Helfen, wo Hilfe gebraucht wird – der Einsatz in Rumänien!

Es sollte fast Mittag werden, die Sonne strebte bereits unaufhörlich ihren höchsten Stand am gleisenden Sommerhimmel entgegen. Die Temperatur nahm seit den Morgenstunden im rasenden Tempo zu, die Luft aufgeheizt, die Quecksilbersäule des Thermometers übersprang langsam, aber mit unersättlicher Leichtigkeit die 30-Grad-Marke. Das Auto stand bereit, wir hatten die letzten Notwendigkeiten sicher verstaut, der Transporter bis unter das Dach vollgepackt. Gut eine Tonne an Gütern, vor allem aber rund 800 kg davon an Hundefutter, fand Platz im RespekTiere-Mobil. Mit vereinten Kräften war die Sammelaktion einmal mehr ein voller Erfolg gewesen, auch und gerade wegen der unentbehrlichen Unterstützung durch die Pfotenhilfe (www.pfotenhilfe.com) in Lochen und anderer Tierschutzvereine sowie so vieler privater TierfreundInnen für das Projekt ‚Futter für die Hunde in Temeswar‘!

 

Foto: gut 800 kg an Hundefutter werden wir alsbald in Temeswar entladen 🙂

Startklar schnurrte der Motor des orangen Panzers, bereit für die große Fahrt – wieder einmal sollte es also in die rumänische Banat-Metropole gehen, zur Familie Oprea, wo neben den Betreiber der Rettungsinsel selbst auch noch weit mehr als 100 hungrige Hunde mit großer Vorfreude auf unser Eintreffen warteten!

Die ungewöhnlich späte Stunde des Losfahrens war geschuldet gesundheitlichen Komplikationen, welche einen zeitigeren Reisebeginn verunmöglicht gemacht hatten. Noch am frühen Vormittag war es nicht klar gewesen, ob denn der Hilfseinsatz überhaupt hätte stattfinden können, doch nun sollte der Arzt im Krankenhaus Krems sein OK gegeben haben – dem Himmel sei Dank, denn Fam. Opreas Hunde dürften wohl unter keinen Umständen an menschlichen Problematiken Hunger leiden müssen…

Günther, seines Zeichens nun auch schon längst ein ‚Veteran‘ bei Rumänienreisen – schon einige Male sind wir zusammen ins Karpatenland gereist – ist beim ersten Sonnenstrahl aus Salzburg gestartet. Wohlbehalten angekommen in meinem Elternhaus bei Krems, nur unweit von Wien, fiebert er genau wie ich der neuerlichen Reise entgegen, derart wichtig der Auftrag, völlig unaufschiebbar! Und so nehmen wir dann endlich in den weichen Sitzen Platz, etwas geplagt noch von Schmerzen, aber hoffnungsvoll, dass wir erneut genau dort unersetzliche Hilfe bringen werden, wo diese am allerdringensten gebraucht wird!

Bald schon finden wir uns auf der berüchtigten Süd-Ost-Tangente um Wien wieder, zu unserem großen Glück präsentiert sich das Nadelöhr zu jener Stunde entgegen den Befürchtungen staufrei! Im Fernen leuchtet die Skyline Wiens, nicht zu vergleichen mit jener der US-Großstädte, aber inzwischen wohl imposant genug. Kein Zweifel, Österreichs Metropole, seit mehr als einem Jahrzehnt namhaften Umfragen zufolge die lebenswerteste Stadt der Welt, ist von internationaler Bedeutung, die pulsierende Lebensader des rot-weiß-roten Banners!

Bald verschwinden die Umrisse der Häusermeere in den Rückspiegel, vor uns breiten sich die winddurchfurchten Ebenen Pannoniens aus. Wien, Niederösterreich, dann sind wir schon im Burgenland, wo wir kurz den Highway verlassen; einmal mehr haben unsere dortigen Freundinnen Doris und Moni viele Sachspenden gesammelt und so treffen wir uns an einem Supermarktparkplatz, um die Güter zu übernehmen – vom Hundefutter bis hin zu Lebensmittel für die beiden alten Menschen, alles ist dabei (ein gnz besonderer Dank geht an dieser Stelle auch an Frau Maritta Teufl, welche ihrerseits an die 300 kg Hundefutter beitragen konnte)! Ob der späten Stunden haben wir es freilich wieder sehr eilig, allerdings muss noch Zeit bleiben für eine schnelle Verabschiedung – so wunderbar, dass wir uns über derart großartige UnterstützerInnen freuen dürfen!!!

