Im Namen der Menschlichkeit…

Cäsar ist Österreicher.

Dass allein die Staatsbürgerschaft noch lange kein Garant für ein besseres Leben ist, muss er nun schmerzlich erfahren. Cäsar ist kein Jüngling mehr, die Zeichen der Zeit haben sich unübersehbar in seinem Antlitz niedergeschlagen. Seine Hinterbeine bereiten Schmerzen beim Gehen, er hasst Stiegen. Er ist Schäferhund, einst stolz und kräftig, nun ergraut und bedächtigt. An Menschenjahren gemessen ist Cäsar an die 100 Jahre alt, trotzdem erfreut ihn noch immer der Anblick einer Hündin, liebt er das hohe Gras der Wiesen. Die letzten fünfeinhalb Jahre durfte er auf einem Bauernhof leben, bis Herrchen aus gesundheitlichen Gründen in die Stadt ziehen musste. Die Zivilisation, der Wahnsinn unserer Zeit, hat keine Augen für Alter, Würde ist ein Sandkorn im Menschenmeer, vom Wind verblasen, in den Betonschluchten hoffnungslos begraben.
Cäsar wäre Dein bester Freund, und wenn auch nur für kurze Zeit; der Fährmann erkundigt sich bereits nach seinem Namen, doch solange es in unserer Macht steht, wird sich dieser vergeblich um Auskunft bemühen. Cäsar liebt die Menschen, mit selber Unschuld, mit welcher ein Kind seine Mutter liebt. Jesus sagte: ‚Was Du dem schwächsten meiner Brüder angetan, dass hast Du mir angetan’. Cäsar mag seine Stärke verloren haben, aber seine Liebe ist unerschöpflich.

Mary ist ein Medienstar.

Österreichs beliebteste Zeitung hat von ihrem Schicksal berichtet.
Mary ist eine Schäferhündin, wunderschön und im besten Alter (5). Wir entdeckten sie in Montenegro, wo sie in den Hotelburgen um Essen und Zuneigung bettelte. Unbeachtet von der Welt der Schönen und Reichen, welche den Touristenort bevölkern. Dort erregt eine klitzekleine Schramme an der Jacht im Hafen weit mehr Aufmerksamkeit als alles Hundeleid der Welt. Mary wurde verstoßen, vergessen von ihrer Familie, ausgesetzt und allein gelassen. Warum? Sie ist ebenfalls nicht mehr ganz so jung, etwa fünf Jahre alt, doch unglaublich schön; aber leider nicht ganz so niedlich wie ein kleiner Welpe. Dieser hat nun ihren Platz in einer ‚liebenden’ Familie eingenommen.
Die Touristenschwärme waren seit dem ihre einzige Hoffnung, Einheimische haben sowieso andere Probleme. In der Nacht, bevor sie die Hundefänger fanden, fuhr sie zu allem Übel auch noch ein Auto an, verletzte ihre Hinterfüße und das Becken. Sie konnte den Todesengeln der Stadtverwaltung nun nicht länger entfliehen.
Doch bevor sie in den Hundefängerwagen verfrachtet wurde, fanden wir sie. Als das Kerzenlicht ihres Lebens schutzlos dem anbrausenden Sturm der Vernichtung preisgegeben schien, konnten wir sie den Fängen der Giftspritze entreißen. Sie sitzt nun seit fast 2 Monaten in einer Zelle im einzigen Tierheim Montenegros und wartet darauf, dass wir sie holen kommen. Noch ein bisschen Geduld, nach Ablauf der Impffristen, dann darf sie mit uns nach Westeuropa. Bitte helft uns, ihr eine Zukunft zu geben.

Sammy ist ein Teenager.

