Aktionstag in der Bundeshauptstadt

Montag war ‚Großkampftag’ in der Bundeshauptstadt!

Am Vormittag war ein Treffen mit der Frau Dipl. Ing. Benedikt von der Metro angesagt; Frau Benedikt ist für die ‚Qualitätssicherung’ im Konzern zuständig, sie ist die Kontaktperson für unsere Hummerkampagne.

Dieses Gespräch war längst überfällig, da sich die Fronten allzu verhärtet hatten, was wiederum zu einem Stillstand unserer Bemühungen zu führen drohte.

Obwohl es in den letzten Monaten zu Verschärfungen gekommen war, so zum Beispiel durfte der RespekTiere-Obmann seiner Käfig-Eikontroll-Tätigkeit nicht in der Metro Salzburg nachkommen, fand das Gespräch dann in guter Atmosphäre statt. Die Lichtpunkte: Frau Benedikt sprach uns die Möglichkeit zu, bei einer Sitzung im Mai, wo mit Vertretern der Gastronomie im Beisein der Tierschutz-Ombudsschaft Wien über eine neue Methode der Hummertötung diskutiert werden soll (Ziel wäre es, dass Töten im kochenden Wasser künftig zu vermeiden!), würde es uns erlaubt sein, einen Vertreter zu stellen, der dort einen Tierschutzaspekt-Vortrag halten dürfte; auch ein Hummervideo könne gezeigt werden.

Weiters konnte Frau Benedikt sehr glaubwürdig die verschiedensten Bemühungen darstellen, welche im Konzern zugange sind, um die Situation für die Hummer zu verbessern. Es gibt Gespräche und Meetings mit namhaften BiologInnen, WissenschaftlerInnen und mit der Wiener Tierschutz-Ombudsschaft, welche eigentlich richtungsweisend sind. Der Konzern ist augenscheinlich tatsächlich sehr bemüht, Verbesserungen einzuführen! Auf unsere Rolle dabei dürfen wir mit allem Recht wirklich stolz sein: angeregt wurden diese Anstregungen allein durch unsere Kundgebungs- und Protestwellen! Jede/r einzelne AktivistIn hat einen riesigen Teil zu diesem Erfolg beigetragen – Super!

Was uns ganz besonders am Herzen lag: Frau Benedikt rang sich zum Versprechen durch, ab Juni an allen Hummerbecken einen Hinweis anzubringen, der potentielle KäuferInnen informiert, dass Hummer fühlende Lebewesen sind, dass mit deren Kauf eine Verantwortung eingegangen wird, dass KäuferInnen sich bewusst machen müssen, es hier mit lebenden Tieren zu tun zu haben, usw.!

Das ist eine sensationelle Entwicklung, die wir nur zu freudig begrüßen! Auch wird es in naher Zukunft Gespräche mit anderen Vertretern von Metro geben, um unsere Standpunkte nochmals zu erörtern und zu festigen!

Auch über die Möglichkeit, keine lebenden Hummer mehr zu verkaufen, wird bei Metro nachgedacht; es wird dahingehende Gespräche mit Metro-AbnehmerInnen geben.

Einziger Wehrmutstropfen: noch am selben Abend erhielten wir einen Anruf, dass der eingangs erwähnte Vortrag doch nicht stattfinden kann, weil sich Frau Benedikt im Datum vertan hatte: die Sitzung findet schon nach Ostern statt, zu wenig Zeit, um eine neue Planung zu gestalten; allerdings wird die Frau DDr. Binder (Tierschutz- und Veterinärrecht) dort vertreten sein.

Sei’s wie’s sei, auf jeden Fall waren die Gespräche sehr erfolgsversprechend, haben viel Gutes gebracht und Zukunftsvisionen eröffnet.

Bei der Verabschiedung überreichten wir der Frau Benedikt eine Rolle mit mehr als 800 in den letzten Monaten gesammelten Unterschriften gegen den Lebendhummerverkauf bei Metro!!!!

Dann folgte ein Termin an der Bosnischen Botschaft; wir waren mit der Frau Konsulin verabredet, und auch dieses Gespräch verheißt zukünftig Gutes: die sehr nette Dame kam unseren Wünschen weit entgegen, so dürfen wir uns künftig vor einer anstehenden Bosnien-Reise bei ihr melden, sie wird den Grenzübergang verständigen und uns mit einem Schreiben ausstatten, welches uns helfen wird, vielleicht sogar mit Futterspenden die Grenze zu überschreiten – bisher war das fast unmöglich, wurde höchstens mit unverschämten ‚Freundschaftszahlungen’ erreicht. Weiteres arbeitet ihr Mann im Außenministerium in Sarajevo, ein vielleicht unbezahlbarer Kontakt! Die Frau Konsulin wird Kontakte zu einigen wichtigen RegierungsmitgliederInnen herstellen, wird in Bosnien unsere Interessen vortragen. Ab Herbst wechselt sie selbst in die bosnische Hauptstadt, vor Ort wird sie sich das Asyl ansehen und, mit ihren eigenen Worten: ‚ich kann dort noch viel mehr tun als von hier aus’.  Sie hat selbst immer wieder Straßenhunden das Leben gerettet, 2 Hunde haben bei ihr ein zu Hause, auch ihr Mann ist ‚hundenärrisch’.

Eine Anekdote: ihr Mann, bei welchem die Hunde nun wohnen (in Sarajevo), kommt sie am Wochenende besuchen; sie meinte: ‚Das ist der Grund, warum ich so fröhlich bin, ich freu mich schon so auf …. meine Hunde!’

Am Nachmittag entrollten wir in blutiger Schafs- und Metzgerkleidung direkt vor dem Parlament ein Transparent ‚auch RELIGIÖSES SCHÄCHTEN IST TIERQUÄLEREI’; dazu präsentierten wir ein Schild mit der Forderung ‚TIERSCHUTZ IN DIE VERFASSUNG!’.

Zahlreiche PassantInnen gaben ein sehr positives Feedback, sogar ein Security-Polizist in FBI-Manier, der bald erschien, war recht nett; er telefonierte kurz, schrieb dann den Transparent-Text nieder und ließ uns ungestört weiter machen!

Am Abend gab es noch ein sehr nettes Treffen mit der Obfrau der Tierhilfe Süden und deren Mann, wo anstehende Projekte in Osteuropa diskutiert wurden. Die Tierhilfe Süden engagiert sich auch in Sarajevo, sie stellte uns zum Beispiel beim letzten Besuch dort 1000 Euro für einen Futtertransport zur Verfügung!

Der Tag fand seinen Ausklang mit der Herstellung dreier Holzkreuze, welche am Karfreitag eine ‚tragende Rolle’ haben werden, doch dazu zu gegebener Zeit…

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