4 tote Kälber und ein Nachspiel – wir erstatteten Anzeige!

Es ist einfach nur unfassbar, wie viele Fälle von schwerer Tier-Vernachlässigung es immer noch gibt!
Letzte Woche entdeckten hoch engagierte Tierschützerinnen auf der Suche nach einer Katze in einem Stall in der Nähe der bayerischen Ortschaft Fridolfing drei tote Kälber; eines der Armen war dann wohl auch schon vor längerem verstorben, der Körper wies bereits starke Spuren von Verwesung auf – und war trotzdem nicht entfernt worden!

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Die wunderbaren Tierschützerinnen setzten daraufhin alle Hebel in Bewegung, aber der folgende Kontakt mit der Polizei und dem Veterinäramt stellte sich für sie als wenig befriedigend heraus – in Fakt wurde die Aktivistinnen sogar getadelt, nun, da es schon späterer Abend geworden war, hätte die Angelegenheit ‚wohl auch bis morgen früh Zeit gehabt‘… ja, man ließ durchblicken, es wäre eine überzogene Reaktion, wegen welcher die Beamten zu so später Stunde noch von zu Hause weg mussten. Die Frage ist: wie anders hätten sie reagieren sollen? Welcher Mensch mit Herz findet drei übereinander gehäufte Kälber und geht nach Hause schlafen, ohne vorher entsprechende Schritte zu unternehmen? Wer anders als Veterinäre und Amtsorgane können eine derartige Situation wirklich richtig einschätzen? Und wessen Arbeit und Verantwortung – abgegolten durch Zulagen –  ist es, jederzeit erreichbar zu sein, eben um eine besagte Sachlage einzuschätzen?

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Wie konnte es unter diesen Voraussetzungen dann auch anders sein, der Tatbestand wurde zwar erkannt, aber offensichtlich leider als ‚nicht so schlimm‘ bewertet;  es wäre durchaus normal, dass einige Kälber sterben würden – selbst wenn es sich dann bei einer Anzahl von insgesamt 6 Tieren um eine Verlustrate von 50 % handelt (später stellte sich heraus, es gibt insgesamt 8 Kälber am Hof, wobei… – aber bitte lesen Sie weiter!)….
Wie auch immer, Vet-Amt sowie Polizei walteten ihres Amtes, und welche Vorkehrungen getroffen wurden, deren strikte Umsetzung und Einhaltung ist nun eine Sache der Exekutive und der Gerichte! Ein wachsames Auge wird dabei aber ständiger Begleiter sein – das des Tierschutzes nämlich!

Wir wissen natürlich, es ist für die Behörden auch nicht immer so einfach, oftmals sind ihnen alleine der Gesetze wegen die Hände gebunden; Gesetze, welche noch immer von den Tätern mitbestimmt und viel zu oft für dieselben ausgelegt sind, ‚Handlungsspielraum‘ lassen… Deshalb möchten und dürfen wir nicht müde werden, einmal mehr zu einem Miteinander aufzurufen, zum alleinigen Wohle der Tiere, wo zwischenmenschliche Differenzen so ganz und gar nichts zu suchen haben (auch der Umgang mit uns TierschützerInnen ist zweifelsfrei nicht immer ganz so einfach wie wir es vielleicht denken, so selbsreflektierend müssen wir schon sein..)! Anmerkung: das zuständige Veterinäramt, jenes mit Sitz in Traunstein – so viel möchten wir hinzufügen – war in der Vergangenheit nach unseren Anzeigen immer bemüht, jegliche Angelegenheit schnell und unbürokratisch zu überprüfen und jeden Fall nach bestem Wissen und Gewissen zu erledigen; deshalb vertrauen wir auch in diesem Falle auf eine rasche Wendung hin zum Guten…

Wie richtig die Aktivistinnen in unserem Falle gehandelt hatten, stellte sich schon in den nächsten Tagen heraus, dann nämlich, als ein weiteres Kalb tot aufgefunden wurde; letztendlich sollten also von ehemals 8 Kälbern 4 verstorben sein! War also ein schnelles und bestimmtes Handeln, der Ruf nach sofortiger Hilfe, tatsächlich überzogen? Bitte beurteilen Sie selbst! Vielmehr wahrscheinlich ist, wären die Behörden nicht sofort am Hof erschienen, wäre die Sterbensrate in den folgenden Tagen vielleicht sogar nochmals hochgeschnellt!