Eine halbe Stunde später schon stehen wir der Grenze zu Ungarn, wo routinemäßig die schmerzhaft teure Autobahn-Vignette im ÖAMTC-Container zu erstehen ist. Dann verschluckt uns das Land, gezeichnet von Windrädern und bis auf die entsetzlichen Monokulturen lebensleeren Feldern – tatsächlich ist kaum ein Vogel zu erspähen, kein Hase kein Reh; woran das liegt, darüber spekulieren wir seit vielen Jahren. Eine Erklärung würde darin liegen, dass ein vermehrter Pestizid-Einsatz jegliches andre Dasein als die angebauten Pflanzen in sich erstickt, aber eine solche Behauptung aufzustellen, würde ein Vielmehr an Recherche benötigen. So registrieren wir den Fakt einfach, nehmen ihn mit einer bedrückenden Frustration wahr, aber schenken ihm schließlich keinen weiteren Gedanken…

 

Foto: außerhalb der unzähligen Tierfabriken findet sich kaum tierliches Leben…

Es soll tatsächlich der sich angekündigte brütend heiße Tag werden, das Quecksilber des Thermometers steigt rasch in den absoluten Hitze-Bereich. Anfangs trübt keine Wolke den Himmel, allerdings, fast punktgenau als wir die rumänische Grenze erreichen, präsentiert sich der Himmel plötzlich in dunkleren Farben getaucht. Dennoch, ein heißer Wind weht über durstige Ebenen, die sich ihrerseits bald in einer sanften Hügellandschaft verlieren. Schafe weiden entlang des Weges, und je tiefer man ins Inland vordringt, desto mehr Tiere, vom Menschen genutzte, erspäht das müde Auge. Allesamt bewacht von Hirten, und als ob die Zeit stehen geblieben, verbringt oft ein einzelner Mensch seinen ganzen Tag damit, um manchmal auch nur auf eine Kuh oder 2, 3 Schafe oder Ziegen aufzupassen. Zeit ist hier noch nicht mit jenem Faktor versehen, der uns in mitteleuropäischen Gefilden längt zur Qual geworden ist.

Endlich erreichen wir dann auch unser heutiges Ziel, wir dürfen wieder einmal bei der so fantastischen Frau Doina einkehren, welche uns schon mit ihrem unfassbar gütigen Lächeln empfängt! Struppi, erinnern Sie sich vielleicht, jene Hündin, welche wir aus dem letzten Kastrationsprojekt zu der Engelsgleichen bringen durften, begrüßt uns voller Freude – bestimmt erkennt sie uns sofort! Bald sitzen wir dann auch schon in Frau Doina’s Zaubergarten, unter schattenspendenen Bäumen, und genießen den Abendausklang bei selbstgemachten Hollersaft und einem wohlschmeckendem Abendessen!

 

 Foto: Struppi, ebenfalls aus dem Kastrationsprojekt, in Frau Doina’s Heim!

   
   

Fotos: am Bauernhof von Frau Doina’s Kindern gibt es jede Menge Arbeit!

Früh am Morgen wecken uns erste sanfte Sonnenstrahlen. Das Land ist getaucht in herrliche Farben, etwas matt noch, von Schatten durchzogen, aber bereits der Tagesbeginn verheißt erneut die kommende Hitze. Tatsächlich, all die Tiere in Frau Doina’s Märchenwelt suchen jetzt schon, wo der Zeiger kaum die 7 Uhr-Marke erreicht hat,  Schutz unter den Bäumen und Sträuchern. Frau Doina selbst, die Gute, macht ihrem Ruf als passionierte Frühaufsteherin alle Ehre und erwartet uns schon mit einer Tasse duftenden Kaffee, dazu gibt es frisches Brot und herrliches Gemüse – so darf ein Tag gerne beginnen! 🙂

 

Foto: auch Struppi ist schon hellwach!

Bald aber schon sitzen wir im Sprinter, wir wollen so schnell als möglich zu Colt Alb, dem Asyl der Fam. Oprea. Auf den Weg dorthin statten wir dann noch der so fantastischen Dr. Kiss in der Klinik von NetAP, unseren PartnerInnen des vergangenen so hervorragenden Kastrationsprogrammes, einen Besuch ab – die Wiedersehensfreude ist eine große, zusätzlich ist dann auch noch Alina, welche damals die gute Seele des Mega-Einsatzes verkörpert hat, sowie Christina, ebenfalls unentbehrlich im besagten Projekt, zugegen. Gemeinsam leisten sie hier Unvorstellbares, wenden mit unentwegten Straßentier-Kastrationen unermessliches künftiges Leid ab. Der Andrang in der Klinik ist ein riesiger, viele VierbeinerInnen warten auf Behandlung; wir möchten deshalb nicht länger Zeit für uns in Anspruch nehmen, und so verabschieden wir uns mit innigen Umarmungen, natürlich mit dem Versprechen, am Nachmittag nochmals vorbei zu kommen. Dr. Kiss ‚entlässt‘ uns aber nicht ohne eine eigentlich unfassbare Neuigkeit mit auf den Weg zu geben: sie entführt uns dazu in den kleinen Hinterhof, wo langfristige PatientInnen einen Freilauf haben, und dort treffen wir jene alte Hündin wieder, welche wir beim Projekt im April im letzten Moment noch habhaft werden konnten – die Arme, außerhalb des Asyls in den Büschen und zerfressenen Metall-Containern lebend, hatte damals kaum mehr ein Haar am Körper, ihr Gesundheitszustand war ein äußerst besorgniserregender; kurzum, sie wäre ohne Hilfe heute wohl nicht mehr am Leben… So aber, mit der Zusage, dass wir ein zu Hause für sie finden würden, konnte sie Aufnahme in der Klinik finden, wurden behandelt und umsorgt – und sieh sie Dir heute an: sie ist nicht wiederzuerkennen, schaut um Jahre jünger aus, ist sooooo unfassbar süß!!! Ja, sie wird mit uns den Rückweg antreten, und dann an einem gar wundersamen Ort ein Leben in Herrlichkeit fristen…sie darf zu der Pfotenhilfe nach Lochen, wo sie am vereinseigenen Gnadenhof eine wohlverdiente ‚Pension’ genießen und ein sorgenfreies Dasein führen wird!!!!

