ein wachsames Auge…

Gerne möchten wir heute von einer Begebenheit berichten, welche einmal mehr verrät wie wichtig ein wachsames Auge aus dem Umfeldes in Bezug auf Tierquälerei ist.
Die Geschichte beginnt folgendermaßen: letzte Woche erreichte uns ein dringender Anruf -ein anonym bleiben wollender Tierschützer aus einer etwas entlegeneren Region in Salzburg, nahe der Grenze zu Kärnten, erzählte von schlimmen Missständen auf einem Hof in seiner Nähe. Auch wäre der Amtstierarzt dort schon des Öfteren von zufälligen SpaziergängerInnen eingeschaltet worden, weil sich die Tiere auf den Weiden in bedauernswertem Zustand befunden haben, aber im Prinzip hätte sich über die Jahre hinweg wenig verändert. Natürlich kamen wir der Aufgabe nach und überprüften den Ist-Zustand.
Ein Rechercheteam brachte dann Folgendes zutage:
‚Der Hof passt irgendwie nicht zusammen, teilweise schaut er schmutzig und verfallen aus, dann wieder gibt es Neubauten und offensichtliche Schritte gar hin zur biologischen Betriebsführung (frei laufende Hühner, Gänse und Enten zeugen davon, ein Schwein im Stroh, leider aber andererseits auch in einem leeren Raum alleine gehalten und gefangen…) schmutzDer eigentliche Anlass unseres Besuches sollten dann die Abteile der Kühe sein; zwei davon gibt es, eines sogar ziemlich neu gebaut und beide als Laufställe umfunktioniert. Die Kühe sind entgegen den Angaben (zumindest im Moment) nicht unterernährt, dennoch ziemlich schmutzig und auch der Kuhmist zu ihren Füßen müsste längst entfernt werden. Allerdings gibt es auch viel Stroh im Stall und den Tieren steht ein ständiger Zugang zu einer Fläche im Freien zur Verfügung (wo sich dann auch drei Kühe während unseres Besuches sonnten); weiters, als ganz wichtiger Punkt, ist keine einzige Kuh an der Kette, sie können sich alle mehr oder weniger frei innerhalb der ‚natürlichen‘ Barrieren eines Laufstalles bewegen.frei So gesehen müssen wir, so schlimm das auch ist, heutzutage wirklich froh sein – auch wenn etwas schmutzig – wenn Kühe frei laufen können; in Österreich vegetieren ansonsten nämlich fast alle ihrer Artgenossinnen an der Kette… Zwei Kälber sind zu sehen, die dürfen mit der Mutter bleiben – ebenfalls ein alles andere als selbstverständliches Szenario (bitte verstehen Sie uns an dieser Stelle nicht falsch, wir sind Veganer und möchten am liebsten gar keine Tiere wo auch immer  in ‚genutzter‘ Haltung sehen, und wollen im gegebenen Fall – dafür waren wir nebenbei auch zu weit angereist, eine Strecke von insgesamt fast 300 km – absolut nichts beschönigen; aber rein aus rechtlicher Sicht würden wir – auch hier seien die Beiwörter ‚im Moment‘ gestattet – aus den angeführten Gründen keine Anzeige wegen der Kuhhaltung selbst riskieren, weil uns die Behörde dann vielleicht in dringenderen Fällen nicht mehr wirklich ernst nehmen würde).

schafAm Hof gibt es auch Schafe und Ziegen; diese sind im Freien in einem Verschlag; allerdings ist da, ebenfalls zumindest im Moment des Besuches, genügend Wiese und somit Futter vorhanden, was den Angaben des Anrufers zufolge aber leider nicht immer so sein soll. Es gibt auch einen einfachen Wetterschutz und ein Bach fließt durch das kleine Gehege, der soll im Sommer aber vertrocknen; so wäre die Situation spätestens dann, noch dazu in Verbindung mit dem abgegrast sein der kleinen Wiese, eine prikäre. Schlimm ist zusätzlich, dass einige der Tiere Stricke um den Hals haben, was wahrscheinlich davon kommt dass sie im Winter angehängt sind – was laut Tieschutzgesetz natürlich verboten ist! Nur werden wir das jetzt nicht beweisen können. Also werden wir uns im Sommer davon überzeugen dass immer genügend Wasser und Essen angeboten wird und Winter selbstverständlich nachsehen ob die Armen dann nicht einer verbotenen Bewegungseinschränkung ausgesetzt sind.
Pferde, ebenfalls auf einer Weide im Freien, gibt es auch am Hof; eines davon ist offensichtlich schwer krank, im schlimmen Zustand; in Fakt schaut es fast so aus wie wir Pferd an sonst nur aus Mauretanien kennen…pferd Aber da andere auch noch dort grasen und diese in gutem Zustand sind, gibt es für uns gute Gründe zur Annahme, dass  dieses Pferd nicht unbedingt schlecht gehalten ist, schlecht gefüttert wird, und vielleicht ganz dem entgegen sogar ein Gnadenbrot erhält? Wir hatten in Salzburg eine Frau, die völlig ausgemergelten Pferde ein Hospiz bot – jede Woche wurde sie angezeigt, weil ja niemand wusste woher die Tiere kamen und ihr schlechte Haltung unterstellten!
Diese Zeilen aber, Gott behüte, sollen Sie auf keinen Fall davon abhalten bei ähnlichen Beobachtungen zu schweigen, ganz im Gegenteil – sehen Sie Pferde in derartigem Zustand, bitte sagen Sie Bescheid oder fragen Sie direkt beim Halter nach; Sie wissen:  Vertrauen ist gut – Kontrolle noch immer besser!!!!
Zurück zu unserer Geschichte – wir setzten uns dann also doch noch mit dem Amtstierarzt in Verbindung; dieser sollte klären warum das arme Tier in einem derart bedauernswerten Zustand ist. Die Antwort kam auch prompt: die Tierhaltung am Hof wurde vor kurzem, wohl als Tribut für mehrere Anzeigen, wie ‚unser‘ Informant ja bereits verriet, einer ‚amtlichen Betrachtung‘ unterzogen und Maßnahmen worden getroffen – war das also der Grund, warum sich der Hof bei unserem Besuch in halbwegs gutem Zustand befand?
Wie dem auch sei, es ist wohl ein kräftiger Beweis: wäre hier niemand mit offenen Augen durch die wunderschöne Gegend spaziert, wer weiß wie es den Tieren dann gehen würde?!
Und von unserer Seite gibt es natürlich das Versprechen nicht zum letzten Mal vor Ort gewesen zu sein – die Erfahrung sagt, dass Landwirte welche ihre Tiere schlecht halten und auf Grund von Amts-Internierungen zu einem besseren Umgang gezwungen werden, rasch wieder in alte Denkmuster verfallen – wie gesagt, Vertrauen ist gut…
 
So war es doch sehr wichtig den Hof zu besuchen und mit dem Amtstierarzt zu sprechen – auch als Anreiz für die Behörde selbst, da sie nun ja weiß, dass aufmerksame TierschützerInnen den Hof künftig im Auge haben werden!
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