Alarm aus Bayern – und es ist wieder ein Rinderhof!

Alarm auf einem Hof im Berchtesgadener Land! SpaziergängerInnen hatten uns von Kühen im Schmutz berichtet, und von einer unmenschlichen Art der Anbindehaltung – dabei geht es um zwei Metallbügel, welche senkrecht nebeneinander angeordnet sind, die Kuh steckt mit dem Kopf zwischen den Stangen. Diese erlauben ihr nun nur mehr ein bloßes Aufstehen und Niederlegen. Da liegt dann der Vergleich zum mittelalterlichen Folterinstrument schon sehr nahe (besagte Haltungsform findet man leider selbstredend genauso auch in Österreich)…
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Foto: vorne in der Metallschlinge, hinten die Beine gefesselt, der Schwanz hochgebunden… da helfen auch die paar Strohhalme über den vernichtenden Eindruck nicht hinweg! Noch dazu, wo die Betonrinne viel zu knapp hinter den Kühen verläuft, und diese somit wohl mit dem Hinterteil auf der scharfen Kante liegen…
Vor Ort mussten wir die Schmutzvorwürfe dann jedoch nicht bestätigen – was aber keine Entwarnung sein kann, denn natürlich könnte die Aussicht auch dem schönen Wetter geschuldet sein; bevor der Regen kommt, versucht wohl jede/r Bauer/Bäuerin noch den Stall zu reinigen und die Fäkalien auf die Felder auszubringen.
Jedenfalls, zudem befanden sich auch ’nur‘ drei Kühe im Inneren. Uns war aber von einer vollbesetzen Unterbringung berichtet worden; was dann nur zwei Schlüsse zulässt:  entweder wurde die Kühe vor kurzem allesamt verkauft und nur ein Rest für zum Beispiel ‚Eigenbedarf‘ behalten, oder ein Teil der Belegschaft darf wenigstens Zwischendurch auf eine Wiese. Was allerdings eher unwahrscheinlich ist, denn im weiten Umkreis finden sich nirgends welche im Freien.
Vielleicht sind also tatsächlich diese drei und das Kalb übriggeblieben. Wie dem auch sei, selbst eine Kuh derart fixiert wäre eben eine zu viel, da werden Sie mit uns übereinstimmen – denn die ‚Anbindehaltung‘ – hier besser: ‚Fixierung‘ – könnte doch schlimmer kaum sein… Ein Leben gefangen zwischen zwei Bügeln, kein Umdrehen möglich, kein Zurück-Schritt, ein Dasein begrenzt auf ein körpergroßes Stück Beton!
Erschwerend kommt hinzu: bitte beachten sie die tiefe Rinne hinter den Kühen! Wenn die armen Tiere liegen, ruht dann ein Teil des hinteren Körpers unweigerlich auf der Betonkante… Zusätzlich, warum die Füße der Kühe gefesselt sind – vielleicht, weil sie ein Kalb geboren und eine schwere Geburt hatten – sollte wohl auch eruiert werden.
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Foto: geht’s noch enger? Wohl kaum!
Dem nicht genug, befand sich auch noch ein Kalb im Gehöft. In einer Holzbox. In einer körpergroßen. Und selbst eine solche Feststellung ist schon übertrieben – denn sogar dann noch, wenn der Kopf durch die Ausnehmung im Freien steckt, steht das Hinterteil an der Begrenzung an! Unfassbar! Dabei, wie gesagt, ist fast der ganze Stall leer. Platz in Hülle und Fülle also. Aber das Tierkind ist – noch dazu über beinahe die gesamte Länge des Innenraumes von den drei erwachsenen Kühen getrennt – dennoch in seiner Box lebend begraben. Da bringt uns einmal mehr zu der vom Landwirtschaftsministerium und der Werbung so oft gebetsmühleartig heraufbeschworenen Tierliebe der LandwirtInnen. Noch Fragen?
P.S.: Wir möchten hier selbstverständlich keine Verallgemeinerungen anstellen; allerdings beweisen Fälle wie dieser, dass ebensolche auch von behördlicher Seite ausgegeben alles andere als allgemeingültig sein können…
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Übrigens: wussten Sie, dass es in Deutschland weniger eine Verordnung zur Haltung von Kühen, als vielmehr eine bloße Empfehlung gibt??? Weshalb sich Beanstandungen in diesem Bereich in ihrer Ausführung auch so extrem schwierig gestalten. Wir sind also gespannt auf die Reaktion und werden die Angelegenheit natürlich weiter beobachten! 
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