Aber nicht nur ihre Verwandlung lässt uns mit Staunen zurück – damals umsorgte Dr. Kiss und ihr Team auch einen Schäferhund, welcher aufgrund eines Zusammenstoßen mit einem Auto eine Querschnittslähmung erlitten hatte. Die Diagnose war denkbar schlecht, und ich hatte mich von ihm bereits verabschiedet; es schien sicher, ich würde ihn nie wieder sehen, lag doch eine Euthanasie in der Luft, er, der nichts mehr aß und sich nicht mehr bewegen konnte… Nun läuft er uns entgegen, ein bisschen schwach auf den Beinen zwar, aber er benutzt sie!!! Was für ein Tag!!!

 

Draußen am Hof schläft auch ein sogenannter ‚Kampfhund‘; als er uns erblickt, ein wahrer Riese, erschrickt er zu Tode, versucht sich zu verstecken. Dr. Kiss beruhigt ihn, von ihr lässt er sich streicheln, aber vor uns, vor allem vor Männern, hat er furchtbar Angst; was war ihm zugestoßen, seine Seele zerknittert, was hat ihm sein Halter zuvor angetan? Eine Schande der Menschheit, es ist eine stumme Anklage an unsere Rasse, was da aus den Augen dieses Hundes entgegen flimmert…

 
 

Foto: die so fantastische Dr. Kiss kümmert sich liebevoll um den Armen!

Die Zufahrt zu Colt Alb zeigt sich fast so schlimm wie während des Projektes, nur hat es nun seit Tagen nicht geregnet. Dennoch stehen am Pfad tiefe Pfützen, von der Sonne trotz tagelangen 34 Grad nicht besiegt, welche uns ein Vorwärtskommen erschweren. Spurrinnen in der matschigen Erde, so tief, dass ein Reifen darin beinahe versinken könnte, die Wegesränder von Abfall verunziert. Hie und da qualmt ein Müllberg, dicke Rauchschwaden steigen in den Morgenhimmel, es riecht nach verbranntem Plastik und Verwesung…

Fotos: auch in ‚Colt Alb‘ gibt es neben den tierlichen Problematiken auch noch umwelttechnische, die dringend einer Lösung harren…

Dann endlich, wir schaffen es bis zum Asyl – Frau Oprea erwartet uns dort bereits: und mit ihr eine Hundemeute, laut bellend, die Lärmkulisse fast angsteinflössend. Aber nur fast, denn die Freude, so viele bekannte Tiergesichter wiederzusehen, ist eine viel stärkere als die mögliche Furcht! Arthos ist der erste, er, der von einem tiefen Knurren in ein leichtes Zwicken übergeht, nur um Sekunden danach lammfromm seinen Rücken am Erschreckten zu reiben; dann folgen Titsa, jene Hündin, deren Gesicht von einem Geschwür gezeichnet gewesen war, herausoperiert vom schweizer-rumänischen Ärzteteam, und all die anderen so liebgewonnen Hundewesen! Wie wunderschön, allesamt scheinen sie zufrieden, allesamt so gesund als unter den gegebenen Umständen überhaupt möglich, allesamt lebendig und verspielt! Ja, es ist noch immer kein schöner Ort, jener von Colt Alb, es ist noch immer ein Ort der allgemeinen Triste, aber er ist kein Vergleich zu jenem, welchen wir im August 2016 angetroffen hatten! Denn nun wird er beherrscht von Leben, Leben, welches sich augenscheinlich am Dasein erfreut!

 

Die Umgebung hat sich dann aber leider nicht verändert, Baracken, Gerümpel, Alteisen, verrostete Container und von den Elementen zernagte Unterkünfte für Mensch und Tier treiben Tränen in die Augen der BetrachterInnen, aber wie gesagt – und dieser Punkt ist wohl erst einmal der allerwichtigste – wenigstens sehen die Hunde nun soooo viel besser aus! Kein Kratzen ist zu bemerken, keine ersichtlichen Wunden, keine haarlosen Geschöpfe blicken uns entgegen. Natürlich, einige der HeimbewohnerInnen humpeln oder zeigen andere altersbedingte Abnutzungserscheinungen, aber vergessen wir nicht: manche dieser Hunde sind bereits im stark fortgeschrittenem Alter, und selbstredend war die Versorgung über all die Zeit hinweg bei weitem nicht eine optimale. So etwas hinterlässt Spuren, Spuren, die nicht in wenigen Monaten zu tilgen sind, in Fakt wahrscheinlich nie verlöschen werden. Aber im Angesicht all dessen hätten wohl selbst die größten Optimisten nicht eine derartige Metamorphose erwarten können! Die Freude über diese Entwicklung ist nicht in Worte zu kleiden, auch wenn es bewusst sein muss – hier wartet eine jahrelange Herausforderung, im Prinzip ist noch nichts geschafft, und diese Menschen hier, die werden unsere Hilfe genau so dringend brauchen wie ihre Tiere, vielleicht oder sogar sehr wahrscheinlich bis ans Ende Ihrer und ihrer Schützlinge Tage…

