegender Nachbarschaft der Einsatz von Gift oder anderen Mitteln, um ‚lästige‘ Nager und dergleichen fern zu halten, tabu ist. Auch das ist eine Überlegung zumindest wert, und wäre eine gänzlich neue Sichtweise. Oft liegt das Heil für die Dinge anders gelagert als man es sich im ersten Moment denkt – deshalb ist eine bestimmte Flexibilität oft wesentlich besser als ein rigides Festhalten an einem allenfalls falschem Weg.
Natürlich aber, sollte sich dennoch herausstellen, dass der Bau einen Eingriff in die Artenschutzbestimmungen darstellt, werden wir am Protest festhalten und diesen dann auch dementsprechend verstärken! Eine definitive Entscheidung können wir baldigst treffen – eine namhafte Zieselexpertin hat uns Unterstützung zugesagt, wir werden in den nächsten Tagen zusammen das Grundstück inspizieren und dann ausfürhlich darüber berichten!
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Wird diese Idylle (siehe Fotos) durch den Bau beeinträchtigt? Uns würde Ihre Ansicht in der Sache sehr interessieren – bitte schreiben Sie uns an info@respektiere.at! Wir freuen uns auf Ihre Meinung!!!
 
Unfassbare Schlagzeile der letzten Tage – das Land Niederösterreich gedenkt seiner Verantwortung gegenüber des Artenschutzes nicht mehr nachzukommen! Die Anzeichen hin zu diesem unerträglichen Schritt mehren sich – in jenem Bundesland steht der Schutz des Ziesels, der Nr. 1 auf der ‚Roten Liste‘ bedrohter Tierarten, tatsächlich auf der Kippe! Zugegeben, schon bis jetzt war die direkte Hilfe von Seiten der zuständigen Behörden für die bedrohten Nager gelinde gesagt ‚überschaubar‘ – siehe unseren Kampf für die im Raum Krems ansässigen Ziesel und die Unterstützung dafür von amtlicher Seite… – doch was jetzt die Runde macht, schlägt dem Fass wirklich den Boden aus! Ab Mai will das blau-gelbe Donauland den Schutz der Tiere generell auf Eis legen – und das alles in einem Moment, wo der Naturschutzbund besorgt vermeldet, dass 2015 bei 94 Vorkommen im Land nur mehr 689 Ziesel gezählt wurden!!!! In 8 ehemaligen Kolonien  ist den Untersuchungen zufolge der Bestand überhaupt auf Null reduziert…
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Dass Niederösterreich aber laut EU-Richtlinien eigentlich dazu verpflichte ist für den Artenschutz zu sorgen, scheint nebensächlich. Einzig sicher scheint im Augenblick, es wird es für dieses ‚Problem‘ eine typisch österreichische Lösung geben, wie gehabt wahrscheinlich jene der ‚verschlungenen Pfade‘ und rhetorischen Spitzfindigkeiten!!!
Mitten hinein in die Problematik verfasst der ‚Kurier‘ dieser Tage einen Artikel, welcher einen weiteren Keulenschlag für unseren Einsatz für die Ziesel darstellt. In besagtem Report nämlich kommt ein Landwirt zu Wort – der übrigens sonderbarerweise dann auch noch neben dem von uns aufgestellten ‚Danke (für das langsam fahren im Zieselgebiet, Anm.)-Schild‘ posiert – der von immensen Ernteschäden in der Landwirtschaft spricht. Natürlich kennt der gute Mann dann auch Kollegen, ‚denen ganze Felder kahl gefressen worden sind‘. Wie immer aber melden sich genau diese nicht selbst zu Wort – wer mag’s verstehen? Der selbsternannte Experte weiß dann auch die im Bezirk Krems ansässige Zieselpopulation richtig einzuschätzen; er spricht von ‚50 000 Zieseln, alleine in der Umgebung‘ – erinnern wir uns, der Naturschutzbund nannte eine Gesamtzahl von nicht einmal 700 Tieren… Es gibt da ein Sprichwort, ‚Schuster, bleib bei deinen Leisten‘, doch das ist eine andere Geschichte!
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‚Bei aller Wertschätzung‘, kommt nun auch ein ÖVP-Landtagsabgeordneter namens Josef Edlinger zu Wort, ‚bei aller Wertschätzung gefährdeter Arten muss man sagen, dass die Population zu groß geworden ist‘. Der Politiker beziffert die Schäden in der umliegenden Landwirtschaft dann auch gleich mit haarsträubenden 200 000 Euro! Jetzt folgt ein weiterer, ja nahezu unfassbarer Satz – ‚Sogar an den Trauben in den Weingärten vergriffen sie sich erstmals‘!!!! Lassen wir uns diese Anklage auf der Zunge zergehen – denn tatsächlich essen Ziesel keine Trauben, haben es niemals getan. Doch nun, in einem Augenblick, wo leider wieder so viele der Weinbauern – wie damals bei der Beinahe-Ausrottung in den 70er-Jahren, nichts lieber als einen neuen Vernichtungsfeldzug gegen die possierlichen Nager starten möchten, hat sich die gesamte (Ziesel-)Evolution wohl über Nacht genetisch verändert; niemals zuvor war es so, aber ab 2015, da laben sie sich plötzlich an Trauben…
Eingangs erwähnter Landwirt hat übrigens auch eine (Teil-)Lösung für das Problem parat; und wie könnte die anders lauten als folgend: ‚Wenn die Allgemeinheit Interesse hat, die Ziesel zu schützen, müsste sie auch die Schäden zahlen.‘ (Quelle: Kurier, 05.04.2016)

