Erneuter Skandal – schreckliche Zustände am Bauernhof

Es ist einfach unglaublich – erneut schreckliche Zustände auf einem Salzburger Bauernhof! Das Jahr ist noch so jung, trotzdem ist dies bereits der dritte Skandal (nach der Hundewelpenzucht in einer Tötungsstation in Ungarn und dem weiterhin vollführten Zusammenbinden der Hummerscheren bei Metro und Pfeiffer), den wir 2009 in die Öffentlichkeit bringen müssen! Es handelt sich bei dieser neuerlichen Aufdeckung um den selben Landwirten, welcher uns schon in der Vergangenheit viele schlaflose Nächte bereitet hatte – vor einigen Jahren waren verhungerte Kühe auf seinem Hof aufgefunden worden, kaum hatte sich die Aufregung beruhigt, erhielten wir anonymes Fotomaterial mit gar schrecklichen Aufnahmen: der Stall präsentierte sich auf den grauenhaften Bildern übervoll, die Kühe mit Stricken kappest angebunden, der Boden bis über die Hufe eine einzige Güllemasse… Und das bei -20 Grad Außentemperatur!!!!!!!

Der Bauer reagierte auf unsere Anzeigen mit einem, wie wir zuerst dachten, recht positiven Schritt: er bat uns ins Büro des Tierschutz-Ombudsmannes zu einem vordergründig freundschaftlichen Gespräch, wo gemeinsam an einer Lösung gearbeitet werden sollte. Kaum jedoch hatten wir das Büro betreten, ergriff der mitgekommene Anwalt (!) des Landwirten das Wort, beschuldigte uns des Hausfriedensbruches und anderer an den Haaren herbeigezogener Dinge!!!! Mit der Drohung, dass bei neuerlich auftauchenden Fotos sofort die Polizei verständigt werden würde, war das Gespräch dann auch schon wieder beendet Natürlich ließen wir uns davon nicht abschrecken; erneut besuchten wir den Hof, dieses Mal war der Vater des Bauern anwesend, welche uns breitwillig in den Stall führte – und siehe da, ein Kalb lag tot in einer Ecke!
Nun setzte es Anzeigen, es wurde endlich von einem Tierhalteverbot gesprochen (aber leider nicht umgesetzt). Baumaßnahmen wurden beschlossen, es gab Beschlüsse, wonach die Güllegrube endlich abzudecken sei, der Allgemeinzustand nicht nur des Stalles sondern des ganzen Hauses – nun längst eine Ruine – verbessert werden müsse.
Die letzen beiden Jahre war es dann aber endlich ruhiger geworden; wir erhielten zwar immer wieder Infos, der Stall war aber nun leer, zwischenzeitlich gab es Kühe auf den Weiden, die lebten jedoch, damals im Sommer, im Freien und schienen in gutem Zustand.


Vor einigen Tagen jedoch erreichte uns ein dringender Anruf; am Hof sollten wieder eine furchtbare Situation vorherrschen, eine Kuh sei am Sterben oder bereits verstorben, die Tiere bekämen kein Wasser, usw.
So statteten wir den Landwirten erneut eine Besuch ab. Es sei vorweg genommen:
der geschilderte Tatbestand stellte sich sehr bald als realer heraus! Wasser ist tatsächlich Fehlanzeige, es gibt für die Kuhherde, mindestens 13 Tiere, nur einen kleinen Unterstand, einen verrosteten Baucontainer, welcher aber weder mit Stroh ausgestattet noch sonst wie trocken ist. Es gibt keine Einlage, der Boden besteht aus einer Mischung aus Kuhmist, welcher sich darin stapelt, und Pfützen; die Kühe, wohl (zumindest zum Teil) zwar wenigstens Mischlinge jener Rassen, welche im Freien gehalten werden können, haben keine warme oder geschützte Rückzugsmöglichkeit, kein Stroh zum Liegen, gar nichts. Wasser haben wir wie gesagt ebenfalls keines gefunden, eine in der Wiese abgestellte verrostete Badewanne ist zwar gefüllt, aber natürlich völlig zugefroren. Ein riesiger Stier lebt auf der Weide, er liegt im Schnee, hat offensichtliche Probleme mit den Hinterbeinen und nebenbei auch kein ‚dickes Fell‘. Bei unserem Besuch versuchte eine Kuh ins Wohnhaus zu gelangen, wohl um ein bisschen Wärme zu erhaschen, wurde aber mit Flüchen und Schimpfwörtern grob vertrieben.
Die dünne Kuh, von welcher die Frau am Telefon gesprochen hatte, dürfte in der Zwischenzeit verstorben sein; eine Anrainerin, mit welcher wir zufällig ins Gespräch kamen, bestätigte diese traurige Annahme. Sie selbst hatte den Bauern auf den Gesundheitszustand der armen Kuh angesprochen, riet zur Euthanasie, was der Bauer aber ablehnte, ‚weil sie ja ein Kalb hat‘. Der Zustand rühre davon, dass sie der riesige Bulle wohl gar zu ungestüm und viel zu oft besprungen hatte (nach des Landwirten Worten)…
Bei einigen der Kühe konnten wir Durchfall bemerken.