   
   
   

Fotos: erste Reihe, angekommen in ‚Colt Alb‘ (Colt Alb bedeutet übrigens ‚White Fang‘, die englische Bezeichnung des weltberühmten Romans ‚Wolfsblut‘ von Jack London); Frau Oprea gönnt sich eine Minute Ruhe; Reihe 2, wir fahren den Van zum entladen auf das Gelände; rechts: von den Hunden getötete Ratten finden sich überall; Reihe 3: Frau Doina steigt aus, sie ist die unentbehrliche ‚Brücke‘ zu Fam. Oprea; rechts: Miti, der ehemals Obdachlose, nun Helfer der Fam. Oprea!

Auch Herr Oprea kommt aus dem Haus, geschwächt, schwer gehbehindert, aber immer noch mit jenem Leuchten in den Augen, welches ein ‚niemals Aufgeben‘ versprüht. Der Helfer erscheint, aus dem Nichts, seine Statur noch schlanker als vor 2 Monaten, seine Augen noch tiefer in den Höhlen. Aber ein Lächeln umspielt seine Lippen als er uns sieht, und ein noch größeres, als wir ihm extra für ihn mitgebrachte Arbeitskleidung überreichen!

Dann beginne wir den ob der abenteuerlichen Zufahrt bis obenhin verschmutzen LKW zu entladen; gut 800 kg, wahrscheinlich mehr, an Hundefutter wechselt den Besitzer, es wird in einem der leeren Container verstaut; ob denn die allgegenwärtigen Ratten dort nicht rein könnten, müssen wir wissen; Herr Oprea verneint, dafür würden die Hunde sorgen… und tatsächlich überall finden sich tote Nager, zu mutig für diese Welt, den hoffnungslosen Versuch gewagt, durch hunderte Hundebeine hindurch zum Garten Eden zu gelangen…

 
   
   


Lange überlegen wir, wie denn in Zukunft am besten geholfen werden könnte; Futterlieferungen, die sind selbstverständlich, lebensnotwendig, aber auch das Umfeld würden wir gerne verbessern. Einen Weg durch die Anlage, das ist ein Fernziel, dafür aber benötigt es die Mithilfe Ortsansässiger. Im Moment könnten wir ein Gartenhaus kaufen, um das Futter darin wirklich sicher unterzubringen – aber Fam. Oprea hat einen anderen Vorschlag: viel mehr wäre gedient, nachdem sie den Container als eine für die Ratten unerreichbare Oase halten, wenn wir einen Generator besorgen könnten… es gibt keinen Strom am Gelände, wird es auch von städtischer Seite wahrscheinlich nie geben, also muss ein anderer Weg gefunden werden. Sie hatten früher einen Stromerzeuger, doch der hat längst w/o gegeben. Jetzt im Augenblick ist die Sonne einzige Lichtquelle, kein Kühlschrank, kein Fernseher und keine Glühbirne kann betrieben werden. Eigentlich unvorstellbar…

Ok, wir versprechen uns umzusehen, werden am späten Nachmittag wiederkommen!

 

Dann verabschieden wir uns, ein dicker Kuss der Frau Oprea verrät ihre Freude, und schon hat uns die Straße wieder; sagte ich Straße? Erneut versinken wir im Morast, nun wurde auch noch eine Müllladung über den Weg gekippt und nur mit Müh und Not schaffen wir es, den orangen Sprinter sicher auf Asphalt zu bringen!

Am Weg zum nächsten Baumarkt erspähen wir einen Zirkus; die ArtistInnen sind gerade dabei, das Zelt zu erreichten, die Eröffnung wohl erst in einigen Tagen. Schon aber ist ein Elefant am Gelände, beäugt von Dutzenden Schaulustigen, einsam und verloren. Surreal, wie er mit dem Kopf webt, im Hintergrund die Großstadtkulisse, rechts daneben ein riesiges Werbeschild mit der Aufschrift ‚Hornbach‘… die Menschen machen Selfies, ein Bild mit einer verlorenen Seele, und merken gar nicht, dass damit die ihre gemeint ist…

 
   


Im Baumarkt erstehen wir tatsächlich einen großen Generator – da wird Fam. Oprea aber staunen! 🙂 Auch zwei größere Kanister kaufen wir, an der Tankstelle mit Benzin gefüllt, wird der Inhalt den Stromerzeuger zur Höchstleistung treiben!

