Tote Raben zur Anlockung von ‚Raubtieren‘! Protest am Schlachthof Bergheim!

Viel zu oft waren wir früher mit dieser mittelalterlich anmutenden,absoluten Grausamkeit konfrontiert; durch unsere dauernden Aufdeckungen und daraufhin folgenden Anzeigen aber wurde der furchtbare ‚Brauch‘ zunehmend ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt; die breite Empörung führte schließlich zu einem Verpönen selbst in Bauern- und Jägerkreisen. Dennoch, das letzte Mal musste RespekTiere im Juni des vergangenen Jahres eine dementsprechende Klage verfassen, davor aber war drei Jahre kein derartiger Fall mehr gemeldet worden. Schon kamen wir in Versuchung zu glauben, vielleicht hätten die Menschen aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, würde sich unsere Gesellschaft doch langsam in eine Richtung bewegen, wo die Würde der Tiere zunehmend ein Faktum darstellt – allein, wieder wurden wir abgestraft!
Foto: unsere letzte diesbezügliche Anzeige mussten wir im Juni 2019 tätigen, dann gegen einen Bauern im Mühlviertel!
Denn bis in die (ehemaligen) Adelskreise dürfte sich ethisches Verhalten offensichtlich noch nicht herumgesprochen haben, zumindest nicht bei allen! So gesehen gestern im einer englischen Grafschaft anmutenden Besitz an der Stadtgrenze von Salzburg. Alleine die ‚Willkommensschilder‘ sprechen eine deutliche Sprache: ‚‘NO ACCESS TO ANIF CASTLE – NOT OPEN TO THE PUBLIC‘.
Ja, jene Leute, sie bleiben gerne unter sich! In diesem Falle sprechen wir von der Familie Johannes Moy de Sons, ein Clan, der aus einem uralten französischen Adelsgeschlecht entspringt. Dessen Stammreihe bis ins Jahr 1133 zurückreicht. Wie groß der Besitz ist, man könnte es nicht einmal schätzen. Viele, viele Hektar jedenfalls, direkt an der Stadtgrenze repräsentiert das Anwesen einen unvorstellbaren Wert. Folgt man den Weg hinein ins vermeintliche Paradies, präsentiert sich nach kurzer Wanderung rechter Hand das fantastische Privat-Schloss inmitten eines Sees als prächtiger Anblick. Weiter führt die schmale Zufahrt, zuerst durch Felder, dann durch eine Allee; ein wunderschönes ‚Herrenhaus‘ links, nun beginnt langsam der Wald. Hinein in diesen, ein Wegschild zeigt alsbald zur Fütterungsstelle. Dort, von zwei Hochständen umgeben (warum wohl?), wurden auf einer Lichtung mehrere Futterstellen angelegt.
Und zusätzlich inmitten deren hängt plötzlich ein Leichnam, aufgespießt auf einen Holzpflock. Eine Rabenkrähe offensichtlich, und ein geschützter Vogel noch dazu!  Der malträtierte Körper weht im kalten Wind, längst dem Verwesungsprozess preisgegeben.
Foto rechts: die leere Bierdose – ein häufiger Anblick im Grünrock-Milieu…
Hier an jenem Platz, wo dem ‚gewöhnlichen Volk‘ der Zutritt eigentlich verwehrt ist, machen die ‚Ungewöhnlichen‘ also ungewöhnliche Sachen – die dann ganz eindeutig gesetzlich verboten sind! Andererseits, jene Gesellschaft, sie fühlt sich oft nicht an bürgerliche Gesetze gebunden. Dieses Mal wurde die Machenschaft entdeckt, wie oft aber nicht? Wie oft schweigt das Umfeld selbst im Wissen, einfach, weil Herzog, Graf, Baron und Fürst noch immer über einen Einfluss verfügen, der negative Konsequenzen für jedwege/n AnklägerIn haben könnte; und dass, obwohl alleine die Nennung solcher Erbtitel – und nichts anderes, kein Verdienst sind sie – in Österreich längst verboten ist.
In dem jetzigen Fall hoffen wir inständig, der/die VerursacherIn wird zur Verantwortung gezogen!
Denn Rabenvögel zählen in Europa zu den geschützten Tierarten, dass dürfte da jemand vergessen haben. Und die Erinnerung brauch eine Auffrischung, offensichtlich ganz dringend!
Foto: wie im Mittelalter… der ‚Feind‘ aufgespießt, als Abschreckung für andere… rechts: in diesem Falle: die Wildkamera unter dem ermordeten Tier soll Gäste an der Fütterungsstelle aufzeichnen…
Es ist einfach unfassbar! Wieder eine/r jene/r JägerIn, die/der sich über jedes Gesetz der Menschlichkeit hinwegsetzen, die/der das Wort ‚Menschlichkeit‘ ins Absurde führt… uns fehlen wirklich die Worte! RespekTiere hat selbstverständlich Anzeige erstattet; jemand wird zu erklären haben, woher sie/er denn den toten Vogel hat! Ein geschütztes Tier zu morden ist nämlich beileibe kein Kavaliersdelikt mehr – hoffentlich wird sie/er dies nun an der eigenen Geldtasche erfahren!!!
Wie wussten doch schon Albert Schweitzer: „Wer die Würde der Tiere nicht respektiert, kann sie ihnen nicht nehmen, aber er verliert seine eigene.“ Blaublut hin, Blaublut her. Vor dem Richter oder der Richterin sind wir alle gleich. Theoretisch zumindest…
Foto: verschiedene Fütterungsbereiche – hinten rechts der Hochstand!
Am Schlachthof in Bergheim verkehren, wie wir vor wenigen Tagen beweisen konnten, noch immer riesige Tiertransporter aus verschiedenen Ländern. Nicht zuletzt aus diesem Grunde befestigten AktivistInnen jetzt an der Zufahrt zur Tötungsanstalt – in der, direkter geht es nicht mehr – ‚Metzgerstraße‘ ein entsprechendes Transparent. Ob es auch noch länger dort hängen wird? Lassen wir uns überraschen!
Inzwischen sind 2 Tage vergangen – und tatsächlich, das Transparent hängt noch immer an besagter Stelle!
In Zeiten wie diesen, wo defacto Ausgangssperren unser aller Leben bestimmen, scheinen diesbezügliche Bestimmungen dort, wo es um die Mitgeschöpfe geht, ziemlich ausgesetzt. Jedenfalls verkehren an der Tötungsanstalt Bergheim Tiertransporter aus allen Teilen Österreichs, sogar ein LKW aus Kufstein konnte heute an der Abladestelle gesehen werden (Kufstein ist eine Gemeinde in Tirol, wo landesweite Quarantäne herrscht, Anm.)!
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