Pferdemarkt Abtenau-Veganfest München-Bulgarienhilfe!

Und wieder ein Bericht über unsere letzte Hilfsfahrt in den Bezirksblättern! Artikel wie diese sind sooo wichtig – sie erleichtern zum Beispiel das Sammlen von Spendengütern immens!
für Reaktionen schreiben sie bitte an: redaktion.krems@bezirksblaetter.com!

Am Freitag fand in Abtenau im Salzburger Land einmal mehr die alljährliche Fohlenversteigerung statt.

Wieder hatten sie sich eingefunden, die eingeschworene Gemeinschaft von Pferdezüchtern und Pferdehändlern, um Leben zu kaufen und zu verkaufen, ungeachtet der späteren Schicksalsbestimmung und fatalen Auswirkung dieser Geschäfte auf das geknechtete Mitgeschöpf.
Tatsächlich sind sehr viele der hier ausgestellten Jungtiere unweigerlich zum Tode verurteilt, und nur ganz wenige und besonders ‚schöne’ (wobei Schönheit doch immer nur eine menschliche Definition nach dessen Spielregeln darstellt…) ‚Elitetiere’ werden die nächsten Wochen überleben, allerdings nur, um dann den grausamen Kreislauf als Zuchtmaschinen von vorne zu starten.
 
Auf all die anderen wartet ein grausames Schicksal – ihre Fahrt im Tiertransporter, entrissen einer weinenden Mutter, hilflos gefesselt, ungehört seiner Schreie, wird gleichzeitig ihre letzte sein, sie mündet direkt in eine Mastanstalt oder in den Schlachthof. Von einer Sekunde auf die nächste jäh herausgezerrt aus einer brüchigen Idylle, einer gläsernen Bauernhof-Romantik, welche aber sowieso nur noch in den Köpfen besonders leichtgläubiger ZeitgenossInnen Halt finden hatte gekonnt; überall sonst bröckeln diese Ufer, ständig umspült von einem reißenden Strom, einem Meer aus Blut, welches fortwährend an seinen Küsten knabbert und letztendlich nur eine einzig wahre Einsicht zurücklässt: diese herzallerliebsten Geschöpfe wurde nur aus dem Grunde geboren, um die Urlaubslaunen einiger Stadtflüchtlingen zu erbauen, als Werbebotschaft einer nicht existenten ‚Heilen Welt’, um dann als ungeliebte ‚Mitesser’ im Herbst zu sterben, dem Tode ausgeliefert von jenem Wesen, welche einst vorspielten sein Freunde und Beschützer zu sein! Der Lauf der Welt, gefangen im Mühlrad der Tradition und bäuerlichen Interessen?

   
So einfach ist die Antwort nicht; der menschliche Geist ist ausgestattet mit einem weiten Gefühlsspektrum, einem unbetrügbaren Gewissen – es beinhaltet Verantwortung für jedes Leben, dass man in diese Welt schafft, auch für jenes, dass man zeugen lässt. Haben wir uns von Nächstenliebe und Güte, und sei diese dann auch auf eine andere Spezies ausgeweitet, so weit entfernt, dass nur mehr ein hohler Wortlaut daraus übrig bleibt, dann dürfen wir das ohne jeden Zweifel als Verrat bezeichnen – als Verrat am Leben selbst!
Foto: copyright Bettina Talkner/Bezirksblätter!

RespekTiere-AktivistInnen hatte sich eingefunden an der Stätte der sich erneut anbahnenden Tragödie. Die Polizei war wie immer zur Bewachung der TierschützerInnen erschienen, dieses Mal aber nur fast enttäuschende zwei Mann (es hat schon Tage gegeben, wo ein ganzer Mannschftsbus bereit stand, pro AktivistIn zwei BewacherInnen)!Diese allerdings zeigten sich wieder von ihrer besten Seite, zuvorkommend und sehr hilfsbereit.

Kaum hatte die Kundgebung begonnen, platzierten sich auch schon AktivistInnen links und rechts neben der Zufahrtsstraße, im Todeskostüm mit Schildern wie ‚Welcome to my paradise‘ oder im Pferdekostüm mit dem Slogan ‚Welcome to my hell‘ ‚bewaffnet‘ und begrüßten auf diese unverwechselbare Art und Weise die zahlreichen PassantInnen!
 
 
Später marschierte ein Aktivist in blutiger Metzgerkleidung und Totenkopfmaske weg vom Demozelt, ins Zentrum des Pferdemarktes; hinter sich an einem Seil zog er eine Aktivistin im blutig roten Overall und in Pferdemaske. Die beiden bahnten sich ihren Weg durch die Masse der Schaulustigen und der Seelenhändler, vorbei an mutzusprechenden Menschen genau wie an all jenen, die diesen Auftritt mit Flüchen und Schimpfworten begleiteten.
   