Dann geht es zu Frau Donia’s Haus, wir können es kaum erwarten, der Hitze ein bisschen zu entfliehen und im Schatten einen Kaffee zu genießen! Doch die Ruhe ist eine kurze; schon finden wir uns wieder auf der Straße, in Richtung NetAP-Klinik, wo wir einiges an Hundezubehör für Dr. Kiss und die ihren mitgebracht haben! Aus dem geplant kurzen Gespräch wird selbstredend mehr als eine Stunde, so entspannt und nett ist die Atmosphäre. Und so wichtig sind solche Gespräche, verbinden sie doch jene, welche an gemeinsamen Zielen arbeiten (das Zusammentun von RespekTiere und NetAP, die eine Seite für die medizinische, die andere für die Versorgung ‚zuständig‘, hat eindrucksvoll bewiesen, wieviel mehr ein ‚Gemeinsam‘ bringen kann)!

Aber dann müssen wir los – wir können es gar nicht erwarten, das PS-starke Ungetüm zu überreichen… Die Freude währt allerdings nicht lange; Frau Oprea ist den Tränen nahe über das Geschenk, Herr Oprea dank dem Himmel und uns, aber der Generator…springt und springt nicht an!

   

Eine geschlagene Stunde lang versuchen wir alles, Zündkerze rein, Zündkerze raus, die Einstellungen verändern, Ruhen lassen, Choker aus, Choker an, es hilft nichts; mit einem Biss auf die Lippen laden wir das Gerät zurück in die Schachtel, verfrachten diese im Wagen und zurück geht es zum Baumarkt – wo wir schließlich eine weitere gefühlt Ewigkeit damit verbringen, vom Verkäufer zu erfahren, dass der Stromerzeuger defekt und kein zweiter auf Lager ist. OK, jetzt, bereits am beginnenden Abend, die Uhr zeigt nach 7, hilft es eh nix – wir bekommen unser Geld zurück, werden die Nacht über nachdenken, und morgen wahrscheinlich einen anderen, teureren, kaufen müssen – so Gott will!

 

Am Nachhauseweg passiert noch ein Missgeschick, wir stoßen leicht gegen einen anderen Wagen; mit 75 bitteren Euros Bußgeld ist die Sache aber auch schnell erledigt…

Die Nacht ist erneut eine sehr kurze; der Hahn kräht viel zu früh, weckt uns verlässlicher als jeder Wecker es würde tun können. Die ersten Sonnenstrahlen versprechen abermals einen kommenden heißen Tag, das Land längst ausgedörrt, schreit förmlich nach Wasser. Selten zuvor hat es, so hören wir immer wieder, auch in Rumänien derartige Wetterkapriolen gegeben; nach den sintflutartigen Regenfällen und bitterer Kälte bis weit in den Frühsommer hinein jetzt diese Periode mit derart hohen Temperaturen, die Erde bricht, gibt den Elementen nach, staubig, knochenhart. Die dürren Felder übermitteln Bilder, wie wir sie ansonsten nur aus den afrikanischen Trockenzonen kennen. Noch ist der tatsächliche Sommerbeginn nicht einmal erreicht, doch schon in den frühlingshaften Jahreszeiten lässt sich erahnen, was die wirklich heißen Monaten bringen könnten… nicht jedermann/frau ist wohl bei solchen Gedanken.

 

Foto: Schafhirten mit ihren teils riesigen Herden finden sich überall in Rumänien…

Nach dem beherzten Frühstück geht es wieder in Richtung Stadt, hier von Sanandrei sind es gut 10 Kilometer bis zur Stadtgrenze von Temeswar. Vorbei führt der Weg an den letzten freien Wiesen, bis zur zu den Anfängen der Metropole; Temewar hat eine enorme Esslust und breitet sich in rasendem Tempo aus, wie ein gefräßiges Monster, dessen Appetit nie gestillt ist – dutzende halbfertige Bauten bezeugten den Heißhunger. Aber nicht nur die Stadt selbst, auch die Ortschaften rundherum erleben einen wahren Bau-Boom, und wo sich früher Kühe, Schafe und Ziegen gütlich taten, entstehen ständig neue riesige, kalte Hallen, von internationalen Konzernen lieblos in eine sich stetig verändernde Landschaft gestellt. Ohne Muster, ohne erkennbaren Faden, jede davon in ‚Einzellage‘, ganz so, als ob es keine Flächenwidmungspläne gäbe; eine völlige Zersiedelungen der einstig wunderschönen Umgebungen ist derarts unvermeidlich, und es wird der Tag kommen, wo man sich zu Recht ärgert über die verlorene Chance, die Ursprünglichkeit zu bewahren. Stattdessen hat man sich augenscheinlich dazu entschieden, zu einer bloßen Ausstelle westeuropäischer Interessensvertretungen zu werden, mit billigem Grund und Boden und noch billigeren Arbeitskräften ins Karpatenland gelockt…

 

