Anzeige gegen Jäger, Anzeigen gegen uns… Naturpark und Zeitungsbericht

Wir sind gerade noch am verdauen des Strafbefehls wegen der Hummeraktion im salzburgerischen Wals, da ist dieser Tage schon der nächste RSa-Brief bei uns einflatterte.

Wieder müssen wir eine Stellungnahme zu unserem Verhalten in Bezug auf Recherchetätigkeit abgeben, wo der Landwirt den Beschuldigten mit direkten Lügen seinerseits konfrontiert. Konkret geht es dabei um jenen Landwirten, wo wir vor kurzem eine schreckliche Haltung von verschiedenen Tieren – Hühnern, Enten, Wachteln, Schweinen, usw. – aufdecken konnten.

Jetzt behauptet der gute Mann, ‚der RespekTiere-Obmann und drei weitere unbekannte Personen‘ hätten sich ohne seine Zustimmung und sein Wissen Zutritt zu den Stallungen verschafft. In Wahrheit aber hatte er uns selbst seine Tiere gezeigt, uns sogar zu einem weiteren Besuch eingeladen, wo er dann – weil gerade mit Arbeiten am Haus beschäftigt – uns tatsächlich aufforderte, den Hof doch alleine anzusehen, er würde später nachkommen.

Argumentiert wird unfassbarer Weise mit dem §13, 1. Ziffer 8 Alm- und Kulturflächenschutzgesetz!!! Soll dieser an sich seltsame Paragraf für die Tierhalter nun einen Freibrief zur durch Außenstehende nicht mehr kontrollierbaren Tierquälerei darstellen?

 

Fotos: schon sehr mutig, angesichts socher Zustände bei sich zu Hause noch den Mund weit aufzureißen versuchen um andere schlecht zu machen…

Nicht nur, das derartige Anzeigen viel Kraft und Energie binden, lästig sind, sie kosten auch dementsprechend viel Geld – Geld, welches IMMER und ohne Ausnahme aus privater Kasse bezahlt wird, weil RespekTiere keine Spendengelder für Strafverfahren verwendet. Bestimmt wissen das die TierhalterInnen, sie zielen geradewegs darauf ab und möchten einfach nur Schaden anrichten, nun, nachdem sie gebrandmarkt sind als Tierquäler. Ganz so, als ob dadurch ihr eigens Vergehen einen geringeren Stellenwert bekäme. Sie denken dann vielleicht, irgendwann werden wir mit solcher Recherchearbeit aufhören, einfach, weil der finanzielle Verlust schmerzhaft ist. Und ja, sie haben in diesem Punkt recht, er ist schmerzhaft, sehr sogar; hat es doch auch schon Jahre gegeben, wie in Zeiten des Tierschutzprozesses, wo sich die Summen auf mehrere tausend Euro im Jahr häuften (vielleicht erinnern Sie sich noch, ein Landwirt beschuldigte damals einen Mitarbeiter des bayerischen Sternenhofes und mich des gewaltsamen Todes von über 170 Schweinen! Später fanden Polizei-Ermittler aber heraus, er hatte den letalen Fehler in der Belüftungsanlage selbst verschuldet – Entschuldigung gab es keine, auch nicht von der Bauernschaft, welche zuvor wüst und primitv in einschlägigen Fachzeitschriften gegen uns gewettert hatte).

Aber in dem anderen Punkt täuschen sie sich gewaltig: nie und nimmer werden wir deshalb aufhören diese Schandflecken der Menschheit in die Öffentlichkeit zu zerren! Wir werden vorsichtiger werden, aber das ist schon alles! Und uns nichts mehr gefallen lassen – die Hauptmotivation hinter solchen Anklageschriften ist nämlich jene, vom eigenen Verschulden abzulenken und die, die diesem Verschulden ein Gesicht geben, mit teils irrwitzigen Verleumdungen in ein schiefes Licht zu rücken versuchen. Das schaffen sie vielleicht unter ihresgleichen, aber denkende und mitfühlende Menschen durchschauen solch unehrenhafte Versuche augenblicklich.

