Hochbetrieb am Schlachthof, während Kälber in winzigen Boxen vegetieren…

Während ein Großteil der Welt noch immer tief in der Krise verharrt, läuft bei einigen Zweigen das Geschäft hingegegen wohl besonders gut – selbst wenn es eines mit dem Tod ist! Tiertransporte stecken nach wie vor an den Grenzen viel zu oft im Stau, weil es die Union immer noch nicht zuwege gebracht hat, diesen Wahnhsinn zumindest solange auszusetzen, bis wieder eine ordnungsgemäßer Ablauf gewährleistet werden kann. Die österreichische Regierung hat auf die Herausforderung zwar mit einem Erlass reagiert, der aber einmal mehr aus Tierschutzsicht viel zu viele Fragen offenlässt.
Wie dem auch sei, Schlachthöfe sind ausgelastet, sie suchen sogar entgegen dem allgemeinen Trend Personal – jetzt, wo so viele Menschen daheim sind und ‚Selbstkochen‘ zum Freizeitvergnügen erhoben wird, scheinen dabei besonders die Fleischgerichte wieder im Vormarsch zu sein. Nicht zuletzt wohl auch deshalb stauen sich am Schlachthof Bergheim, seineszeichens der größte Rinderschlachthof mit mehr als 80 000 Opfern im Jahr, prallgefüllte Tiertransporter. Ironie des Schicksals: ein Virus fordert menschliche Leben, was wiederum dazu führt, dass die Anzahl tierlicher Todgeweihte groteskerweise ins Bodenlose steigt… so viel zum Lerneffekt aus der Krise!
Passend zur Thematik ist da die vernichtende Schlagzeile von ‚topagrar online: ‚Hauptsache billig! Verbraucher lassen Tierwohlprodukte links liegen!‘ Weiters: ‚Den deutschen Verbrauchern ist das Tierwohl beim Einkauf weiterhin relativ egal. Das geht aus Zahlen der Initiative Tierwohl hervor.‘ Oder: ‚So kommt es, dass rund 90 % des gekennzeichneten Rindflesiches und rund 80 % des Schweinefleisches im Lebensmitteleinzelhandel aus Betrieben stammt, die lediglich die Mindestanforderungen erfüllen.‘
Eigentlich unfassbar, es scheint fast, dies sei entgegen den anderslauteten Bekundungen der Auftrag der KomsumentInnen an die Landwirtschaft…
Todtraurig ist auch der Fakt, dass so viele unserer zur Zeit wieder hochgelobten Agrarwirte – und selbst wenn weitläufige Weiden um die Höfe liegen – ihre Kälber in winzigen Boxen nahezu fixieren. Selbst jetzt, bei strahlendem Sonnenschein, sieht man die Armen überall in körpergroßen Gefängnissen entlang der Stallungen gesperrt. Warum das so sein muss, dass soll uns wirklich mal jemand erklären; wir versprechen aber schon jetzt, das Gesagte kann und wird wohl niemals zufriedenstellend ausfallen… Was den WerbemacherInnen Gewissheit sein sollte, solange Kälber in derartigen Verhältnissen leben müssen, genausolange muss der Werbe-Tenor ‚Danke an unsere Bauern‘ doch ein ernsthaft hinterfragter sein. Genausolange hat auch das aufpolierteste Image der Landwirtschaft unentfernbare Kratzer. Denn alleine ‚Gewinnmaximierung‘ kann wahrlich kein Grund sein, Tierkinder ein solch unwürdiges Dasein zu bereiten… 
Wir haben den Amtstierarzt um Kontrolle gebeten, ob hier wenigstens die Mindesanforderungen erfüllt sind…
Fotos: Landwirtschaft bei Salzburg – unfassbare Enge beherrscht deren Welt – warum???? Wenn doch alleine rundherum soooo viel Platz wäre…
Foto unten; diese Aufnahme machten wir vor ein paar Tagen im niederösterreichischen Waldviertel. Die Box schaut ein bisschen größer aus; aber dann leben darin auch gleich drei Kälber (zwei sind in der Hütte aneinandergedrängt)…
Fotos unten: im Salzburger Flachgau – eine Körperlänge Platz… da wäre ja selbst der Ausdruck ‚Zwinger‘ schon eine Verhöhnung dessen…
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