Kettenhaltung – unfassbar, der nächste „Salzburger Fall“!

Guantanamo gibt es auch für Kühe – dann, wenn 24/7 Kettenhaft an der Tagesordnung steht. Und das gibt es viel öfters, als uns durch die Agrarwirtschaft weiß gemacht wird! Einmal mehr auch mitten in Salzburg – tatsächlich, im Stadtteil Gneis ist so ein Betrieb, wo die Menschen kopfschüttelnd vorübergehen. Der Hof liegt wunderschön, an einem der letzten unverbauten Flecken Erde unweit der Festung und direkt am Leopoldskroner Weiher. Mitten „aus der Stadt“ kommend geht die Straße plötzlich in einen nicht asphaltierte Privatstraße über, und völlig unvermutet findet man sich im Paradies wieder. Wiesen, Weiden, wunderschöne Bäume, ein prächtiger Hof. Ja, man weiß natürlich, geht man ein paar Minuten am Weg entlang, wird sich erneut die Asphaltwüste ausbreiten. Aber bis dahin verharrt man gerne und genießt die so unerwartete wie zerbrechliche Idylle. Von Gneis kommend in Richtung Nonntal befindet sich das Bauernhaus zu linker Hand, ein Übrigbleibsel aus vergangener Zeit. Dennoch aktueller denn je – sogar die Luft zum Atmen fühlt sich hier besser an als zweihundert Meter entfernt in jede Richtung. Hinter dem Hof wachsen Bäume, es gibt Gras und weitflächige Wiesen. Wie zu Großmutter’s Zeiten. Bis hin zum Almkanal erstreckt sich das Eldorado.

Bauernhof Rückseite

Fotos: Der Vorwurf – trotz weitläufiger, durch keine Wege durchbrochenen Wiesen rund um das Haus stehen die Kühe immer angekettet im Stall…

Kühe in Ketten im Stall

Welches auch seine Schattenseiten hat. Leider. Denn im Stall, da sind die Kühe, relativ viele davon. Geschätzt um ein Dutzend, wahrscheinlich eher mehr. Also fast so viele, als der durchschnittliche Salzburger Betrieb sie beherbergt. Da wird eine Zahl um die 15 genannt. Und wie rund die Hälfte der „Milchbauern“ im Land es nach wie vor tun, werden auch hier die unfreiwilligen Lieferanten noch an der Kette gehalten. Wie gesagt, mitten im Paradies – doch das hat drinnen Halt gemacht. Einen Steinwurf entfernt, und dennoch unerreichbar. Nur eine Mauer und eine Kette dazwischen. Trotz eines Gesetzes, welches den Tieren eigentlich zumindest an 90 Tagen einen „Freilauf“ garantieren soll (sofern es keine „Ausnahmeregelung“ gibt, welche noch bis 2030!!! eingeholt werden kann), kommen diese dem Vernehmen nach hier so gut wie nie aus dem Stall. Jedenfalls erreichten uns genau aus diesem Grunde mehrere Beschwerden. Dazu auch Bilder. Tagein, tagaus würden so manche Spazierengehende nie eine Kuh im Freien sehen. Und tatsächlich gibt es auf den Wiesen auch keine Spuren solcher, als wir den Ort mehrere Male zu verschiedenen Zeiten besuchen.

Kühe in Ketten im Stall

Womit er sich ebenfalls einreiht in eine inzwischen lange und dunkle Liste. In eine Liste, welche drastisch zeigt, wie groß die Lücke im Milchkuhbereich zwischen Schein und Realität überhaupt nur sein kann. Wo KundInnen eine andere Welt vorgetäuscht wird, eine Welt, wo Kühe auf immergrünen Wiesen weiden, meist auch noch dazu auf solchen in den Bergen. In Wahrheit aber fristen sie, so wie hier, ein Leben an der Kette im engen Stall.

Kühe in Ketten im Stall

Im Namen der Tiere, welche keine eigene Stimme haben, stehen wir deshalb auf und rufen laut: Lasst die Kühe endlich raus!  ‚Schluss mit dem geduldeten Gesetzbruch, der seit mindestens 20 Jahren stattfindet und noch bis zumindest dem 1. Jänner 2030 prolongiert ist! Ab dann fallen zumindest einmal die Ausnahmeregelungen. Ab dann darf es in keinem Fall mehr die „dauernde Anbindehaltung“ geben. Leider aber, so viel zum „besten Tierschutzgesetz der Welt“, sind danach auch nur 90 Tage ohne Ketten gesetzlich eingefordert, was heißt, auf unbestimmte Zeit dürfen Milchkühe weiterhin 275 Tage im Jahr zur beinahen Bewegungslosigkeit gefesselt werden. Ganze neun Monate im Jahr werden zur Schande des Landes selbst 2030 noch immer wie selbstverständlich gewehrt. Deshalb, es kann nur eine Alternative geben – Ende der Kettenhaltung, ausnahmslos! Bitte unterschreib die Petition – für weit mehr als eine halbe Million Rinder änderst Du damit die ganze Welt!

Kühe in Ketten im Stall

Die Petition richtet sich gegen eine Beendigung der Kettenhaltung sowie gegen den Vollspaltenboden in der Rindermast – bitte unterschreib auch Du! www.respektiere.at/tierschutz-petitionen/

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