Putenfarm in Bayern – ebenfalls der pure Wahnsinn!

Wir sind wieder einmal in Bayern unterwegs und befinden uns heute in einer Putenfarm. Die ist wahrhaft riesig, mehrere Hallen reihen sich wie ein Abbild des Bösen nebeneinander. Allesamt sind sie vollgestopft mit Leben. Und mit Leiden. Mit Tierquälerei der schlimmsten Sorte. Und das allerärgste daran? Gesetzlich wird es keine Konsequenzen geben, das wissen wir schon jetzt (was uns aber nicht daran hindert, das Veterinäramt zur Kontrolle zu bemühen, Anm.). Denn die Bestimmungen bezüglich der Putenhaltung sind geradewegs katastrophal. Zum Vergleich: Österreich, bei Gott keine Insel der Seligen, ‚erlaubt‘ 40 kg Pute pro Quadratmeter. Eigentlich schon unfassbar. Deutschland hingegen, auch dessen selbsternannter ‚Feinkostladen Bayern‘ macht da keine Ausnahme, setzt auf ‚Freiwilligkeit‘. Freiwillig? Ja, bis zu 52 kg weibliche Tiere und bis zu 58 kg männliche werden da als ‚angemessen‘ erachtet. Wie gesagt, es ist alleine eine Empfehlung, nichts sonst. Und darauf ist man gar noch stolz: ‚In Europa sind teilweise 60 bis 70 kg üblich‘, werden die Geflügelzüchter nicht müde zu betonen. Europa, dazu zählen dann natürlich auch Länder wie Moldawien, wie die Ukraine, wie Albanien oder der Kosovo; allesamt solche, welche keinen besonders guten Ruf bezüglich der eigenen Tierhaltung genießen. Und dennoch gibt man sich blasiert in Germanien, wenn man 2 kg Lebendgewicht pro Quadratmeter – eine übrigens durch und durch völlig unüberprüfbare Abweichung, für welche es nebenbei nie und nimmer Konsequenzen gäbe – weniger als Genannte … empfiehlt!!!!

Bitte betrachten Sie die Bilder und urteilen Sie selbst: darf ‚Mensch‘ in der Behandlung seiner Mitgeschöpfe tatsächlich so weit gehen????

eine völlig überfüllte Masthalle mit Puten in Bayern

Foto: die völlig überfüllte Masthalle! Hier ist praktisch keinerlei Bewegung mehr möglich. Ausmisten? Geht gar nicht mehr. so stehen die armen Vögel bis zum Tage ihrer immer brutalen Ausstallung in ihren eigenen Exkrementen, schwerste Verletzungen aufgrund einer extremen Gewichtszunahme sind dabei an der Tagesordnung. Tatsächlich können ganz oft die Füße das Gewicht nicht mehr tragen und so brechen die Knochen wie Streichhölzer.

Truthähne in der Masthalle.

Foto: zu dicht aneinandergereiht, um überhaupt nur umzufallen…

Unfassbare Fakten zur Putenmast

Kaum vorstellbar ist die Gewichtszunahme bei Puten: ein männliches Küken wiegt in etwa 60 Gramm; am Ende der Mast wird der Truthahn bis zu 21 kg haben – das entspricht einer 350-fachen Gewichtsteigerung! Manche kommen sogar knapp an die 25 kg heran; wenn man nun bedenkt, dass ein Truthahn in der Wildnis gerademal 5kg wiegt, lässt sich das Verbrechen ansatzweise erahnen. Oder, dass vor gerademal 20 Jahren die ‚Spitzenwerte‘ bei Puten bei knapp über 10 kg lagen, ist wohl genauso aussagekräftig. Genauso unglaublich ist auch die zum Himmel schreiende Überzüchtung auf einen überdimensionalen Brustfleisch-Anteil: der alleine macht, weil die VerbraucherInnen jenes als besonders weich und schmackhaft erachtete Fleisch bevorzugen, bis zu 40 % des gesamten Körpergewichts aus.

