Protest bei der Hubertusmesse in Salzburg

Heute war es wieder mal soweit – in Salzburg fand die Hubertusmesse der Salzburger Jägerschaft statt. Wieder rückten die ‚Heger und Pfleger’ unserer Wälder mit einem wunderschönen Hirschen an, der kurz zuvor für die Prozedur sein Leben hatte geben müssen. Aufgebahrt wie ein Opfertier, eine Szene, die frappant an eine Zeit erinnerte, wo ‚Mensch’ kaum aufrecht gehen konnte, mit einem Zweig im Mund und toten Augen, wurde der ‚König des Waldes’ zu einer Kapelle getragen, wo eine feierliche Messe stattfand. Ein katholischer Pfarrer sprach dabei von Liebe und Güte, immer vor sich ein Lebewesen, welchem die, die sich nun eine Segnung wünschten, kurz zuvor das Leben genommen hatten. Die katholische Kirche versucht erneut, sich die Hände in Unschuld zu waschen, ein wenig ehrenhafter Versuch, der jenen, die tagtäglich ein Blutbad in Au und Feld und Wald veranstalten, wenigstens das Gefühl geben soll, doch keiner Lustmörder-Gesellschaft anzugehören. Die Kirche beschreitet dabei einen schmalen Pfad, an beiden Seiten ein Abgrund, der sie in die völlige Unglaubwürdigkeit zu verschlingen droht.
Wie jedes Jahr hatte RespekTiere eine Kundgebung angemeldet, und heuer erschienen besonders viele TierschützerInnen verschiedenster Vereine, welche gegen den fortgesetzten Lustmord in unseren Wäldern protestierten; AktivistInnen von Animal Rescue, von der Tier-WeGe, UL, Verein gegen Tierfabriken und Vier Pfoten  unterstützten unseren Protest und empfingen die Jägerschaft gebührlich. Dutzende Transparente säumten den Weg zur Kapelle, überall sah sich ‚Jäger’ mit seinen Taten konfrontiert. ‚Schande, Schande’ -Sprechchöre waren zu vernehmen, ein Aktivist in Gasmaske mit einem Schild ‚Jagd stinkt nach Tierquälerei’ stand an vorderster Front, AktivistInnen in Jägerkleidung mit Totenkopfmasken, ein ‚Jäger’ wurde in einem Leiterwagen herangekarrt, kustblut-übergossen, mit einem Zweig im Mund und dem Hinweis ‚Ich konnte die Schande nicht mehr ertragen’, ein weiterer mit gleichlautender Tafel hatte ein Gewehr im Anschlag und lag (kunst-)blutgetränkt am Boden, wieder ein anderer trug ein Kreuz mit Anti-Jagd-Parolen (‚Jäger? Geh bitte, viel mehr Heger und Pfleger’, umgeben von Bildern, die Männer und Frauen zeigen, welche für viel Geld in ferne Länder reisen, nur um sich dort mit einem Lächeln auf den Lippen kniend auf ihren Opfern fotografieren lassen). Ein toter Hund (eine Lieblingsjagdbeute, wenn der Wald langsam leer wird), ein (Plüsch-)Hirsch und einige tote Marder lagen am Boden in einer Blutlacke, ein Schild verriet ‚Ich habe Angst vor Jägern’.

Die vielen anwesenden Polizisten verhielten sich mustergültig und wirkten sehr de-eskalierend.

Die Mordmannsbrüder und –schwestern zogen an diesen Mahnmälern vorbei, etwas angespannt, immer im Versuch, die verlorene Würde mit einem arroganten Lächeln wieder zu gewinnen, lauschten der (schein-)heiligen Ansprache  des Geistlichen, packten danach den Hirschen auf einen Anhänger und zogen von dannen, um das Opfertier ‚fachgerecht’ zu enthaupten und seinen Kopf später in der Wohnung einer/s ihrer verwirrten Leichensammler/in auszustellen – Mordmanns-Heil!

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