Erneuter Eklat…

Die Wetterprognosen kündigten heute Schneefall für Salzburg an. Und tatsächlich, bereits in den frühen Abendstunden begann es ziemlich heftig zu schneien. Eine weitere Nacht, die das arme Schwein der Witterung ausgeliefert im Freien verbringen sollte?
Nein, das durften wir nicht zulassen! Wir besorgten uns zwei Säcke frisches Stroh (herzlichen Dank jenen freundlichen Landwirten, die es uns zur Verfügung gestellt hatten!) und machten uns auf den Weg. Die Finsternis war hereingebrochen, einzelne helle Streifen am Firmament verabschiedeten den Tag, die Nässe des Winters kroch unsanft in unsere Knochen.
Wir durchquerten den Wald zum Hof zu Fuß, beeilten uns, die Vorfreude, der Armen ein bisschen Wärme zu spenden, beschleunigte unsere Schritte.
Und bald lag sie vor uns, zugedeckt mit einer Plane. Ganz schnell sollte nun alles gehen, nur keinen neuerlichen Ärger heraufbeschwören, einfach nur helfen; der frisch gefallene Schnee behütete unsere Schritte, lies fast kein Geräusch zu – alles perfekt! Und doch, dieses Mal sollte es anders kommen!
Der Bauer dürfte damit gerechnet haben, dass wir das Tier unter diesen Wetterbedingungen nicht schutzlos lassen würden, dürfte mit unserem Mitleid spekuliert haben. Noch bevor wir den Inhalt der Säcke entleeren konnten, stürmte er wie aus dem Nichts auf uns zu, laut schimpfend und ziemlich bedrohlich. Trotz der Unangenehme der Situation blieben wir ruhig, erklärten unsere Bestrebung, versuchten jeglicher Aggression auszuweichen – was den Landwirten jedoch nicht davon abhielt die Polizei zu rufen.
Wieder boten wir unsere künftige Hilfe an, unbeachtet seines Telefonates, wieder hörte uns der gute Mann keine Sekunde zu. Wie um die Situation noch verzwickter zu gestalten, kam nun auch noch der Vater des Bauern aus dem Haus. Der alte Mann konnte sich kaum beruhigen, so gefangen war er in eigenen Schimpftriaden. Verständlich war seine Reaktion, zu spät die Stunde um unsere Beweggründe einem wütenden Herzen zu erläutern. So liesen wir ihn fluchen, der Sohn, bedeutend ruhiger in der Wortwahl, erklärte während dessen nochmals seine Standpunkte.
Letztendlich, müssig eines sich im Kreise drehenden Gespräches, machten wir uns auf dem Heimweg, übergaben das Stroh – wir durften es nicht ausbringen – in der Hoffnung, dass es heute Nacht doch noch seinen Zweck erfüllen möge.
Der Bauer folgte uns, nun dauerte es auch nicht mehr lange, bis die Polizei, zum dritten Mal binnen weniger Tage, erschien. Die Beamten registrierten den Sachverhalt, sie benötigten keinerlei Daten – die haben sie nun langsam zur Genüge – und gaben den Rat, nächstes Mal anzurufen, damit sie sich rechtzeitig auf den Einsatz vorbereiten könnten:) Verständnis blinzelte aus ihren Augen, bevor sie die Scheiben des Einsatzwagens hochkurbelten und die Nacht sie verschluckte.

Ein Tierschützer, der beim Auto gewartet hatte, wurde aber ebenfalls von der abfahrenden Polizei kontrolliert; er musste ins Röhrchen blasen (der Grund wäre ein feiner zu wissen) und seine Daten hinterlegen, während dessen der zweite Aktivist für eine weitere halbe Stunde mitten im Wald in Gespräche mit dem Bauern vertieft war. Die Konversation verlief eigentlich recht zufriedenstellend, endete jedoch erneut in Unmut und der Drohnung, dass der Anwalt genügend Material geammelt habe, um den Tierschützer für einige Zeit hinter Gitter zu bringen.
Nichts desto Trotz bot RespekTiere erneut Hilfestellung an, in der Hoffnung, der Landwirt ergreift vielleicht doch noch die ausgestreckte Hand.

Um das Negativerlebnis des Abends noch abzurunden: durch ein Missgeschick versäumten sich die Tierschützer am ausgemachten Treffpunkt, und so sollte eine weitere Stunde im Schneetreiben und in beissender Kälte vergehen, bis auf Umwegen endlich wieder Kontakt hergestellt und die Heimreise angetreten werden konnte.

Morgen werden die ersten Medien berichten!

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