Meeting mit SalzburgMilch! Veggi Planet!

Dieser Tage fand dann auch das erneute Treffen mit der Führungsspitze der SalzburgMilch statt; vorweggenommen sei, die fortgesetzte Kommunikationsbereitschaft von Seiten der Unternehmungsführung ist eine, welche wir zutiefst zu schätzen wissen.
Allerdings waren die Vorzeichen zur Gesprächsrunde dieses Mal keine so erfreulichen – so zum Beispiel sorgte jenes Kalb für Entsetzen, welches den langen und unfassbaren leidvollen Weg über den oberösterreichischen Hof zur Mästung bis nach Spanien und in weiterer Folge zur Schächtung in den Libanon antreten mussten. Gerade aber wejetztgen solcher Problematik  ereachten wir die Verständigung also umso wichtiger – es galt und gilt  Dinge zu besprechen, die eine künftige Ausrichtung unsererseits gegenüber der SalzburgMilch, gleichzeitig aber natürlich im selben Maße auch andersrum, zumindest mit-beeinflussen werden.
Foto: wieder waren wir in die Zentrale der SalzburgMilch geladen; deren VertreterInnen stellten weiterführende Gespräche mit Bauernvertretungen in Aussicht – und auch das ist ein guter Weg, den es weiter zu verfolgen gilt!
Dementsprechend nervös startete das Gespräch, es nahm dann sogar schnell zusätzlich Fahrt auf und entwickelte deshalb im Handumdrehen eine unvorhergesehene, unvorteilhafte Dynamik. Der Vorwurf uns gegenüber lautete schließlich, wir hätten in unserem letzten Bericht (‚Gegenwind – und der riecht doch ein bisschen nach Skandal‘) einen Bezug der SM zur so aktuelle Diskussion rund um die Schlachttransporte in den Libanon hergestellt, ein Bezug, der so nicht wahr sei; denn der erwähnte SM-Landwirt hätte sein Kalb am Kälbermarkt in Bergheim zwar an einen Tierhändler, der auch nach Spanien liefert, weiterverkauft, aber er hatte ab dem Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses keinen Einfluss mehr darauf, was in weiterer Folge mit dem Kälbchen passierte. Aus dieser Konstellation ergebe sich deshalb keine Verantwortung dafür, dass das arme Tier nach mehreren Monaten Mast in Südeuropa letztendlich als ‚Schlachttier‘ in den Libanon gesendet worden war. Tut es sehr wohl, so unsere Antwort, denn es gibt eine Schuldigkeit, oder nennen wir es ein Gewissen, welches über die Grenzen hinausgeht. Und hätte sich der Landwirt besser informiert, so hätte er zumindest in Betracht ziehen müssen, dass ein derartiges Szenario so ungewöhnlich nicht ist!
Letztendlich aber zeigten sich alle Beteiligten – unsererseits hatten wir übrigens die MitstreiterInnen des VGT Vorarlberg, also jene Menschen, welche den jüngsten Skandal um die furchtbaren Kälbertransporte mit aufgedeckt hatten, kurzerhand zum Meeting eingeladen – besonnen, und bald schon zeigte sich, warum die alte österreichische Redewendung ‚Durch’s Reden kumman d’Leit‘ zaum (durch Reden kommen die Leute zusammen) noch immer unveränderte Richtigkeit aufweist.