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Foto: so sieht die Lage nun aus: ein Kalb aus irgend einem Grund in einem körpergroßen Käfig – tragen manche Landwirte wirklich so wenig Mitgefühl in sich? Statt zumindest Milchaustauscher ist der Futterkübel vollgestopft mit Stroh – als Alibihandlung nach der Intervention der Behörde?

Nach dem Auffinden des 4 Opfers und dem Schrillen aller Alarmglocken wurde nun RespekTiere gerufen – und kurzum erhielten wir – selbstredend anonym zugesandt – einige ganz aktuelle Fotos  aus dem Stall! Und diese sind alleine schon furchtbar genug, aber die Tatsache eingerechnet, dass das Veterinäramt samt Polizei am Intervenieren ist, veranschaulichen sie einen echten Skandal! Denn obwohl der Stall unter den gegebenen Umständen unter Aufsicht steht, stehen die Tiere darin noch immer im Mist, zumindest ein Kalb scheint in sehr schlechtem Zustand, geplagt von Schuppenflechten, ein weiteres ist ein einer körpergroßen Box eingesperrt. Warum es dort ist, wir wissen es nicht so genau, denn der Stall selbst ist gähnend leer; es befinden sich weniger als 10 Rinder in der riesigen Halle. Der Landwirt wird eine Ausrede parat haben, wird die Unterbringung wahrscheinlich auf die Tatsache hinführen, dass andere Kälber an einer ansteckenden Hautkrankheit leiden; dennoch, Platz wäre mehr als genug, um das arme Tier anderswo mit mehr Bewegungsfreiraum unterzubringen. Weiters: Wasser ist in völlig unzureichendem Ausmaß vorhanden (oder besser ’nicht vorhanden‘), die Tränken von einigen der Tiere verdreckt und andere sowieso leer. Erschwerend kommt hinzu – schon im September des Vorjahres war das Vet-Amt vor Ort, schon damals hatte es eine Anzeige wegen Vernachlässigung der Tiere gegeben…  hat hier die Kontrolle versagt?

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Foto: Kalb gezeichnet von einer Hauterkrankung – ob eine solche in derartigem Schmutz ausheilen kann?

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Foto: Lebensraum für ein Kalb? Eher Höllenfolter!

Wir erstatteten neuerlich Anzeige und fordern nun ein besonders intensives Handeln; den Gerüchten zufolge möchte der Bauer die Tierhaltung einstellen (ob das vielleicht der Grund ist – er hat bereits die allermeisten verkauft – dass er sich einfach nicht mehr dazu aufraffen möchte, sich um die Verbliebenen in ausreichendem Maße zu kümmern???), aber solange Kühe in seinem Hof sind, muss in jedem Falle zumindest die Versorgung jener zu 100 % gewährleistet sein!
Die Frage bleibt: Wie kann es sein, dass ein Landwirt seine Tiere total vernachlässigt, im offensichtlichen (Mit-)Wissen der Nachbarn und des zuständigen Tierarztes, mit fatalen Folgen für die Leidtragenden, und das einzige, was am Abend übrig ist, ist eine Andeutung der Behörden auf eine Überreaktion der TierschützerInnen?

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Fotos: Reihe 1: nun wurde zwar zumindest in den Iglus und in der winzigen Box eingestreut, aber Futter gibt es anscheinend trotzdem keines; selbst Flüssigkeit sucht man vergeblich, trotz der heißen Tage…

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Fotos: Schmutz Ja (links) – Futter, altes, vergammeltes Heu; Wasser Nein…

Was sind die Folgen, die Moral aus der Geschichte, für den Täter? Wer stellt sicher, dass das Sterben kein fortgesetztes ist, dass die Tiere ausreichend Nahrung und Wasser erhalten, und was überhaupt passiert mit den Rindern, die immer noch am Hof sind? Das sind die vordergründigen Dinge, die es nun zu klären gilt!

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Wir werden beobachten und die Antworten auf diese Fragen in all ihren Aspekten selbstverständlich so schnell als möglich veröffentlichen!

Achtung, Achtung! Diese Woche – dank des Feiertages schon von Mittwoch an bis einschließlich Samstag – findet die Veganmania in Wien statt! RespekTiere ist natürlich wieder mit dabei – bitte besuchen Sie unseren Stand am Freitag (von 10 bis 20 Uhr) und Samstag (von 10 bis 18 Uhr)!!!

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