Furchtbare Zustände in Salzburger Ställen

Heute brachen AktivistInnen von RespekTiere und Animal Help Europa auf, um in einem Kuhstall im Salzburger Flachgau nach den Rechten zu sehen.

Die TierschützerInnen hatten schreckliche Dinge gehört; der Bauer sei dem Alkohol nicht abgeneigt, der Hof verfallen, die Kühe in schlechtem Zustand.

Eilig wurde ein Plan entworfen; während ein Aktivist den Stall inspizieren sollte, würden die anderen beim Hofbesitzer anläuten und diesen durch geschickte Fragen ablenken.

So passierte es dann auch; die Schreie der Kühe waren schon von Weitem zu hören, was die Angelegenheit natürlich etwas erleichterte, denn jeder Rechercheur weiß aus Erfahrung, wie laut Kühe bei fremden Besuch werden! Die Zustände präsentierten sich wie angenommen – ein riesiger Güllesee hinter dem Hof, drinnen Schmutz, Fäkalien, Kettenhaft…

Auch ein Kalb, streng geschützt von der Anbindehaltung durch unser Tierschutzgesetz, muss an Ketten sein junges Leben fristen; wann endlich, nach so vielen Anzeigen, reagieren die zuständigen Tierärzte? Wann endlich wird das Tierschutzgesetz nicht nur verlesen sondern auch vollzogen?

 

Die Untersuchung sollte zum Abenteuer werden; der Aktivist war gerade dabei, die Zustände im Kuhstall auf Filmband zu bannen, als plötzlich der Nachbar an der Stalltür stand. Dieser zeigte sich ziemlich böse, ‚als nächstes stehst Du in meiner Garage und filmst’, meinte er; es entwickelte sich ein skurriles Gespräch, während dessen die Kamera weiter lief. Der Tierschützer zog sich dann zurück, inzwischen hatte sich die Nachbarsfamilie versammelt. Beim Verlassen des Hofes bemerkte er aber die schreckliche Umweltverschmutzung hinter dem Haus. Nun musste auch diese dokumentiert werden, was den Rückzug nochmals verlangsamte.

In der Zwischenzeit wurde vor dem Bauernhof noch immer diskutiert, als plötzlich der Nachbar in die Versammlung krachte und seine ‚Entdeckung’ verkündete. ‚Jemand vom Fernsehen ist in Eurem Stall, so ein Öko-Typ!’

Nun wurde es wirklich brenzlig, der Filmer schlug sich durch die Wiesen zur Bundesstraße durch, während die Bauern die Umgebung absuchten. Der Sohn des Landwirten schwang sich alsbald in seinen BMW, in der Hoffnung den Tierschützer noch irgend wie abzufangen. Die beiden anderen Hofbesucher verabschiedeten sich freundlich, noch immer hegte der Landwirt keinen Verdacht gegen sie. Sie gingen zurück zum vorsichtshalber außer sichtweite geparktem ‚Fluchtwagen’.

15 Minuten später trafen sich die Tierschützer bei einem Parkplatz – nochmals gut gegangen!

 

Nun war man aber in der Nähe eines anderen Hofes, wo ebenfalls schlimme Zustände herrschen sollten. Also fuhr man ohne Umwege dort hin. Der Zugang zu besagter Landwirtschaft erfolgt über eine schmale Straße, welche in eine Sackgasse mündet. Das Team wollte dort das Auto parken, doch siehe da, der Sohn des Bauern, welch beinahe unglaublicher Zufall – nun doch einige Kilometer von zu Hause entfernt, stand dort bereits und unterhielt sich aufgeregt mit einem Freund, noch immer auf der Suche!

Unter normalen Umstände müsste spätestens zu diesem Zeitpunkt die Recherche abgebrochen werden, doch – die Stallhintertüre stand offen! Die Aktivistnnen wussten: ansonst präsentiert sich dieses Verließ immer verschlossen, die Türen von innen verriegelt, einziger Zugang direkt über den Hof. Diese Chance musste ganz einfach genützt werden, auch wenn der wütende Bauernsohn keine 100 Meter, nur durch eine Kurve getrennt, nach ihnen Ausschau hielt!

Augen zu und durch, lautete deshalb die Devise. Während nun abermals 2 AktivistInnen draußen wie zufällige Spaziergänger, immer darauf bedacht, nicht um die Kurve zu blicken (der Bauernsohn hätte bestimmt Lunte gerochen, wenn die 2 nach dem Besuch beim Vater plötzlich auch hier auftauchen…), aufpassten, betrat der dritte abermals den Stall. Noch bevor es aber so weit war, wartete jedoch eine böse Überraschung – das schmale Tor ist nur der Rückeingang, eigentlich nur dazu da, um den Mist leichter aus dem Stall zu bringen – dieser Mist türmte sich bereits auf und verdeckte die Güllelache darunter – der Tierschützer stand bis über die Knöchel in der übelriechenden Flüssigkeit! Der Stall selbst war dann noch wesentlich schlimmer als der zuvor; die Kühe angekettet in den eigenen Fäkalien, mehrere Kälber mit kurzen Ketten an die Wand fixiert, kein trockenes Fleckchen weit und breit. Eine Schande sondergleichen.

Da sich bei der ersten Zufahrt mehrere Menschen im Innenhof aufgehalten hatten, musste nun einmal mehr alles schnell gehen.
Die Zustände wurden auf Fotos festgehalten, die Kühe vermeldeten bereits lautstark den Besuch. So dauerte es nicht lange, bis die Bäuerin über den Hof gelaufen kam; sie vermutete Gott sei Dank keine Tierschützer, sonder begann schon von Weitem auf die Kühe einzuschimpfen, wobei sie äußerst derbe Worte gebrauchte; Zeit genug, erneut durch den Güllesee zu stapfen und sich zu entfernen. 

  

Fazit: es ist eine ungeheuere Frechheit der Behörden, hier so fahrlässig zu wirken. Beide Tierhalter sind amtsbekannt; beide Tierhalter erhielten schon mehrere Anzeigen, beide Tierhalter sind offenbar nicht fähig, die ihnen Anvertrauten ‚artgerecht’ zu halten. Beide verstoßen laufend gegen das Gesetz, beide lachen sich über Tierschützer und Amtspersonen ins Fäustchen – es passiert ihnen nichts!

 

Doch dieses Mal soll, MUSS, alles anders sein – wir werden über die Entwicklung in diesen Fällen sehr bald berichten!

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