Foto: die so entsetzlichen Monster-Hallen, überall im Land verstreut…

Frau Doina erzählt, früher lag ihr Haus am Ortsende, nun ist es fast ins Zentrum gerückt; davor breitet sich eine neue Siedlung aus, moderne Bauten, die jede Bäuerlichkeit vermissen lassen, vor den Zugängen parken jeweils zwei, drei Autos. Ja, die Modernisierung, diese neue Art des Lebens, ist unvermeidlich, aber das Problem dabei besteht in der Tatsache, dass sie mit ungeheuerlicher Schnelligkeit Besitz von Land und Leuten ergreift. Die belebte Natur verwickelt in einen puren Überlebenskampf, ohne jedoch über die entsprechenden Abwehrmechanismen zu verfügen, gerät der Rückzugskampf schnell zu einem haltlosen Massaker, die ausweglose Vernichtung unabwendbar. Derart geprüft, bezieht sich ‚früher‘ leider nicht mehr auf eine längst vergangene Zeit fern der Erinnerung, eine Epoche, welche die wenigstens von uns miterleben konnten; das heutige ‚früher‘ liegt blosse 15 oder 20 Jahre zurück. Damals, zumindest bis zur Revolution, so erfahren wir, war das Land, im Besitz der Gemeinden, geprägt von Wiesen und Weiden, und alle BewohnerInnen nutzen diese kostenlos für ihre Tiere; so grasten, nochmals bemerkt vor weniger als 20 Jahren, dort wo heute Fabriken stehen, mehrere hundert Kühe, dazu unzählige Schafe und Ziegen, und es gab sogar eigene Weidegründe – jene entlang der Bachläufe – speziell für die Enten und Gänse. All das gehört der Vergangenheit an, einer Ära, die unwiederbringlich verloren ist; nicht einmal die Erinnerung hat Bestand, die Vergänglichkeit ist die Maske des Vergessens. Ja, Sie wissen, vieles lässt sich vielleicht einmal nach dem Erkennen des Irrweges ‚re-naturieren‘, in einen halbwegs gehabten Zustand rückverwandeln, nicht aber die einstige so charmante Unschuld; das Besondere an ihr, ist sie nämlich erst einmal verloren, kommt sie niemals zurück…

Foto: ein Esel wird in den Schatten geführt, aber dort leider erneut angepflockt; Foto unten: noch vor wenigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, nun ist es vielleicht ein Zeichen für eine neue Einstellung gegenüber des ‚besten Freundes‘ des Menschen – Hundefutter in den Regalen in (deutscher) Bio-Qualität!


Wir finden uns wieder in der Mega-Hornbach-Filiale, wo letztendlich die Entscheidung auf den großen Generator fällt – das Monstrom hat 13,5 Pferdestärken, wird bestimmt mit seiner enormen Leistung viele Bedürfnisse erfüllen können! Es sind 600 gut angelegte Euro, bedenkt man der sich durch die Maschine bietenden Gelegenheiten. Alleine die Selbstverständlichkeiten – Licht in den Räumen – rechtfertigen wohl die Anschaffung. Nahrungsmittel können nun gekühlt werden, ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Faktor, einer jener, welche wir rundum verwöhnt längst zu schätzen verlernt haben… Dieses Mal sind wir allerdings gescheiter als beim ersten Kauf, fahren noch schnell zur nächsten Tankstelle, kaufen dort Benzin, zurück ins Geschäft, und probieren den Stromerzeuger vor Ort aus. Er läuft gut, alles scheint ok!

 

Foto: die für den Osten oft so typischen Plattenbauten, auch in Temeswar häufig zu ‚bewundern’…

Frau Doina ist wieder mit uns unterwegs; die Herzensgute, trotz ihrer Behinderung durch das kaputte Knie lässt sie sich nicht davon abbringen, uns unschätzbare Dienste mittels Übersetzung zu leisten! Bald erreichen wir auch das Asyl, freundenstrahlende Oprea’s stehen zur Begrüßung bereit. Wie Familie, läuft es mir kurz durch den Kopf, und als wir das Gerät entladen, ist das Glücksgefühl bereits derart ansteckend, dass wir uns doch etwas verschämt die eine oder andere nasse Stelle von den Wangen wischen!

Günther hat auch darauf bestanden eine neue Schiebekarre mitzubringen, die alte, zum Füttern der Hunde unentbehrlich, ist durchgerostet und das Rad wird sich zudem sehr bald aus der Verankerung lösen.

 
   
 Fotos, Reihe 2: Einladen bei Hornbach; rechts: Aufbringen des RespekTiere-Aufklebers! 🙂  

Jetzt gilt es sich aber wirklich und endgültig zu verabschieden. Zuerst sind die Hunde dran, jeder von uns hat längst seine eigenen Lieblinge, und noch ein schneller Kuss für die Frau Oprea. Im Rückspiegel sehen wir sie winken, ja, jede Verabschiedung, so hat einmal ein namhafter Philosoph gesagt, birgt auch ein bisschen Sterben in sich; wie recht der Gelehrte doch hatte…

Etwas stiller als zuvor geht es zurück zu Frau Doina’s Heim; wir sind in Gedanken versunken, jede/r von uns in seine/ihre eigenen. Allerdings, die Stimmung erhellt sich schließlich wieder, als der Kaffee durch die Maschine läuft und seinen herrlichen Duft verbreitet! Ja, bei allen Problemen für die Zukunft, so viel Gutes ist doch schon passiert seit unserem ersten Besuch bei Fam. Oprea, und selbst wenn die Knacknüsse noch immer unfassbare sind, wer mag bezweifeln, dass das, was hier bisher geschafft wurde, zumindest einen silbernen Streifen, nein, viel mehr einen echten Hoffnungsschimmer auf das Firmament der Zukunft wirft???!