(er ist in dem Bild rechts hinten)
Er ist noch sehr jung, erst einige Monate alt. Viel zu früh seiner Mutter entrissen, welche sehr wahrscheinlich nicht mehr unter uns weilt. Denn wenn auch vieles nicht perfekt läuft in Montenegro, der kalten Hand des Todes können sich Streunerhunde kaum auf Dauer entziehen. Unvorstellbar, wie viele ihrer Artgenossen sie haben sterben sehen, gemeuchelt, ermordet, erschlagen, vergiftet, immer von selbiger Spezies. Doch allen Gräueltaten zum Trotz haben sie nie daran gedacht, das Band zwischen ihnen und uns zu zerreissen, welches seit jahrtausenden artübergreifend besteht – egal wie sehr wir Menschen unseren schmählichen Verrat fortsetzen.
Zum ersten Mal sahen wir den kleinen gefleckten Kerl im Hafen von Budva, einer montenegrinischen Hafenstadt. Ganz allein war er unterwegs, auf der immerwährenden Suche nach Nahrung und ein bisschen Aufmerksamkeit. Selbst wenn diese dann sehr oft nur aus Fußtritten bestand, sah er darin keinen Anlass, sich von ‚Mensch’ fernzuhalten. Zu sehr sind seine Gefühle geprägt von Hoffnung auf Geborgenheit.
Kurz hatten wir ihn gesehen, an jenem wolkenverhangenen Tag an der Küste. Dann war er wieder verschwunden, wie ein flüchtiger Schatten in einer kalten Welt. Wir sollten ihn wiedersehen, aber leider nicht unter Umständen, die wir uns gewünscht hätten. Als nämlich Schäferhündin Mary gefangen wurde, begleiteten wir sie zum wartenden Transporter – eine Todeszelle auf vier Rädern. Dort, gut versteckt von den Blicken gutbetuchter Touristen, saßen bereits einige andere Hunde in Haft. Gesenkten Blickes, todtraurig, fast lautlos ließen sie das Geschehen über sich ergehen, hoffnungslos gefangen. Mitten unter ihnen – Sammy!
So schnell hätte sein kurzes Leben enden können, so unfassbar brutal hatte die Wirklichkeit ihn eingeholt! Wir erbaten das Versprechen der Hundefänger, den Beiden kein Haar zu krümmen, sie tierärztlich zu versorgen und unterzubringen, bis wir, nach deren Impfungen, wieder zurück kommen, um sie einletztes Mal zu entführen – doch dann in eine hoffentlich bessere Welt!
Grässlich ist diese Entscheidungsgewalt über Leben und Tod, dieses knochenharte Auswahlverfahren – aber welcher Lösungsweg wäre begehbar? Wie anders könnten wir uns verhalten? Gäbe es eine Möglichkeit, wir würden sie ergreifen, und sei es nicht zuletzt, um unser Gehirn von der Schwere des Momentes zu entlasten, von Eindrücken zu befreien, welche sich bis in alle Ewigkeit in den hintersten Winkeln der Existenz unauslöschlich eingebrannt haben; eine weitere, schmerzhafte Kerbe für jeden zurückgelassenen Hund…´

Wie einsam kann man sein?

Es gibt da jemanden, der diese Frage wohl am allerbesten beantworten könnte, könnte er nur sprechen!
Bardy ist wunderschön, doch in einer Welt, wo Millionen Menschen an ihm vorübergehen, ohne auch nur eine Sekunde über sein Schicksal nachzudenken, hat selbst er keine guten Karten.
Bardy ist Bosnier. Er ist ungefähr fünfeinhalb Jahre jung, ziemlich groß, Rottweiler und Schäferhund dürften zu seinen Vorfahren gezählt haben, und er würde jeden Platz, den er sein Heim nennen dürfte, wohl mit seinem Leben verteidigen. Er ist bedingungslos treu und stark; aber gerade diese Stärke hat ihn zur Hilflosigkeit verdammt, zur Hoffnungslosigkeit. Die Menschen in Bosnien wissen seine Gütigkeit nicht zu schätzen, haben ihn einst ausgesetzt. Bardy hatte Glück, er konnte in letzter Sekunde dem Tötungslager entkommen, doch sein Glück sollte zum Fluch werden. Seit diesen schrecklichen Tagen, seit mehr als fünf Jahren, sitzt er in einem Ein- Quadratmeter-Zwinger, eine Kette behindert seinen Bewegungsablauf zusätzlich. Seine ganze Welt ist seither verpackt in wenigen Schritten.
Bardy hat trotzdem nicht die Hoffnung aufgegeben; er wartet, jede Sekunde seines Lebens ist geprägt vom ständigen Warten. Wie er trotzdem jeden Fremdling noch immer freudig begrüßt, noch immer den Glauben an eine bessere Welt, in welcher er herumlaufen und mit andern Hunden spielen darf, wo er geliebt wird, nicht verloren hat, bleibt sein ganz großes Geheimnis.

Und da wäre noch die Linda. Linda, eine kleine Schäfermischlingshündin, ist wie Bardy aus Bosnien.

Sie ist viereinhalb Jahre jung. Wie Bardy stammt sie aus dem Auffanglager der Frau Goga, und um den Vergleich abzurunden, verbrachte auch sie die allermeiste Zeit ihres Lebens im Zwinger – das war der Preis, den sie bezahlen musste, um dem Tötungslager zu entrinnen!
Linda ist sehr menschenbezogen, unglaublich lieb, besonders zu Kindern hat sie einen geradezu sensationellen ‚Draht’. Nichts fürchtet sie mehr als die Einsamkeit, davon hat sie weiß Gott genügend abbekommen; wird sie weggesperrt, dann gerät sie in Panik. Sie ist schon in Österreich, ist im Moment auf einem Gnadenhof der 4Pfoten untergebracht, wo sich aufopfernd um sie gekümmert wird – trotzdem ist es höchst an der Zeit für sie, endlich zum ersten Mal in ihrem Leben in ein richtiges ‚Zu Hause’ einzuziehen!
Wer auch immer sie bei sich aufnimmt, wird eine Freundin fürs Leben finden!

Bitte, bitte hört’s Euch um, vielleicht wisst’s gerade Ihr einen Platz, wo diese leidgeplagten Geschöpfe einer sicheren, guten Zukunft entgegen sehen könnten!
Bitte meldet’s euch, entweder direkt bei uns info@respektiere.at, oder bei einer unserer Hundespezialistinnen: Inge – nora3@gmx.net; Silvia: Srottmair@web.de oder Maria office@hunde-im-waldhaus.de!

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