Hier können Sie den Artikel nachlesen: http://kurier.at/chronik/niederoesterreich/bauern-beklagen-ziesel-schaeden/190.987.936
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Einmal mehr geht es also nur ums Geld, um eine neue Möglichkeit, Unterstützung für was auch immer zu erhalten– selbst wenn es Fakt ist, dass rund 31 % sämtlicher EU-Gelder in der Landwirtschaft (Förderungen und Direktmaßnahmen) versickern, ist das augenscheinlich immer noch nicht genug. Abschließend sei deshalb noch ein ermüdendes, sich im Kreis drehendes, ständig wiederholendes Schauspiel erwähnt: wenn es nicht Ziesel sind, deren Tun Ausgleichszahlungen verlangt, sind es postwendend andere Tierarten, für deren imaginäre Schäden der/die SteuerzahlerIn aufzukommen hat. Und wenn es eines Tages keine Tiere mehr gibt, dann muss die Allgemeinheit eben wieder für andere Dinge, beispielsweise für das Wetter geradestehen – bleibt einmal die Dürre aus, richtet halt der viele Regen großen Schaden an, ein andermal ist es die Hitze, dann der Frost, dann der Hagel… ein nie endendes Gezetere, dass die Bevölkerung irgendeinmal nicht mehr hören wird können, so viel ist sicher. Denn im Gegensatz zum Niedergang der Tierpopulationen ist der Anstieg des Lebensstandards bei vielen LandwirtInnen (wir verwehren uns an dieser Stelle der Verallgemeinerung) nur zu offensichtlich.
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Fotos: Reihe 1, die letzten Tafeln sind aufgestellt! rechts: die Tageszeitung ‚Österreich‘ zeigt eine unserer Demos, zusammen mit der IG-Marchfeld! Reihe 2: diese Zieseltafeln wurden nur durch den von uns erzeugten Druck aufgestellt! rechts: Zieselbeobachtungen – die ersten Tiere sind gerade erwacht, und schon wieder gibt es viele Tote auf den Straßen…

                       

Übrigens: kennen Sie die entlarvende österreichische Redensart betreffend der LandwirtInnen? Also, sie formuliert sich folgendermaßen: Wisst Ihr, warum die Kinder von Bauern so oft viel zu kleine Schuhe tragen müssen? Damit sie nur ja rechtzeitig das Jammern lernen…



Unsere Krötenschutz-Projekte in Niederösterreich
waren einmal mehr sooo unsagbar wichtig – langsam neigt sich die Rückwanderung nun endlich dem Ende zu und es wird Zeit für eine erste Zwischenbilanz; die ist mehr als beeindruckend: mehr als 6 000 Kröten konnten von den HelferInnen sicher über die Straße gebracht werden, zu den Spitzenzeiten manchmal mehr als 500 am Tag! Und wie kräfteraubend die Einsätze waren, zeigt sich erst jetzt, nach dem ersten Durchatmen; tatgtäglich von den frühen Abendstunden bis oft Mitternacht diesem Stress ausgesetzt sein, hinterlässt Spuren! Es gab bei den Einsätzen viele Superlativen – von der Anzahl der geretteten Kröten bis hin zu den gefahrenen Kilometern – wir werden noch eine genauere Bilanz erstellen! Unfassbar aber zum Beispiel ein Wert: unsere so großartige Aktivistin Christine Schreiner aus Linz legte im Gesamten eine Wegstrecke von rund 1500 Kilometer zurück, um den Kröten beizustehen…

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Fotos: Reihe eins: die Kröten tauchen oft wie aus dem Nichts aus dem Gras auf! Reihe 2: Krötenrettungsteams – und noch viel mehr HelferInnen waren täglich an beiden Stellen vor Ort! Reihe 3: Christine im Einsatz – in zwei Wochen unfassbare 1500 Kilometer für die Kröten!

Achtung, Achtung, Achtung! Morgen Samstag, große Artenschutzdemo in Linz! Im Speziellen wird es dabei um den geplanten Krähenmord in OÖ gehen, welchem 25 000 Vögel zum Opfer zu fallen drohen!!!! Treffpunkt 13 Uhr, Landhaus!!!



Nächstes Wochenende steht unser großer Flohmarkt im Salzburger Kleingmainerhof, Morzgerstr. 27, an!!!! Wir brauchen noch dringendst HelferInnen – wer Zeit und Lust hat, bitte tragts Euch in den doodle-Kalender ein!!! Auch Kuchenspenden wären ganz, ganz wunderbar!!! 

Der Beginn der Arbeiten ist bereits am Donnerstag, wo wir am frühen Abend die ersten Sachen in den Saal fahren; Freitag Aufbau, ab ca. 9.30 Uhr!

Samstag Flohmarkt, 9-17 Uhr! Sonntag 10 bis 17 Uhr! Danach Wegräumen! Sooo viel Arbeit steht an, bitte seids dabei!!!

Wer helfen kann, bitte tragts euch ein in den Doodle-Kalender für den Flohmarkt! Wäre ganz wichtig, damit wir planen können!

http://doodle.com/poll/4rtxeyfmbcfwkgvx

 
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