Es wurden uns auch Fotos vom ehemaligen Stall zugespielt, worin sich der Kuhmist flächendecken 25 cm hoch stapelt – darum müssen die Tiere wohl immer im Freien sein, weil der Bauer den Stall zuerst sauber machen müsste – andererseits: wenn wir richtig informiert sind, dann besteht zudem ja sowieso ein Tierhalteverbot in diesen Mäuern, weil das Ganze wirklich erschreckend baufällig ist…
Das Allerschlimmste: ein großes Schwein liegt vor dem Haus auf einem Misthaufen, umgeben von leeren Plastiksäcken, Müll und stinkenden Abfällen; nach Worten einer weiteren Anrainer liegt sie dort schon seit Wochen, steht zudem seit zumindest einigen Tagen gar nicht mehr auf; um den Wahrheitsgehalt zu eruieren, waren wir ebenfalls an 2 aufeinanderfolgenden Tagen am Hof – und tatsächlich: immer das gleiche Bild! Wir haben die Arme heute näher betrachtet, sie dürfte überhaupt nicht mehr hoch können, scheint bereits Erfrierungen an Bauch und Brust und Beinen erlitten zu haben – stellen Sie sich vor, wei kalt es die letzten Wochen war!!! Der Bauer wurde angeblich schon von verschiedenen Menschen auf das arme Tier angesprochen, meinte aber immer nur, das Schwein wolle einfach nicht in den Stall rein – ein Bild aus der Ecke der Unterkunft, welche für das Tier wahrscheinlich gedacht ist, verrät warum… übrigens: gefüttert wird das arme Tier nach Zeugenaussagen mit Essensresten aus einem Kübel, welche der Bauer einfach auf den Misthaufen in Dreck und Schnee und Pfützen schüttet.



Wir erstatteten nun neuerlich Anzeige. Die Frage ist: was werden die Ämter dieses Mal unternehmen? Ist es wirklich eine derartige Überwindung, wenn, nach all dem Passierten, endlich ein Tierhalteverbot ausgesprochen werden würde? Wie viele Chancen wurden dem Landwirten geboten – und vor allem: was hat er daraus gelernt, gemacht?

Ist es wirklich so, dass, wie eine Nachbarin bemerkte, die Gemeinde längst den Hof geschlossen hätte, aber das nicht tut, weil sie ansonst für die Bauernleute – die ja, bis auf den Wert des Hofes – ein wunder-, wunderschönes, riesiges Grundstück und heute bestimmt nahezu unbezahlbar – über keine Geldreserven verfügen, eine Wohnung zur Verfügung stellen müsste (der Bauer präsentiert sich tatsächlich extrem ärmlich, immer in schmutzigen Kleidern, hat aber offensichtlich, siehe oben, doch genug Geld, um sich von einem Anwalt zu einem freundschaftlichen Treffen begleiten zu lassen, fährt nebenbei einen Mercedes)?
Wo bleiben die Tiere in diesem uralten Spiel um Kapital? Die Antwort ist ebenso traurig wie kurz: im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke..

Wir werden so lange dran bleiben, bis nun endlich eine Lösung gefunden wird, so viel ist sicher! Und von diesem Vorsatz wird uns kein Bauern-Anwalt abhalten!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

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