 


Am späteren Nachmittag besuchen wir in unserer journalistischen Tätigkeit auch den Zoo von Temeswar; so viele derartige Einrichtungen haben wir bereits dokumentiert, dass eines Tages aus dem gesammelten Material ein Buch entstehen wird – und dieses, es sei vorweg genommen, wird ein Zeugnis der Schande für die Menschheit sein (wir werden in einem eigenen Newsletter nochmals auf den Zoo von Temeswar eingehen)! Leider klappt heute der sonst immer problemlose freie Zutritt mittels Pressekarte nicht; schweren Herzens zahlen wir deshalb den Eintritt, ein Szenarium, welches wir im normalen immer vermeiden, weil das Kaufen des Tickets ohne Zweifel die Tierquälerei hinter Gittern fördert. Ob das aber auch hier der Fall ist, bei 0,70 Euro Kartenpreis?

 

Fotos: viele Tiere gibt es dem Himmel sei Dank nicht im Zoo von Temeswar; aber selbst die wenigen leben in einer ziemlichen Triste…

Es ist nun schon früher Abend, aber eine ganz wichtige Aktion soll den Tag beschließen – nämlich die unverzichtbare Kundgebung auf allen Ostfahrten gegen das Töten von Straßenhunden! Schnell ist hierfür der richtige Platz ausgesucht, aber das wissen Sie längst: wir hatten ja in den letzten Neuigkeiten bereits eingehend über die tolle Aktion berichtet!

 
   


Ach ja, als es bereits dunkel zu werden beginnt, stoppen wir noch bei einem Einkaufsmarkt, einer riesigen Filiale der französischen Kette ‚Auchan‘, welche im osteuropäischen Raum weit verbreitet ist. Ein paar vegane Produkte sind schnell gefunden, wie überall in Rumänien, aber leider gibt es dort auch eine große Fischabteilung; zwei überdimensionierte Becken mit lebenden Tieren sollen KäuferInnen anlocken; darin drängen sich Forellen, im zweiten Karpfen, in solcher Dichte, dass die Armen sich kaum drehen können. Eltern bleiben mit ihren Kindern stehen, klopfen an den Scheiben, übersehen dabei aber geschlossen das entsetzliche Tierleid – wie das möglich ist, es ist einfach nicht zu verstehen! Dem Verkäufer hingegen entgeht nicht unsere Bemühung, den Wahnsinn auf Fotos zu verewigen, einige unfreundliche Worte in die Richtung der Fotografierenden deuten, dass wir besser weitergehen sollten. Auch die Menschen bemerken die Diskrepanz und einige unterhalten sich nun – hoffentlich wird darüber nachgedacht, ob so eine Haltung von Lebewesen tatsächlich nur irgendeine Berechtigung hat – jedenfalls, wir werden der Kette ein bestimmtes Schreiben zukommen lassen und sind sehr gespannt auf die Reaktion!

 

Positiv ist das Hinweisen auf die Herkunft von Eier; aber was hilft’s, wenn dennoch gerade Käfigeier zu Tausenden die Regale füllen???


Schließlich, die Sonne zieht sich bereits hinter den Horizont zurück, erreichen wir wieder, müde aber zufrieden, Frau Doina’s Heim. Nun, es wird unser letzter Abend dieser Reise sein, sitzen wir nochmals zusammen und lassen die vielen Ereignisse Revue passieren. Frau Doina, ich wiederhole mich, aber es muss so sein, ist ein derart wunderbarer Mensch, dass man es nicht oft genug erwähnen kann. Ja, sie ist eine der größten Persönlichkeiten, die ich jemals kennen lernen durfte, und das einzige Gefühl, welches ihr halbwegs gerecht wird, ist jenes er unverrückbaren Liebe… sie ist eine der HoffnungsträgerInnen für die gesamte Menschheit, eines jener Exemplare des Homo Sapiens, welches der ganzen Spezies einen Stempel aufzudrücken imstande ist, nämlich den, dass für unsere Art doch noch nicht alles verloren ist…

 

 

Heute ist der Tag der Rückreise! Schon vor fünf Uhr morgens mitteleuropäischer Zeit weckt uns das schrille Klingeln des Weckers; ein schnelles Frühstück, dann gilt es sich von Frau Doina zu verabschieden. Es fällt schwer, dieses Mal besonders, so sehr haben wir sie ins Herz geschlossen – was den Trennungsschmerz aber erträglicher macht, ist die Tatsache, dass wohl nicht allzu viel Zeit vergehen wird, bis wir uns wiedersehen! Die Pflicht ruft, Colt Alb braucht unsere Hilfe; wenn alles klappt und mit ihrer Hilfe werden wir noch vor dem Herbstbeginn wieder hier sein.