Fotos: ist es Mitverantwortung, welche eine Molkerei bezüglich der Kälber ihrer Milchbauern trägt? Selbstverständlich, finden wir. Hier muss soooooo dringend eine Lösung gefunden werden. Und die kann aber letztendlich fast nur in der Kraft der Pflanze liegen…
Ja, es bleibt dabei, ohne jede Frage ist die eingeschlagene Richtung der SalzburgMilch eine richtige, eine zukunftsweisende. Eine, die nun immer öfters zu kopieren versucht, aber bislang von MitbewerberInnen noch nie auch nur annähernd erreicht worden ist. Selbstredend aber, und das ist die Kehrseite der Medaille, sind unter 2650 unter gleicher Flagge segelnde LandwirtInnen auch einige darunter, welche die Bestimmungen hin zu mehr Tierwohl nicht ganz – oder manche davon auch so ganz und gar nicht – umsetzen möchten oder können. Und an dieser Stelle kommen wir ins Spiel – denn natürlich fordern unsere Recherchen das Programm geradezu heraus. Und das ist gut so. Denn natürlich, um die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen in die Marke aufrecht zu erhalten, verpflichtet jede Aufdeckung eines Fehlverhaltens die Geschäftsführung zu noch mehr Genauigkeit, zu noch mehr Kontrolle. Ohne jede Frage ist es dann diese Tatsache, die letztendlich irgendwann dazu führen mag, dass der Vorgabenkatalog tatsächlich größtmöglich, im Idealfall 1:1, umgesetzt wird. Was bedeutet, wenn wir unseren Weg beibehalten, sozusagen der Dorn im Fleisch (besser, in der Milch) der SM sind und die SalzburgMilch gleichzeitig ihrerseits eisern an den eigenen Vorgaben festhält, kann es zu guter Letzt viele GewinnerInnen geben: nämlich die ethisch denkenden KundInnen und im ganz besonderen Maße natürlich die Hauptbetroffenen selbst, die Kühe, welchen bessere Lebensbedingungen versprochen sind! Einig sind wir uns dann in einem ganz wichtigen Punkt: in zukünftigen Schritten darf auf die ‚Nebenschauplätze‘ der Milchproduktion nicht vergessen werden, denn genau dort spielt sich die vielleicht tragischste Seite des Prozesses ab – die in der Milcherzeugung unweigerlich entstehende ‚Kälberschwemme‘ harrt einer Lösung. Einer umgehenden. Die damit verbundene Verantwortung ist aber keine, welche der Molkerei alleine aufgebürdet wird; hier sind wir alle gefragt, die LandwirtInnen, die PolitikerInnen, die Bauernverbände, die TierschützerInnen – nur zusammen wird ein Ausweg gefunden werden können, aus einer Misere, die als eine der ganz großen Schanden der Menschheit fast unerreicht ist!
Es gibt auch eine Überlegung, wie es möglich sein wird, bei von uns aufgezeigte Fälle eines Fehlverhaltens gemeinsam mit dem engagierten Hofbetreuer eine diesen nicht zuvor angekündigte Kontrolle durchzuführen.
Foto: keine Frage, auch der Handel muss in anstehende Problemfindung mitbeinbezogen werden, muss beitragen; solche Werbung, genau in den landesweiten Aufschrei zu den furchtbaren Tiertransporten geschaltet, zeugt wahrlich nicht von Feingefühl…
Fazit: wir harren einer veganen Welt, aber bis es soweit ist, werden wir alles unternehmen, dass Schritte hin zu mehr Tierwohl, begangen von wem auch immer, bestmöglich umgesetzt werden. Aus diesem Verlangen heraus wiederum ergeben sich gleiche Interessen verschiedener Grundparteien, Interessen dann, welchen wir als AnwältInnen der Tiere eine Kontinuität schuldig sind. Und das ist der Punkt, nicht zuletzt deshalb sind Gesprächsrunden wie diese so ungeheuer wichtig!
Am Wochenende findet die großartige ‚Veggi Planet‘ mit ihren unzähligen Höhepunkten im Salzburger Kongresshaus statt! Samstag, 29.02., 11 bis 19 Uhr, Sonntag, 01.03., 10 bis 18 Uhr! Am Sonntag ist dann auch RespekTiere mit einem Stand vertreten – kommt vorbei, wir freuen uns auf Euch (mit einem herzlichsten Dankeschön an die wunderbaren Menschen rund um Trash Ups, www.trashups.at, welche uns ihren Standplatz zur Verfügung stellen)!!!
Achtung, Achtung! Ein ganz dringender Aufruf! Wir sind auf der Suche nach jener so engagierten Tierschützerin aus Deutschland, welche vor einigen Jahren viele unserer Texte zu den Einsätzen in Mauretanien gesammelt und zu einem Buch zusammenfasst hat! Leider haben wir den Kontakt verloren – wir hatten damals schon darüber gesprochen, das Werk zu veröffentlichen, also, wenn Du oder jemand der Dich kennt das hier liest, bitte melde Dich ganz dringend bei uns!
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