 
Rund um die Versteigerungsarena hat sich im Laufe der Jahre ein reger Handel etabliert, es gibt dort allerlei zu kaufen, angefangen vom putzigen Plüschpferd bis hin zur Reitpeitsche, vom Sattel bis zur Reiterbekleidung. Auch für das leibliche Wohl der BesucherInnen wird ausreichend gesorgt, es gibt Schaumware aller Art, tierliche Leichenteile in mannigfaltiger ‚Verkleidung’ und ein großes Zelt, wo Durst und Hunger gestillt werden können.
An Durst und Hunger leiden auch die Pferde, dieses Leid geht allerdings unter im dröhnenden Festtagsgetöse. Es ist ein einsames Leiden, ein unbeachtetes. Die Fohlen wirken verschreckt, zum ersten Mal in ihrem noch so jungen Leben weggezerrt vom gewohnten Umfeld, angestarrt, festgehalten von einem viel zu kurzen Seil; den Blicken der Menschen ohne Ausweichmöglichkeit ausgeliefert, tausend Hände, die sie betasten; Nervosität liegt in der Luft, Angst und Schrecken spiegelt sich in ihren Augen. Ja, sie haben Durst, aber es ist nicht der Durst nach Flüssigkeit; kein noch so herrlich klares Wasser könnte hier löschend eingreifen – es ist der Durst nach Leben, der sie plagt. Und die Angst, dass dieser Durst wohl nie mehr gestillt werden wird, das ganze Umfeld verkündet eine andere Bestimmung.
Sehr viele der Mütter haben diesen Wahnsinn schon öfters mitgemacht; sie wissen, ihre Kinder werden hier und jetzt entrissen, weggekarrt ins Ungewisse. Sie kennen die Unberechenbarkeit, welche vom Wesen auf zwei Beinen ausgeht; sie haben sich dessen Gewalt längst gefügt. Wer, so fragt man sich stumm, kann ihr Leid nachvollziehen?
   

Pünktlich gegen Mittag beginnen die Verladungen. Das Geschrei trauernder Mütter sowie weinender Fohlen übertönt die festzeltartige Lärmkulisse. Mitten in diese so traurige Szenerie dreht der ‚Metzger’ mit seinem ‚Pferd’ die einsamen Runden durch den Pferdemarkt. Nun, zur fortgeschrittenen Stunde, ist der Pegel der Pöbeleien im selben Maße mit dem Alkoholkonsum gestiegen; ‚Ihr beide gehörts gleich mit in den Schlachthof‘, ist noch der harmloseste Zuruf.

Dem Himmel sei Dank gibt es aber auch gänzlich andere Stimmen: tatsächlich nehmen viele Menschen die Kundgebung sehr positiv auf, wünschen alles Gute und sind offensichtlich hoch erfreut, dass sich TierschützerInnen dieses Ortes annehmen. Somit ziehen wir einmal mehr ein sehr positives Resümee und fahren in der Gewissheit nach Hause, dass unsere Anwesenheit an solchen Plätzen die Menschen zum Nachdenken anregt und letztendlich einmal eines Tages vielleicht gar nicht mehr notwendig sein wird!

Am Samstag waren wir mit dem RespekTiere-Infostand in München beim Tierrechts-Oktoberfest "Vegane Wies`n". Neben Info-Material über die so vielfältige Arbeit des Vereins boten wir auch ganz leckere Aufstrichbrötchen sowei Kaffee und Tee zur Probe an. Unterstützung am Stand bekamen wir von ganz lieben Münchner FreundInnen, Kathi, Elisabeth und Manfred.

 

Als Besucher dieses Festes wurde man zum einen rundherum kulinarisch verwöhnt. Das Angebot reichte von verschiedenen veganen Würsten, Seitan-Braten, leckere  Pancakes, tollem Cafe latte bis hin zu Torten und Kuchen in vielfältigster Form. Zweites konnte man sich über die tolle Arbeit der verschiedenen Vereine informieren, die sich für Tierschutz, Tierrechte und zu Förderung der veganen Lebensweise einsetzen.

   
   

Es gab auch ein ganz wunderbares Tagesprogramm mit Theater, Kochshows, Kabarett, guter Musik und sehr interessanten Redebeiträgen. Auch das Wetter hat super mitgespielt und so war der Stachus in München an diesem sonnige Spätsommertag DER Platz zum Sein für alle Tierschutz- und Tierechtsbegeisterten!

 

Wir bedanken uns bei den OrganisatorInnen um Sven, Otto und Marille für die immer so fantastische Arbeit und die wunderbare Gelegenheit RespekTiere einem internationalen Publikum nahe bringen zu können – Ihr seid die Besten!
Fazit: wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch in München, und der wird nicht allzu lange auf sich warten lassen: Vegane Weihnachten, selbe Adresse, schon am 7. November – Seid alle dabei, beim erneuten Tierrechtsfest in der deutschen Veganmetropole München!!!!


Am gestrigen Sonntag stoppte ein Transporter aus Bulgarien bei unserem Futterlager! Mehr als 750 kg an Hunde- und Katzenfutter konnten wir dank Ihrer Hilfe zuladen! 750 kg, die in den nächsten Tagen schon Leben retten werden –  so unsagbar wichtig sind solche Unterstützungen, dass uns beinahe die Worte fehlen! Nur durch Ihre Spenden ist es möglich Straßentiere flächendeckend zu versorgen – zudem nehmen wir auch immer wieder verletzte Tiere auf, die dann erstversorgt, behandelt und später in sogenannten ‚Hundehotels‘ untergebracht werden; nun ist deren Versorgung sichergestellt, welche ansonsten neben der Herberge auch noch eine Menge an zusätzlichen finanziellen Ressourcen verschlingen würde!

 
   

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