Jetzt gilt es ‚Lady‘ abzuholen, heimzubringen in ein neues Leben! In der Tierarztpraxis von NetAp warten bereits die hoch engagierten Dr. Kiss und Alina auf uns; gestern hätten wir uns noch treffen sollen, auf einen Abschiedstrunk, doch leider haben wir den Termin verpasst, geschuldet der so wichtigen Kundgebung, des Rechercheunternehmens ‚Temeswar Zoo‘, sowie dem überbordenden Verkehrsaufkommen der Großstadt. Es hilft nichts, Arbeit gibt es in einem derart überwältigenden Ausmaß, das wissen wir alle; und so ist auch niemand enttäuscht, wenn ‚Privates‘ immer hinten angestellt ist…

 

Foto: Alina und Dr. Kiss machen Lady reisefertig!

Ein kurzes Gespräch, einige feste Umarmungen später, und die wunderbare Hündin hat auch schon im Van Platz genommen. Unfassbar, wie brav sie da ist, die ganze Reisezeit, von 7 Uhr morgens bis nach 17 Uhr, bellt sie kein einziges Mal, ‚Lady‘ schläft oder blickt verständnislos um sich. Wen verwundert’s, welche Situation für sie, vor wenigen Wochen noch in aussichtsloser Lage, dann die unerwartete Rettung, ohne Wissen, was denn passiert; ein medizinischer Eingriff, Medikamente, aber alles garniert mit viel, viel Liebe. Und jetzt das – eine überlange Autofahrt! Wer soll das begreifen, wie schnell sich die kompletten Lebensumstände zu ändern vermögen?

   
   

Fotos: Lady endlich in Österreich!

Die Rückreise vergeht allerdings wie im Flug, zumindest für uns. Es ist heute dem Himmel sei Dank nicht so brechend heiß, in Temeswar wohl wegen der frühen Stunden, und ab Ungarn verdunkelt sich das Firmament zusehends, es beginnt sogar immer wieder zu regnen. Die Quecksilbersäule klettert auf nicht mehr als 25 Grad, bleibt oft sogar deutlich darunter – kurzum, gute Fahrbedingungen. An der rumänisch-ungarischen Grenze stehen wir etwas, aber spätestens danach läuft alles perfekt.

Bald sehen wir auch schon die Windräder, die rot-weiß-rote Fahne weht stolz im aufkeimenden Wind: Heimatluft!

Alles ist gut gegangen, wir haben die Versorgung der Colt Alb-Hunde für die nächsten 2 Monate sicher gestellt, Lady in ein neues Leben entführen dürfen – wie es ihr am so fantastischen Gnadenhof der Pfotenhilfe in Lochen geht (von ganzem Herzen ‚Danke‘, ihr Lieben!!!), darüber werden wir noch ausführlich berichten – und der Fam. Oprea neben vielen Lebensmittel auch ‚Licht‘ gebracht; ganz sicher wird der neue große Generator eine wesentlich verbesserte Lebensqualität gewährleisten!

 

Jetzt gilt es einmal ein paar Stunden auszuruhen, das Morgen erwartet uns mit wichtigen Aufgaben – vorher aber lehnen wir uns kurz zurück und atmen durch: soooo schön ist es, den Tieren helfen zu dürfen! Wir danken dem Himmel und Ihnen, Sie, die solche Einsätze erst ermöglichen… Apropos ‚Himmel‘; ein Fazit der Reise ist dann jenes: in Zeiten wie diesen, wo Religion wieder eine größere Rolle in den Köpfen zu spielen scheint, wo ein Gott zwar immer derselbe ist, wenn auch mit anderem Namen angerufen, wo Kriege im Namen des Schöpfers in der Luft liegen, sollte uns eine Tatsache umso mehr bewusst sein – solange auch nur ein Tier unter der Allmacht des Menschen leidet, genau solange muss unser Ruf nach Erlösung durch das Göttliche ein Hohn in dessen Ohren sein. Erlösen werden wir uns nur selber können, und ein erster, umso wichtigerer Schritt auf dem Weg MUSS die Befreiung der Tiere aus der Tyrannei des Menschen sein. Sonst verhallt jeder Versuch, Eintritt in ein Paradies zu erlangen, ungehört; sollte es aber anders sein, der Stellenwert der Tiere derart klein, dass ein derartiger Ort auch ohne sie existiert, ich persönlich würde unter solchen Umständen nicht in einen Garten Eden aufgenommen werden mögen. Ist für sie kein Platz vorgesehen, will auch ich keinen Fuß dorthin setzen, dann würde ich lieber die Verdammnis wählen. Denn unter solchen Wesen, welche alleine ‚Menschsein‘ huldigen, würde ich keinen Tag zu verbringen ertragen, und ganz bestimmt nicht eine Ewigkeit… nicht auf Erden und nicht anderswo!  

 
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