Die ‚Albert-Schweitzer-Stifung‘ listet die besonders häufigen Erkrankungen auf, an welchen fast alle Puten in der Mast zu leiden haben:

Erkrankungen des Skelettsystems (inkl. Beinschwäche)

Sohlenballengeschwüre oder Verätzungen an den Ballen

Brustverletzungen (Geschwüre und Entzündungen)

Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems

Atemwegserkrankungen

Verletzungen durch ArtgenossInnen

Völlig überfüllte Putenfarm

Alltag in der Putenfarm

Die gnadenlose Überzüchtung ist also mit schlimmsten gesundheitlichen Schäden für die Puten verbunden. Es kommt zu einer übermäßigen Belastung durch das ungleiche Verhältnis von Muskulatur zu den inneren Organen. Weshalb die vorzeitige Todesrate in der Putenmast eine enorme ist.

Puten leiden schrecklich unter den gegebenen Bedingungen; wegen der tönernen Langeweile ist ‚Schnabelpicken‘ ein weit verbreitetes Phänomen. Um dem vorzubeugen, werden ihre Schnäbel mittels Infrarotstrahl schon im Babyalter – selbstredend ohne jede Betäubung – ‚gekürzt‘ (heißt abgebrannt, wobei Verbrennungen dritten Grades verursacht werden…)! Die Schnabel-Enden sind aber vergleichbar mit unseren Fingerkuppen, oder auch mit Lippen und Zähnen. Wird das Organ derart geschädigt, sind danach selbst einfachste Verhaltensweisen wie etwa die Nahrungsaufnahme oder die Gefiederpflege nur mehr eingeschränkt möglich.

Truthähne und Truthennen sind in riesige Ställe gepfercht, oft zu mehreren 10 000 Tieren. Dort werden sie ca. 4 Monate lang gemästet (weibliche 15-17, männliche 19 – 21), bevor sie – falls sie den entsetzlichen Bedingungen so lange trotzen können, einen immer furchtbaren Tod im Schlachthof sterben.

Eine vollbesetzte Putenmasthallein Bayern
Eine vollbesetzte Putenmasthalle in Bayern

Fotos: Putenmast ist immer eine Tragödie. Rund 90 % aller Truthähne in Deutschland werden in Mastbetrieben mit 10 000 und mehr Tieren gehalten!

Puten in der Masthalle mit abgebrannten Schnäbeln

Bitte betrachten Sie das Bild: Allesamt wurden den Vögeln die oberen Schnabelhälften abgebrannt. Ein Vorgang, der eigentlich verboten sein müsste, weil er nach jeglicher Definition eine Amputation darstellt, noch dazu eine ohne Betäubung. Der zuständige Gesetzgeber hat aber hierfür eine Ausnahmeregelung eingesetzt. Tierquälerei bleibt jedoch immer bloß Tierquälerei, auch wenn sie innerhalb (willkürlicher) gesetzlicher Rahmenbedingungen passiert…

Drängelei im vollbesetzten Putenstall

Foto: Trotz gekürzter Schnäbel zeigen fast alle der Tiere Schrammen oder blutige Stellen an ihren Körpern. Wie bei ausnahmslos jeder Massentierhaltung ist also auch hier das Leiden ein riesengroßes – ja, und nicht nur das körperliche, auch – und darauf wird so oft vergessen – das psychische! Nur vermeidbar wird ein derartiger Wahnsinn, wenn ‚Mensch‘ von der unsäglichen Ernährungspraxis abweicht und endlich einer tierleidfreien den Vorzug gibt. Wir müssen uns dessen bewusst sein, für jedes selbst ‚eh nur so ein kleines Stück‘ Fleisch hat ein Tier in Aufzucht, Mast und Schlachthof unsagbare Qualen für uns – FÜR DICH – erlitten. Stoppen wir den tödlichen Kreislauf, es ist ein Gebot der Menschlichkeit – GO VEGAN!

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