Apopos ihresgleichen: Gerüchten zufolge basiert die Anzeige auf Anraten der Bauernkammer; sehr naheliegend eigentlich, denn der einfache Landwirt wäre von selbst wohl kaum auf Idee gekommen den § 13 zu bemühen; falls dem also so sein sollte, es wäre ein Skandal in sich – anstelle die Tierhaltung, übrigens eine von den Behörden mit klaren Worten bestätigte grausame Tierquälerei, anzuprangern, einen Täter bei einer so offensichtlichen Lüge auch noch zu unterstützen – das sind vielleicht die Dinge, welche die Öffentlichkeit interessieren und welche die Glaubwürdigkeit ‚gesunder landwirtschaftlich-tierlicher Produkte‘ zusätzlich in Frage stellen…



Beschäftigt uns dieser Rsa-Brief im Moment, steht schon das nächste Verfahren ins Haus; die Verantwortlichen für die Tiertragödie im Waldviertel werden ebenfalls versuchen aus ihren Schandtaten noch Geld herauszuholen, mittels Besitzstörungsklage und dergleichen. Nun haben sie bereits vorerst die Veröffentlichung eines Zeitungsartikels erzwungen.
Dass sie dabei aber dem Tierschutz einen großen Gefallen tun und sich selbst so überhaupt keinen, einfach weil die von ihnen begangenen Gräueltaten dann in einem noch weiteren Umfang diskutiert werden, darüber nachzudenken fehlt es leider oft an Intellekt! Wen wundert’s aber, denn wäre der vorhanden, wie könnten sie dann die von ihnen gehaltene Tiere derart fürchterlichen Bedingungen aussetzen?


Diese Woche erstatteten wir Anzeige gegen die Jägerschaft im oberösterreichischen Lochen. Der Zufall wollte es, dass uns der Weg dorthin führte, wo wir dann zufällig eine große Anzahl von Jungvögel, Fasane, an einer Wiese entdeckten. Eine spätere Recherche bei ortskundigen TierfreundInnen ergab, jedes Jahr im Herbst würden die JägerInnen an demselben Bereich, entlang einer Schottergrube, ein Festschießen auf besagte Vögel durchführen…

 

Nur ist seit diesem Jahr das Aussetzen von Jungvögeln zu einem solchen Zwecke untersagt; einigermaßen skurril empfinden wir die Rückfrage der Behörde, die tatsächlich von uns wissen möchten, woraus wir schließen, dass es sich hierbei um ‚ausgesetzte‘ und nicht ‚wilde‘ Fasane handelt. Der Grund sollte eigentlich jedermann/frau mit der Materie befasste/n keiner Nachfrage wert sein: weil, so sollte man von Behördenseite selbstverständlich wissen, nämlich Fasane in unseren Breitengraden nicht überlebensfähige Tiere sind, daher müssen sie, will die Jägerschaft weiterhin ihren Spaß am Töten feiern, Jahr für Jahr neu ausgesetzt werden…

Auch zu der Feststellung, Jäger hätten die Tiere in die Freiheit entlassen (natürlich nur, um sie später abknallen zu können…), sollen wir uns äußern; warum ausgerechnet Jäger? Wer sonst, so die Antwort, sollte Interesse daran hegen, diese wunderschönen Vögel zu züchten, nur um sie später in Massen töten zu können????


Die ‚Rieder Bezirksrundschau‘ veröffentlichte unter dem Titel ‚Das Gnadenbrot für die letzten Berberaffen‘ diese Woche einen hervorragenden Artikel zu unserer Aktion in Ried! Nachzulesen unter: https://www.meinbezirk.at/ried/lokales/das-gnadenbrot-fuer-die-letzten-berberaffen-d2224884.html
Wer der Rundschau schreiben möchte, wie immer möchten wir auf die absolute Wichtigkeit von Leserbriefen hinweisen, kann dies unter: ried.red@bezirksrundschau.com

Unser Naturlehrpfad im niederösterreichischen Kammern zeigt sich jetzt in schönster Blüte! Allerdings, bald werden wieder die örtlichen Behörden kommen, um die Vegetation bis auf die blanke Erde zurückzuschneiden – weil das Ganze doch ein Auffangbecken zur Hochwassersicherung ist… deshalb, wer in der Nähe wohnt und den Lehrpfad nochmals besuchen möchte, bitte beeilt euch! 🙂

 
   

Die Infotafeln und das Insektenhotel sind ganz leicht zu finden – die Becken liegen am Beginn der Kammerner Kellergasse, Kammern ist ein Nachbarort von Langenlois!

 

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