Entscheidungstage in Bratislava-Treffen mit Dipl. Ing. Arch. Elena Pätoprsta

 

Und wieder ein Schicksalstag in der Slowakei! Erneut steht ‚unser‘ kleines Katzenasyl im Brennpunkt, denn nachdem sich die Situation in den letzten Wochen einigermaßen beruhigt hatte, stellt sich nun heraus, die kurzfristige Entspannung sollte einmal mehr nur die Ruhe vor dem Sturm gewesen sein! Wieder gibt es nämlich einen Anlauf von politischer Seite das Asyl zu schließen, nun mit der vagen Zusage, später einen kompletten Neubau am jetzigen Gelände zu machen und die Räumlichkeiten dann einem Tierschutzverein zu übergeben. Ob das dann auch so passieren würde? Die tatsächliche Chance ist wohl nicht so hoch, vielmehr könnte es das völlige Aus für eine Tierherberge an jenem Standort bedeuten. Zusätzlich traurig, ist Frau Havranovra’s Asyl doch Bratislavas erstes Tierheim überhaupt!
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Fotos: all diese Güter konnten wir wieder mitbringen!

Doch die Hoffnung stirbt zuletzt, es gibt nun auch wieder einen Silberstreifen am Horizont; eine Abgeordnete, die wunderbare Frau Dipl Ing. Arch. Elena Pätoprsta, hat sich inzwischen auf RespekTiere-Seite eingeschaltet und kämpft mit allen Mitteln für einen Erhalt! So kam dieser Tage ein gar wichtiges Treffen zwischen uns und der Politikerin zustande. Bei den Gesprächen in der slowakischen Metropole wurde schnell klar: Frau Havranovra als Person steht leider auf verlorenem Posten. Sie hat sich aus verschiedenen Gründen viele Feinde gemacht, und so steht und fällt die Chance für den Verbleib des Asyls mit dem ihren – nur wenn sie den Vorsitz der betreibenden Organisation, AOZ, abgibt, könnte sich daraus eine Möglichkeit ergeben, die Tierherberge im Anschluss unter neuer Führung wie gehabt weiterzuführen! Frau Havranovra bewies tatsächlich Größe und übergab die Führungsposition, und zwar an unsere langjährige Weggefährtin, Frau  Anna Backova! Ein Umstand, der uns natürlich mit großer Freude erfüllt, so viel sei verraten – nicht umsonst bezeichnen wir Anna gerne als den ‚Engel von Bratislava‘!
Punkt 2 in der absoluten Notwendigkeit ist dann die (zukünftige) Rolle von RespekTiere im Zusammenhang mit der Thematik; denn nur wenn wir als langjähriger Unterstützer einen bindenden Vertrag mit AOZ eingehen würden, wo wir uns als verlässliche Vertragspartner-Organisation ausweisen, dann wird Frau Dipl. Ing. das Ansuchen um den Weiterbestand erfolgreich abwickeln können! Natürlich haben wir sofort entsprechende Schritte eingeleitet und warten nun auf das Parlaments-Sitzungsergebnis.

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Foto: hoffentlich erfolgreiche Besprechung in vertrautem Rahmen über die Zukunft des kleinen Asyls; v.l.n.r. Max, Dipl. Ing. Arch. Elena Pätoprsta, AOZ-Vorsitzende Anna Backova, Tom

Selbstverständlich gibt es dann keine Slowakei-Fahrt, ohne ‚unser‘ Tierheim selbst zu besuchen. Bevor wir dorthin gelangen konnten, hielt das Schicksal allerdings eine böse Überraschung bereit – wir fanden unser Auto mit einer ‚Fußfessel‘, einer Parkklammer am Reifen wieder! Letztendlich erschien die Polizei aber schnell am ‚Tatort‘, und ein kurzes Gespräch später kostete uns das Vergehen 20 Euro… mit Rechnung wären 50 fällig gewesen… 🙂

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Im Asyl führt im Moment ebenfalls der bitterkalte Winter Regie. Heizmaterial muss besorgt werden, die Temperatur in den Räumen beträgt in den frühen Morgenstunden dennoch nicht mehr als 7 oder 8 Grad Celsius. ‚Schuld‘ ist der Einzelheizungsofen, der mit einer Füllung eben nur ein paar Stunden Wärme abzugeben im Stande ist. Erst wenn Frau Havranovra frühmorgens in ihrem eiskalten, nur ca. 6 qm großen Zimmer erwacht und nachlegt, steigt die Temperatur wieder an.
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Fotos: Frau Havranovra in ihrem kleinen Zimmer… und vor dem kleinen Ofen, der das gesamte Asyl beheizen muss!
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Foto: Anna, die neue Vorsitzende von AOZ, im Asyl!

Es gibt eine weitere schlimme Nachricht: Blacky, sie erinnern sich bestimmt an ihn – jener 20jährige Hund, der seit einem Alter von wenigen Monaten im Tierheim lebt – ist an Krebs erkrankt. Die Zellen breiten sich in seinem Alter dem Himmel sei Dank nur langsam aus und die Medikamente helfen ihm, aber dennoch ist sein Zustand ein besorgniserregender geworden. Er hat viel Gewicht verloren, ist – entgegen seiner früheren Gewohnheiten – plötzlich völlig anhänglich, giert geradezu nach Zärtlichkeit. Wir hoffen von ganzem Herzen, es möge ihm noch eine längere Lebenszeit beschienen sein. Die behandelnde Tierärztin wird alles dafür tun, in bestmöglich zu betreuen.

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Foto: der alte Blacky, sichtlich gezeichnet…
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Foto: ein bisschen Liebe und Pflege…

Wir entladen dann schnell noch die mitgebrachten Sachen, trinken eine Tasse heißen Tee und verlieren uns ein bisschen in herzerwärmenden Gespräche ob der Zukunft.
Wird es gelingen das so liebgewonnene Asyl zu erhalten? Inshalla, so Gott will; wir werden baldigst vom Ausgang der richtungsweisenden Sitzung berichten!!!

In den letzten Wochen ist im Staate Österreich eine beängstigende Entwicklung im Gange; das für den Tierschutz zuständige Gesundheitsministerium legte zum Beispiel eine Novelle zum Tierschutzgesetz vor, wo tatsächlich viele Punkte neu aufgesetzt werden sollen, welche in Folge eine eklatante Verschlechterung bisherigen Standards bedeuten würden – und dass, obwohl der Verfassungsrang des Tierschutzes jegliche Änderung bestehener Gesetzte zu deren Nachteil schlichtwegs untersagt! Sämtliche Tierschutzvereine haben daraufhin dem Ministerium die Meinung gesagt, jetzt warten wir ab, ob der Wahnsinn tatsächlich so stattfinden soll.
Unser Brief, eine Kampfansage an das Ministerium, lautete übrigens wie folgt: 


RespekTiere-Stellungnahme TSchG-Novelle 2016

An das

Bundesministerium für Gesundheit und Frauen
Radetzkystraße 2
1031 Wien
Per E-Mail an legvet@bmgf.gv.at
 
Sehr geehrte Frau Bundesministerin Dr. Sabine Oberhauser, MAS,
sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben die geplante Novelle zum Tierschutzgesetz mit großem Interesse gelesen und sind über einige darin enthaltene Faktoren wirklich entsetzt!
Wir könnten nun all die zur Änderung geplanten Punkte einzeln durchgehen, aber eigentlich genügt eine kurze Erinnerung an die Statuten zum Verfassungsrang  des Tierschutzes: darin ist nämlich unverrückbar festgehalten, dass eine Veränderung im Tierschutzgesetz niemals und zu keiner Zeit zu einer Verschlechterung dessen führen darf! Was sie vorschlagen, ist aber zweifelsohne ein gewaltiger Rückschritt und daher weder akzeptabel noch rechtmäßig. Wir bitten deshalb zur sofortigen Überdenkung und Überarbeitung des Entwurfes in den von sämtlichen Tierschutzorganisationen beanstandeten Punkten.
Sie wissen, wir und viele andere haben 10 Jahre und mehr für den Tierschutz-Verfassungsrang gekämpft, und bleibt die jetzige Vorgehensweise aufrecht, so versprechen wir, alle uns zur Verfügung stehenden (selbstredend legalen) Mitteln einzusetzen, um diese zu bekämpfen. Sie wissen auch, wir haben viel Erfahrung in der Organisation von Protesten und in der Aufklärungsarbeit der Bevölkerung. Es wird sich, ein Versprechen, schnell eine breite UnterstützerInnen-Front finden. Solche Schritte würden uns aus vielerlei Gründen zwar unsagbar leidtun, binden sie doch erneut unsere Kräfte für diese Sache, wo wir doch mit so viel anderen unaufschiebbaren Aufgaben inmitten von ungemein wichtiger Arbeit stecken, aber wir würden alles hinten anstellen, um Sie zum Umdenken zu bewegen. Wie schade diese zusätzliche Belastung wäre, und zwar für alle Seiten (wo wir doch vielmehr als Gesamtheit für Verbesserungen eintreten sollten), braucht keine extra Erklärung. Hier werden Sie uns sicher Recht geben.
Deshalb, bemühen wir uns zusammen um Verbesserungen, denn hierfür gibt es wahrlich Arbeit genug für uns alle! Lassen Sie uns eine Vorreiterrolle im Tierschutz in der Union einnehmen, mit vorbildlichen Gesetzen, Sie werden sehen, der Lohn für die Mühen wird ein großer sein!
Mit besten Grüßen
Verein RespekTiere

1(8)  Dem nicht genug, setzte Innenminister Wolfgang Sobodka diese Woche noch eines drauf; er sprach tatsächlich davon, das Recht auf freie Meinungsäußerung einzuschränken, auf eine Art und Weise, welche vor allem auch die Tierschutzarbeit wesentlich erschweren würde, es faktisch unmöglich machen würde, Kundgebungen gegen TierausbeuterInnen weiterhin effektiv stattfinden zu lassen – https://www.facebook.com/respektiere

Fakt ist, wir müsssen den Anfängen solcher Entwicklungen wehren – alle gemeinsam, bevor es zu spät ist!!!

Achtung, Achtung! Am kommenden Montag, 06.02., geht pünktlich um 18 Uhr das Radio RespekTiere wieder on-air! Thema der Sendung wird eine Geschichte aus eigener Feder, erzählt aus der Sicht der Tiere, sein, eine Sendeart, welche wir in Zukunft öfters wiederholen werden! Also, vergesst’s nicht einzuschalten, die Welle der Radiofabrik ist auf 97, 3 oder 107,5 zu empfangen, per livestream (www.radiofabrik.at) oder über cablelink 98,3!

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